Ein Jahr pure Liebe und Dankbarkeit (Alwin)

Ich hatte gedacht, dass es beim zweiten Kind nicht ganz so krass sein wird. Immerhin kennt man ja dieses „Huch! Schon ein Jahr alt“-Gefühl.
Doch ich habe fast die Vermutung, dass es mich bei Alwin noch mehr trifft.

Mit dir Zuhause – Fast ein Jahr her.


GEDANKEN ÜBER GEDANKEN

Ich denke zurück an das letzte Jahr und an die Schwangerschaft mit dir kleinen Rothaar.
Vieles war besonders.

Aus Spanien haben wir dich „mitgebracht als blinden Passagier“, wie der Papa immer so schön sagt.

Ein Mädchen solltest du sein. War sich die Frauenärztin doch mehrfach sicher. Eine Annika erwarteten wir.
Theoretisch.

Die Schwangerschaft war mies. Viele kleine und größere Probleme plagten mich. Nie etwas ernstes, aber oft mit den Nerven am Ende.
Ich mochte meine zweite Schwangerschaft nicht. War zu verwöhnt von der ersten.
Das lag nicht an dir! Du konntest nichts dafür.

Die Nacht vor der Geburt war tränenreich. Ich wollte nicht mehr schwanger sein. Wollte mein Mädchen im Arm haben! Aber du warst doch noch nicht so weit.

Der 12.09.2016 – der errechnete Termin und wir fahren erneut in die Klinik.
Kaum vom CTG in den Kreißsaal, kaum in der Badewanne; Beginnt für mich die furchtbarste halbe Stunde meines Lebens.
Ich hatte Todesangst.
Nicht um mich, sondern um dich mein Kind.

DANN WARST DU DA!

Um 23:56 Uhr schaffst du es noch pünktlich zu sein. Nach einer gefühlten Ewigkeit darf ich dich endlich im Arm halten.
Dein kleiner Körper ist blau, du siehst angestrengt aus, hilflos.
Doch du atmest.
Du atmest!

Die Ärztin massiert dir noch dein Herz, während du mich mit deinen blauen Augen anschaust.
Du bist vollkommen ruhig.
Ich sehe, du steckst voller Überraschungen.

Ein Junge! Ich lache.
Ein rothaariges Kerlchen. Wie cool ist das denn?
„Hallo! Wir haben keinen Namen für dich!“, sind meine ersten lachenden Worte für dich.

Drei Tage überlegen wir.
Robin? Hannes?
Wer bist du wohl?
Alwin!

Wir erholen uns von der anstrengenden und rasanten Geburt.

EIN JAHR PURE LIEBE UND DANKBARKEIT

Die Schwangerschaft war schlecht. Die Geburt ein Albtraum.
Aber nichts hindert mich daran, unendliche Liebe und Dankbarkeit zu spüren wenn ich dich sehe, wenn ich dich kuschel oder bloß an dich denke.

Du bist geduldig mit mir. Deinem Papa und großen Bruder.
Du lachst gefühlt von morgens bis abends.
Du bist ein unglaublich ausgefuchster Kerl.
Du bist hochkonzentriert wenn du etwas in deinen Händen hältst und es begutachtest.
Du beschäftigst dich ewig alleine.
Du freust dich ohne Ende, wenn jemand mit dir spricht und spielt.
Du wirst grantig, wenn du etwas haben möchtest, aber noch nicht dran kommst.

Ich liebe das Tapsen deiner Hände, wenn du durch die Wohnung krabbelst.
Ich liebe dein Glucksen und lachen.
Ich liebe deine unbeschwerte Art.
Ich liebe es, dir jeden Tag dabei zuzusehen, wie du neue Dinge entdeckst und vieles lernst.
Ich liebe dein sonniges und ruhiges Gemüt.

Du bist ein Geschenk.
Einzigartig.
Großartig.

Wir hatten keinen leichten Start, aber das hat uns nur noch mehr zusammengebracht. Nicht nur du lernst jeden Tag neue Dinge dazu. Auch ich bin als Mutter durch dich gewachsen.
Danke!

Mein Rotschopf! ❤

Ein Gedanke zu „Ein Jahr pure Liebe und Dankbarkeit (Alwin)

  1. So schön wie warmherzig du über deinen zweiten Sohn schreibst. Man spürt die unendliche Liebe in jedem Satz.
    Mein Sohn ist nur ein paar Tage jünger als Alwin und wie du ihn so beschreibst erinnert er mich sehr an meinen Florian. Dieses fröhliche, unbekümmerte Gemüt. Die Fähigkeit sich zu beschäftigen und komplett in den Flow zu kommen. Herrlich ♥.

    Ich lese sehr gerne bei dir und finde es toll wie offen, ehrlich du schreibst.

    Viele liebe Grüße aus dem österreichischen Burgenland,
    Angelika

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