Das Wochenbett – Die Zeit in der Klinik (1/3)

Ich bin gefragt worden ob ich mehr oder weniger regelmäßige Updates zum Thema Wochenbett schreiben kann und weil ich denselben Gedanken auch schon hatte, greife ich die Idee gerne auf.

Zunächst möchte ich darüber berichten wie die zwei bzw drei Tage in der Klinik waren.

(Den Geburtsbericht könnt ihr hier nachlesen.)

Erholen von der anstrengenden Geburt. Das Wochenbett beginnt.

Erholen von der anstrengenden Geburt. Das Wochenbett beginnt.


AUF STATION

Nachdem das Baby (welches zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen hatte) vermessen, gewogen und meine Geburtsverletzung versorgt worden war, konnten wir auf’s Zimmer. Es war mitten in der Nacht, zwischen 02:00 und 02:30 Uhr rum.

Stephan ging noch fix zum Auto um meine Kliniktasche zu holen, blieb noch ein paar Minuten und verabschiedete sich dann nach Hause.

Eine Hebamme kam, stellte sich vor und baute für das Baby aus einem Stillkissen ein Nest. Sie fragte mich was ich noch brauchen kann, ob ich etwas essen möchte und wie es mir geht. Sie erklärte mir einige Kleinigkeiten und wusste auch schon dass ich alsbald eine Zimmernachbarin bekommen würde. (In dieser Klinik liegen immer zwei Frauen zusammen.)

Da ich sehr müde war, wollte ich die Schlafenszeit vom Kleinen ausnutzen und ebenfalls einige Minuten schlafen. Allerdings hatte ich ziemlich schmerzhafte Nachwehen, die mich nicht sofort schlafen ließen. Stur wie ich bin, wollte ich natürlich keine Tablette nehmen.

Dennoch konnte ich einige Minuten die Augen zu machen, ehe meine Zimmernachbarin kam. Ich nickte ihr nur kurz zu und das war auch eigentlich schon unsere ganze Kommunikation.

Mittlerweile war es 04:30 Uhr. Die Hebamme kam wieder und erklärte auch der Nachbarin einige Dinge. Die Fragen die die Frau stellte, ließen mich schmunzeln. Ich wusste, sie war gerade zum ersten Mal Mutter geworden.

„Woher weiß ich dass er genug trinkt?“
„Wie oft soll er trinken?“
„Bleibt er bei mir im Bett?“
All die Dinge die ich damals auch gefragt habe. Geduldig, so wie ich die Hebammen hier kannte, erklärte sie alles in Ruhe. Zeigte verschiedene Stillpositionen und brachte der frischen Mutter noch etwas Obst.

Für den Moment war die ganze Geburt bei mir vergessen und ich wusste, hier auf Station bin ich gut aufgehoben!

DAS WOCHENBETT BEGINNT

Für mich beginnt die Zeit im Wochenbett schon in der Klinik. Man wird ver- und umsorgt, bekommt besuch, kuschelt mit dem Baby und macht nur das Nötigste. Der wenige Schlaf störte mich kaum. Ich wusste noch vom letzten Mal dass es alsbald ein leckeres Frühstück gibt und darauf freute ich mich.

Der Kleine, immer noch namenlos, schlief und schlief und schlief. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie unglaublich fertig der kleine Mann von der Geburt sein musste.

Ich starrte ihn die ganze Zeit an. Seine ganz leicht rötlichen Haare, die kleinen Hände, die schrumpeligen Füße. Ich sah wie die Mulltücher sich auf und ab bewegten und er atmete. Dann und wann musste ich den Kopf schütteln, eine Träne verdrücken und mir ins Bewusstsein rufen, dass da wieder ein Baby neben mir liegt. Ich war einfach nur glücklich.

Das Frühstück kam. Das feine an der Klinik, wenn man sich sein Essen (noch) nicht ausgesucht hat, bekommt man automatisch ein vegetarisches Gericht. So wurde ich mit Vollkornbrötchen, Butter, Marmelade, Käse, Nutella und Honig verwöhnt. Ich hätte Saft, Kaffee, Tee oder sonstiges haben können, war aber mit meinem Wasser glücklich. Zum Nachtisch gab es noch Joghurt.

Kurz nach dem Frühstück kam die Visite. Blutdruck und Fieber wurde gemessen, meine Verletzung angeschaut und dann fragte ich schließlich doch nach Tabletten für die Nachwehen, die immer schlimmer wurden. Vor allem beim Stillen tat es mehr als weh.

Auch um den Kleinen wurde sich gekümmert. Er wurde gewogen, der Nabel wurde angeschaut und dann gewickelt (die Schwestern fragen ob man das selber machen möchte oder ob sie das übernehmen sollen.)

Kurzum: Bei uns beiden war alles in Ordnung.

BESUCH IN DER KLINIK

Während die Nachbarin schon ständig besuch bekam, war ich froh dass nur meine Eltern in der Nähe waren. Auf mehr Besuch konnte ich gut verzichten. So war es perfekt. Ich war total gespannt wie Simon auf den Bruder reagierte und es interessierte mich brennend wie der Kleine (Große!) denn so ohne Mami klar kam.

Er kam zwar voller Freude in’s Zimmer rein und begrüßte mich mit einem fröhlichen „Maaaaamaaa“, aber das war es auch schon. Danach waren nur noch die Knöpfe am Bett und das Telefon interessant. Es gab auch nur einen kurzen Blick auf das Baby „Da Bruder“. Hmm, irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt. 😉

Stephan und ich überlegten noch wegen einen Namen, kamen aber schnell zu dem Schluss dass wir an diesem Tag keinen finden würden.

Zuhause lief alles wunderbar. Wie ich erfahren hatte, kümmerte es Simon überhaupt nicht, dass ich nicht da war. Er machte alles mit Oma und Opa mit, ließ sich sogar in’s Bett bringen. Auch Stephan hatte überhaupt keine Probleme. Das beruhigte mich ungemein. Nun wusste ich, dass ich mich entspannt zurücklehnen und das Wochenbett genießen kann.

Mein Besuch blieb nicht lange und das war mir auch ganz recht. Ich war noch zu erschöpft und wollte immer wieder kleine Nickerchen machen.

Leider bekam die Nachbarin ständig besuch. Von Früh bis spät. Am Abend waren sogar acht Freunde von ihr da. Auch wenn ich hin und wieder einschlief, war das nicht wirklich erholsam. Wenn mal gerade kein Besuch da war, gab es Essen oder es wurde abgeräumt. Die Putzfrau kam oder eine Schwester. Draußen war es furchtbar laut, aber das Fenster konnte man auch nicht schließen (28 Grad im Zimmer und, wie gesagt, dauerhaft Leute).

Dann waren da ja auch noch die Nachwehen. Schließlich hielt ich es nicht mehr aus und nahm die Tablette, die mir Morgens schon gegeben wurde. Eigentlich hasse ich es welche zu nehmen, aber es war mir nicht anders möglich zur Ruhe zu kommen.

Ich merkte zwar teilweise immer noch die Nachwehen, aber viel viel schwächer und nicht mehr wirklich Schmerzhaft. So konnte ich eine einigermaßen angenehme zweite Nacht in der Klinik verbringen.

Sonnige Grüße.

Hier geht es zum zweiten Teil.

2 Gedanken zu „Das Wochenbett – Die Zeit in der Klinik (1/3)

  1. Pingback: Das Wochenbett - Die Zeit in der Klinik (Teil 2) - Sonnenshyn.de ☼

  2. Pingback: Das Wochenbett - Die Zeit in der Klinik (3/3) - Sonnenshyn.de ☼

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.