Die drei Brüder Sonnenshyn

Die drei Brüder Sonnenshyn – Krass das zu schreiben! Das zaubert mir sofort ein Lächeln ins Gesicht, denn es läuft so, so, SO verdammt gut, dass ich es selber kaum fassen kann.

Geschwisterplüsch durch und durch!

ALLES AUF ANFANG

Bestimmt weiß der ein oder andere noch, dass es für Simon sehr, sehr schwer gewesen ist, als Alwin geboren wurde. Er konnte einfach absolut nichts mit seinem Babybruder anfangen. Im Gegenteil, er fand ihn furchtbar. Das machte die erste Zeit sehr, sehr schwer. Nach einer miesen Schwangerschaft und einer furchtbaren Geburt, war die Wochenbettzeit ein einziger Albtraum.

Natürlich gab es Kommentare von außen „Simon ist halt noch zu jung“ (damals gerade 2 Jahre alt). Daran habe ich allerdings nie geglaubt und mit dem Dritten im Bunde und Alwins Verhalten gegenüber Florian, wird es mir nun bestätigt. Alwin ist nämlich exakt so alt wie Simon damals und reagiert komplett anders auf das Baby.

FREUNDLICHE BEGRÜßUNG

Während es mir die ersten 3 Tage immer wieder das Herz brach, Simon sagen zu müssen dass er nicht mit auf die Neostation darf um seinen Bruder zu sehen, kam endlich der vierte Tag und unsere Entlassung.
Mein Mann und der Große holten uns ab und ich werde wohl niemals Simons große Kulleraugen vergessen, als ich mich mit Florian auf den Arm zu ihm auf das Sofa setzte. Er war zwar auch nun zurückhaltend, aber sehr neugierig. Warum das Baby so klein ist, wie er heißt und überhaupt und sowieso. Dann streichelte er ganz vorsichtig seine Beine und sagte „Hallo Baby. Ich bin der Simon.“ Es war einfach zu süß!
Auf der Rückfahrt saß er neben ihm im Auto und bestaunte den Kleinen immer wieder. Manchmal hielt er ganz zaghaft die Hand und stellte weiterhin viele Fragen.

Zuhause angekommen, dort warteten meine Eltern mit Alwin, flippte der, nun Mittlere, komplett aus. So unglaublich viel Freude, habe ich gar nicht erwartet. Mein Mann trug die Babyschale rein und Alwin bekam sich nicht mehr ein. „Baby. Oh Baby! Mama! Da Baby! Baby! Oma, Oma da Baby! Baby! Opa! Baby! Da Baaaby! Süüüüß!“
Nach dem mein Mann das Auto auf den Parkplatz verfrachtet hatte und auch Zuhause ankam, ging es gleich weiter. Alwin rannte in den Flur „PAPA! Baby! Da Baby! Baby! Papa!!! Baby!!!!“
Er hatte auch absolut keine Berührungsängste. Als ich Florian auf den Arm hatte, kam er gleich angelaufen und streichelte ihm ganz vorsichtig den Kopf. Ohne dass ich was sagte, er wusste offenbar instinktiv dass er langsam und vorsichtig machen musste. Der Babybruder bekam auch gleich ein paar Küsschen.
So ging es nun Tag täglich. Komme ich mit dem Baby die Treppe runter, freut sich Alwin einen Ast. Liegt er im Laufstall, wird er von beiden Großen gerne begutachtet. Liegt er im Bett, kuscheln sie sich zu ihm. Beim Wickeln wird gespannt zugeschaut. Auch Stillen ist aufregend.
Klar, nach fast vier Wochen schreit keiner mehr euphorisch „BABY!“ bzw nur noch selten, aber sie sind nach wie vor total herzig zu ihm.

Alwin deckt den Kleinen zu und kuschelt sich an.

LIEBEVOLLE HILFE

Gerade der Große, der ja sonst eher Kategorie „Wild und grobmotorisch“ ist, wird ganz ruhig und vorsichtig bei Florian. Er streichelt ihn vorsichtig, er gibt ihm Küsschen, er kuschelt sich zu ihm und achtet sehr auf sich und das Baby.
Er hat der Hebamme neulich geholfen ein Bad fertig zu machen und wenn ich ihn bitte mir etwas zu bringen, wie Windeln oder ein Spucktuch, dann macht er das ohne mit der Wimper zu zucken.

Alwin hingegen räumt gerne die Windeln in den Müll oder hilft beim Stillen. Na ja, das heißt er fummelt an meinem Oberteil rum, sobald Florian weint. „Baby weint. Brust… na?“ kommt dann häufig von ihm. Es scheint ihn auch gar nicht zu Nerven wenn der Kleine weint. Mir scheint als habe er viel mehr Mitleid und möchte ihm Helfen. Anders als bei Simon damals, der Alwins Weinen ganz lange nicht ertragen konnte.

Beide bringen auch gerne mal einen Schnuller und versuchen dann dem Baby selbiges zu geben.
Als ich neulich den Raum verlassen hatte und Florian anfing zu weinen, deckte Simon ihm seine Füße zu, wollte ihm den Schnuller reichen und sagte „Ist ja gut, die Mama kommt gleich“ könnt ihr euch vorstellen wie sehr mir da das Herz aus purer Liebe platzt?

Auch Simon kuschelt sich eng an und ist dabei ganz vorsichtig.

GEHEILTE SEELE

Mir war klar, dass Alwin ganz anders auf das Baby reagieren wird. Schon in der Schwangerschaft war er sehr interessiert an anderen Babys. Wenn er draußen eins im Kinderwagen oder in der Trage sah, war er immer voller Begeisterung.

Auch bei Simon dachte ich mir, dass es dieses Mal besser laufen wird. Er hat in der Schwangerschaft schon viele Fragen gestellt. Auch vom Verständis her, war es dieses mal etwas ganz anderes. Dass er sich allerdings SO liebevoll um seinen Bruder kümmert und ihn oft auf dem Arm haben möchte und überhaupt viel mit ihm kuschelt hätte ich nie im Leben erwartet.

Das ist Balsam für meine Seele und ob des Verhaltens von Alwin sieht man einfach, dass es nichts mit dem Alter, sondern lediglich mit dem Charakter des Kindes zu tun hat.

Sonnige Grüße.

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