Das Wochenbett – Gemütlichkeit Zuhause 

Schon in der Schwangerschaft habe ich mir fest vorgenommen dieses mal das Wochenbett ernster zu nehmen und nicht nach ein paar Tagen wieder Vollgas zu geben. Ich denke das bekomme ich auch ganz gut hin, auch wenn ich mich manchmal doch etwas überschätze.

Gemütlichkeit im Wochenbett.

Gemütlichkeit im Wochenbett.

ALLGEMEINER ZUSTAND

Seit genau zwei Wochen bin ich nun Zuhause und liege nach wie vor die meiste Zeit im Bett und schreibe am Blog, lese ein Buch, mache ein Rätsel oder beobachte und kuschel Alwin. Langsam merke ich aber dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Ich möchte wieder raus gehen können, ohne es am Abend zu bereuen.

Letzten Freitag habe ich einen kleinen Spaziergang zum Spielplatz gewagt und das tat richtig gut. Während der Mann mit Simon über den Spielplatz wuselte, habe ich es mir mit einer Decke gemütlich gemacht. Wieder Zuhause habe ich dann allerdings gemerkt dass es doch ziemlich anstrengend gewesen ist. Im Becken zieht es hin und wieder und man merkt einfach die Anstrengung. Dennoch tat mir die frische Luft sehr gut und auch Baby war endlich mal länger draußen.

Samstag waren wir dann in der Stadt. In der Nacht hatte ich mich gut erholt. Dennoch war mir Abends wieder nicht gut. Wieder leichte Schmerzen und sogar etwas stärkere Blutungen. Nicht so dass ich gleich zum Arzt gehe, aber es hat mich wach gerüttelt und deshalb schone ich mich nun wieder mehr.

Vom Gewicht her bin ich nun knapp unterhalb des „Startgewichts“. Unmittelbar nach der Geburt waren 7kg weg, mittlerweile 11kg. Da ich 10kg zugenommen habe, kann ich mich diesbezüglich nicht beschweren. Nichtsdestotrotz ist der Bauch natürlich zu sehen und schwappert fröhlich vor sich her. Ich trage auch immer noch die Umstandshosen. Meine normalen Hosen bekomme ich noch nicht zu und manche nicht mal über die Oberschenkel und wenn doch, dann sind sie einfach viel zu eng und unbequem.
Die Oberteile und Kleider sind bereits wieder in einer Kiste verstaut.

Meine Geburtsverletzung macht mir kaum (mehr) zu schaffen und ich merke auch wie der Kreislauf täglich besser wird. Dass ich die ersten acht Tage wirklich GAR NICHTS getan habe, zahlt sich nun aus. Aber ich muss noch lernen es nicht zu übertreiben.

Ich genieße es endlich, endlich den Großteil der Zeit schmerzfrei zu sein und dass ich mich drehen und wenden kann wie ich möchte. Endlich ist es mir wieder möglich auf dem Rücken zu liegen!
Manchmal stopfe ich mir noch, aus Gewohnheit, ein Stück Decke unter den Bauch, nur um dann zu merken dass das Baby ja schon da ist und der Bauch gar keine Unterstützung mehr braucht.

BEIDEN KINDERN GERECHT WERDEN

Zur Zeit ist es noch kein Problem den beiden Kindern gerecht zu werden. Alwin schläft oder trinkt. Seine Wachphasen sind noch sehr kurz.

Simon ist viel mit dem Papa unterwegs oder beschäftigt sich alleine. Natürlich möchte er auch mit Mama kuscheln und bisher habe ich ihn auch nicht vertrösten müssen. Stephan ist ja noch Zuhause und wenn ich etwas Zeit mit dem Großen haben möchte, dann kümmert er sich um das Baby.

Meistebs lege ich Simon Abends in’s Bett und genieße diese paar Minuten alleine mit ihm. Gerade am Abend mag er besonders viel kuscheln und ich denke er genießt es ebenfalls.
Auch Früh oder Mittags schaue ich mit ihm Bücher an oder erfreue mich an seinen kulinarischen Köstlichkeiten, während Alwin beim Papa ist oder seelenruhig neben mir schläft.

Simon kann jederzeit zu mir kommen und mit mir kuscheln. Das bedeutet für mich zwar meistens die höchste Kunst an Akrobatik (zum Beispiel wenn man im liegen stillt und der Große hinter einem liegt und an den Bauch möchte), aber hey das kann man mal machen.

Mir graut es ein bisschen davor wenn der Wochenbettehemann wieder arbeiten muss. Denn dann wird es nicht mehr so leicht sein beiden gerecht zu werden. Hin und wieder wird eines der Kinder warten müssen. Aber auch das werden wir schon irgendwie hinbekommen.

DER MANN UND DAS WOCHENBETT

Ich muss ehrlich zugeben dass ich Anfangs bedenken hatte, wie wir das hier alles zu viert meistern sollen. Oder viel mehr, wie der Mann das alles meistern soll. Mein Vorschlag eine Haushaltshilfe oder Mütterpflegerin kommen zu lassen stieß nicht gerade auf viel Gegenliebe. Stephan wollte das alles alleine machen und er wuppt das ohne Probleme.

Die Wäsche wird gemacht. Beide Kinder werden gewickelt. Mit Simon wird durch die Wohnung getobt/spazieren gegangen. Alwin wird durch die Gegend geschleppt. Ich werde ständig gefragt was ich gebrauchen kann. Es gibt Frühstück, Mittag und Abendessen.
Zwischendurch Kuchen!

Der Behördenkram ist erledigt. Telefonate werden geführt. Der Einkauf wird erledigt. Das Geschirr ist stets gespült. Die Wohnung ist ansich zwar etwas chaotischer als sonst, aber das stört nicht wirklich. Ganz ehrlich? Dieser Mann ist der beste Wochenbettehemann den man sich wünschen kann und er schafft den Haushalt besser als ich. Und kochen kann er auch noch! Auch wenn er mir seit über sechs Jahren etwas anderes erzählt. 😉

Keine Ahnung wie das wird wenn er wieder arbeiten geht. Ich kann nur hoffen dass ich zumindest halb so viel schaffe.

WEITERHIN GENIEßEN

Ich versuche so gut es geht das Wochenbett weiterhin zu genießen. Auch wenn ich schnell wieder auf den Beinen sein möchte, will ich natürlich auch voll und ganz genesen sein und die Zeit mit dem Baby genießen.
Ich schätze dass ich mich die komplette bisherige Woche ausgeruht und meistens im Bett verbracht habe, kommt mir jetzt zugute.

Wann seit ihr wieder im normalen Alltag angekommen? Wie viel Zeit habt ihr tatsächlich im Wochenbett verbracht?

Sonnige Grüße.

5 Gedanken zu „Das Wochenbett – Gemütlichkeit Zuhause 

  1. Meine Geschichte kennst Du ja nur zu gut…
    Erst heute habe ich wieder einen Pausentag eingelegt mit viel Bett liegen und Nickerchen, nachdem ich etwas am PC saß.
    Das Sonnenkind schläft aber auch heute sehr viel und so kann ich ebenfalls etwas langsamer machen und Luft holen.

    Das mit etwas stärkeren Blutungen nach kleinen Ausflügen hatte ich auch immer und ist ganz normal, sagt meine Hebamme. Nur richtig stark sollte es nicht sein.

    Liebe Grüße!!!

    • Ich hatte ob der Blutungen bisher keine großen Bedenken gehabt, denn ich dachte mir schon dass es durchaus passieren kann wenn man sich etwas anstrengt. Dennoch ist es für mich gut zu lesen, dass es tatsächlich in Ordnung ist. Danke dafür!

      Pausen sind sicherlich wichtig. Immer. Nicht nur im Wochenbett. Das sollte ich mir eigentlich viel öfter auf die Fahne schreiben. 🙂

  2. Hallo,
    neugierigerweise bin ich bei dir gelandet als ich bei Frl. Null.Zwo gelesen habe.
    Glückwunsch zu eurem zweiten Sohn! Du hattest gefragt wie lange andere
    ´tatsächlich im Wochenbett waren/sind. Tatsächlich war ich bei kaum einem
    Kind lange im Bett. Ich habe vier Kinder, mein Mann war fast immer die ersten
    4 Wochen zu Hause. Tagelang im Bett liegen so wie ihr es schreibt, hat es bei
    mir nicht gegeben und ich hätte es auch gar nicht gewollt. Bei meinem ersten
    Kind war ich die erste Woche fast komplett im Krankenhaus wegen der
    Gelbsucht und das war die schlimmste Zeit für mich: In dem Bett liegen oder rumsitzen und nichts zu tun zu haben. Die anderen Kinder habe ich ambulant entbunden und so war ich immer mitten im Alltag aller Kinder und konnte mich doch ausruhen, wenn es von Nöten war. Tatsächlich würde ich es gar nicht anders haben wollen und ich bewundere euch ein bisschen, weil ihr euch diese Auszeit so intensiv nehmt und nehmen könnt.
    Genießt es!
    LG

    • Wow! Ich finde das ganz große Klasse, wenn man gleich wieder „durchstarten“ kann. Hast du dadurch irgendwelche negativen Auswirkungen gemerkt? Also körperlich? Ich finde das ganz interessant.

      Mir wäre es gar nicht möglich gewesen gleich wieder durch die Gegend zu springen, da hat mein Kreislauf und meine Geburtsverletzung einfach nicht mitgemacht. Deshalb war ich sehr froh, dass ich das Wochenbett so einrichten konnte.

      Wie unterschiedlich das teilweise ist, finde ich erstaunlich. 🙂

  3. Pingback: Fünf Freitagslieblinge - 30.09.'16 - Sonnenshyn.de ☼

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