Mit 3 Kindern Zuhause – Ein Sammelsurium an Ideen

Mit 3 Kindern Zuhause – Ein Sammelsurium an Ideen

In letzter Zeit häufen sich die Unsicherheiten was den Alltag als Familie angeht. Schulen und Kitas sind geschlossen. Die Großeltern sollen nicht besucht werden und sämtliche Freizeitaktivitäten wie Schwimmen, Indoorspielplätze und Co machen dicht. Für uns ist dieser Ausnahmezustand ein Normalzustand. Einzig der Kindergarten (den 2 von 3 normalerweise für 4,5 Stunden besuchen) fällt weg.
Ich möchte euch hier einfach zeigen wie wir unseren Alltag erleben und hoffe, dass euch die ein oder andere Sache hilft.

Vorweg: Mir ist klar, dass nicht jeder die Möglichkeiten hat, die ich hier aufschreibe. Ich habe keinen Arbeitgeber im Nacken und mein Mann kann Heimarbeit machen. Ich weiß, wie gut wir es haben! Dennoch sind vielleicht Anregungen für euch dabei.
Meine Kinder sind 5, 3 und 1 Jahr alt.

Lasst den Kopf nicht hängen!

KEINE DAUERBESPAßUNG

Als erstes muss ich sagen, dass ich keine Dauerbespaßungsmaschine für meine Kinder bin. Ja, ich weiß, dass sich viele Kinder nicht (lange) alleine beschäftigen können. Dennoch braucht keines meiner Kinder 24/7 mich oder den Papa. Manchmal lümmeln sich auch einfach nur rum. Starren Löcher in die Luft oder liegen auf dem Sofa.
Ich bin der Meinung, dass das auch extrem wichtig ist. Die Dauerberieselung von Aktionen, Tablet und Fernseher macht meine Kinder mürbe. Und ich bin mitnichten jemand, der Medien verurteilt! Im Gegenteil, aber dazu komme ich später.

Ich kann euch nur raten, macht euch keinen Kopf wegen zu wenig „Action“.

Sie spielen auch gemeinsam.

Irgendwann habe ich auch aufgehört der ständige Schiedsrichter für meine Kinder zu sein. „Der hat mein Auto genommen“ „Ich wollte den grünen Becher“, usw. Sie haben gelernt solche Konflikte zum Großteil alleine zu lösen.
Natürlich bin ich für sie da, wenn sie mich brauchen, aber in den meisten Fällen ist das überhaupt nicht notwendig. Meistens habe ICH mich nämlich eingemischt, wenn sie mir mit Streitigkeiten auf den Senkel gegangen sind.

Was hier mit der Geburt des zweiten Kindes gut klappte: Wenn der Große zB genau das haben wollte, was der kleine Bruder hatte, dann habe ich immer wieder gesagt, dass er das bekäme, sobald der Bruder keine Lust mehr hat damit zu spielen ODER er kann ihm etwas zum Tausch anbieten. Nichtsdestotrotz muss er akzeptieren wenn jemand sein Spielzeug gerade nicht hergeben möchte. Er hatte dieses System ganz schnell raus und der Kleine freute sich oft über den Tausch. Mittlerweile tauschen die 3 munter untereinander oder warten geduldig ab. (Der Einjährige natürlich nicht ganz so, wie die Großen)
Das klappt selbstverständlich nicht immer. Aber oft.
Und ja, das hat mir viel Raum und Ruhe geschaffen im Alltag.

DIE NATUR

Das Wetter wird zum Glück wieder besser und man kann einige Stunden draußen verbringen.
Klar, Spielplätze, überlaufene Parks und Promenaden möchte ich derzeit nicht besuchen. Spielplätze sind eh nicht so meins.
Wir brauchen das aber auch gar nicht. Seit jeher sind wir viel im Wald. Und was man da alles finden kann! Stöcke, Steine, Tannenzapfen, Blätter, Äste, Moos, Höhlen, kleine Lager, etc. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Erst neulich spielten die zwei Großen „Minenarbeiter“ auf einer Lichtung.

Der Wald bietet unendliche Möglichkeiten.

Jetzt hat man nicht immer einen Wald um die Ecke (auch wir fahren mit dem Auto dorthin). Aber das braucht es auch nicht unbedingt.
In unserer alten Wohnsiedlung haben die Kinder einfach vor der Tür auf der Wiese gespielt (und gesammelt).
Auch hier gehen wir oft nur hinters Haus. Nester bauen, Käfer beobachten, Detektiv spielen (einer legt eine Spur aus Gras und der andere verfolgt sie), usw.

Nester bauen.

Wir haben nur einen Minigarten, aber auch da reichen ein paar Schüsseln und Becher mit Wasser und die Kinder beschäftigen sich gefühlt Stunden damit. Gerne auch mit den gesammelten Materialien. Da werden Tannenzapfen und Steine gewaschen. Stöcke mit Kreide bemalt und wieder gesäubert. Sowas haben wir früher auch auf dem Balkon gemacht oder in der Wanne.

Die gesammelten Sachen waschen.

Blumen pflanzen. Obst und Gemüse anbauen. Das geht auch super in der Küche mit Kräutern.
Letztes Jahr fanden meine das mega spannend, wie aus einem Samen eine Tomate wird. Oder Salat. Oder Oregano. Oder dass Möhren unter der Erde wachsen!

UND WENN ES MAL NICHT RAUS GEHT?

Die oben genannten Steine kann man super mit Filzstiften oder Wasserfarben anmalen.
Da wir nicht sooo häufig mit Wasserfarben malen, ist das hier der Hit.

Filzstift, Wasserfarben und Glitzer.

Auch sowas wie Knete oder Schleim gibt es nicht täglich. Im Internet gibt es viele Anleitungen um das selber herzustellen (hab ich bisher noch nicht gemacht, deshalb kann ich euch auch nichts empfehlen).
Seife oder Badebomben sind, so wie ich es gelesen habe, recht einfach herzustellen und wären hier als Experiment eine feine Sache.

Allgemein malen und basteln. Osterdeko oder Geburtstagskarten.
Mein Großer liebt Briefe. Gerade jetzt, wo man die Großeltern meiden sollte, wäre doch ein Brief mit etwas gemalten cool.

Für die Großeltern einen Brief schreiben/malen.

Wisch und Weg-Hefte sind hier der Renner. Mein Großer bekam welche speziell für die Vorschule geschenkt, aber auch der Dreijährige liebt es die zu machen. Gibt es zB bei Thalia.
Sticker oder Magnetbücher sind auch sehr beliebt.

Wisch- und Weg-Hefte.

Meine Kinder spielen gerne Gesellschaftsspiele. Vor allem Reisespiele wie „Tempo, kleine Fische!“, „Regenbogenraupe“ oder „Der kleine Maulwurf“.
Einiges davon können sie schon alleine spielen.
Unschlagbar sind Spielesammlungen! Egal in welcher Form, aber sie lieben es damit alleine (!) oder zu zweit zu spielen. Nach ihren eigenen Regeln. Bei „Mensch ärger dich nicht“ spielen sie oft Dieb und Polizei. Backgammon wird zum „Bergsteigspiel“. Türme aus Püppchen. Mühle-Steine sind Geld und die Püppchen gehen einkaufen… Was weiß ich. Es ist einfach nur unglaublich erstaunlich was sie spielen, wenn sie keine Regeln kennen.

Der kleine Maulwurf.

Es gibt auch Spielsammlungen mit großen Holzfiguren. Das findet der Einjährige super!

Mein erster Spieleschatz – Von Haba

Alte Tastaturen, Mäuse und Monitore bringen hier viel Begeisterung. Gerade bei Heimarbeit eine feine Sache.

So genannte „IQ Spiele“ gibt es in verschiedenen Varianten. Das Prinzip ist aber immer gleich: Man muss alle Teile des Puzzles verbaut bekommen, ohne dass ein Loch entsteht. Meine Kinder verstehen zwar nicht zwingend das Prinzip oder können es immer lösen, aber sie beschäftigen sich lange Zeit damit, die Puzzle-Lösungen nachzubauen.

IQ oder Logik-Spiele.

Für den Jüngsten habe ich Spielstationen aufgebaut. Die kann man nach ein paar Tagen variieren. Kaum war ich fertig damit, hat er sich längere Zeit damit beschäftigt. Der Hocker war früher für den Großen eine Küche. Oben war der Herd, unten der Ofen. Alltagsgegenstände können alles mögliche sein.

Spielstationen.

AUSPOWERN ZUHAUSE

Für all das oben genannte braucht es natürlich viel Sitzfleisch. Hat mein Großer nur sehr selten. Deshalb muss ich schauen, dass ich die Kinder auch ausgepowert bekomme.

Höhlen bauen geht super. Sie laufen viel hin und her. Treppe rauf, Kissen holen, Treppe runter. Treppe rauf, Decke holen, Treppe runter. Auf dem Boden kriechen. Aufstehen. Krabbeln. Über Hindernisse (Stühle, große Kissen) springen, usw. Das ist für alle 3 super, bietet aber zugegeben auch einiges an Streitpotential, weil einer was kaputt macht.

Aus Kissen und Decken werden Höhlen.

Mit dem Handy/Tablet filmen.
Meine 2 lieben das! Sie filmen sich gerne gegenseitig, machen Blödsinn oder tun total seriös. Sie bewegen sich dann automatisch mehr.
Und ich denke diese Videos sind in einigen Jahren Gold wert!
(Internet schalte ich derweil am Handy/Tablet immer ab.)

Meine Kinder dürfen bei uns im Bett rumspringen. Sie dürfen daraus ein Piratenschiff machen und gegen Haie kämpfen. Sie dürfen „Heule Eule“ spielen, die sich vor dem Po-zwicker (Hirschkäfer) versteckt (die Heule Eule ist übrigens meine absolute Buchempfehlung).
Sie dürfen Purzelbäume üben und sich von der Wand nach hinten fallen lassen.

Lautere Musik zum Tanzen ist auch was feines. Das müssen nicht zwangsweise Kinderlieder sein, die gibt es hier nur selten.
Am coolsten finden sie es, wenn sie die Rollos runter und die bunte Lichterkette (ja, die hängt noch im Kinderzimmer) an machen.
Nach kurzer Zeit sind sie platt.

Mit Taschenlampen in einem dunklen Zimmer nach einem Schatz suchen (Gummibärchen, Schokolade, Pixibuch).
Es ist so süß wie die zwei diese Spannung aufnehmen. Lachen. Gegenseitig helfen und wie sich freuen wenn sie den Schatz gefunden haben.

Ein kleiner Schatz.

Sie machen auch manchmal für ein paar Übungen bei Pilates mit. Das geht bestimmt auch mit anderen Dingen super. YouTube an und dann nachmachen. Oder Wii Sports.

Wäschekorbrennen geht mit allen 3 super. Meistens sitzt der Jüngste im Korb und die beiden anderen schieben ihn durch den Flur. Dann wechseln sie durch. Auch das powert ordentlich aus.

MEDIENKONSUM

Wir sind generell offen für alles.
Die Kinder dürfen Fernseh gucken, am Tablet spielen, am Rechner oder der Konsole zocken. Es gibt keine festen Zeiten. Dann und wann fragen sie nach etwas und dann schauen wir wie es passt.

Wir haben Netflix, Prime und eine YouTube-App auf dem Fernseher. Da gibt es allerhand zum Ansehen. Ich achte darauf, dass nicht nur Quatsch wie Paw Patrol läuft, aber das darf natürlich auch mal sein.

Wir schauen gerne:

YouTube:
Pixi
Checker Tobi
Sallys Welt
Sendung mit dem Elefanten

Netflix:
Es war einmal das Leben
Feuerwehrmann Sam

An Konsolen haben wir eine Xbox one X und eine Switch hier.
Gespielt wird gerne:

Xbox:
Lego City Undercover
Spyro

Nintendo Switch:
Mario Kart
Yoshis Crafted World

PC:
Minecraft
Euro Truck Simulator
Train Simulator

Von Yoshi haben wir nur die Demo. Das ist dem Dreijährigen aber vollkommen egal, er hat schon X mal das erste Level gespielt.
Für 20 Euro im Jahr hat man bei Nintendo auch Zugriff auf viele alte Spiele wie zB Mario, Kirby und Co.

Yoshis Crafted World.

Außerdem bieten einige Tv-Sender nun spezielles Kinderprogramm an. Zu finden unter stern.de

ZUM ABSCHLUSS

Ich hoffe, ihr konntet das ein oder andere aufschnappen und euch Anregungen holen.

Als weiteren Tipp kann ich euch nur raten so entspannt wie möglich zu bleiben. Die derzeitige Situation kann nicht geändert werden. Wir müssen alle dadurch.

Solltet ihr dennoch hin und wieder das Gefühl haben schreien zu wollen, dann macht das! Schreit aus Leibeskräften. Haut auf Kissen ein. Verprügelt eure Decke.
Mir hilft es immer, aus dem Raum zu gehen, wenn die Kinder mich zu sehr reizen oder ich einfach überfordert bin. Es reicht kurz durchzuatmen und dann wieder in die Situation zu gehen. Es ist auch okay den Kindern das so zu sagen „Ich muss kurz raus und brauche Ruhe“ und ja, das mache ich auch beim Einjährigen. Dann sitzt er kurz vor der Badezimmer Tür und weint gegebenenfalls. Das ist für mich besser auszuhalten, als ihn anzuschreien.

Macht euch wegen Überforderung nicht fertig! Das ist absolut normal und menschlich. Für viele ist das eine Ausnahmesituation. Viele brauchen ihre Arbeit als Ausgleich. Viele brauchen soziale Kontakte. Es ist vollkommen verständlich, dass einem die Decke auf den Kopf fällt. Erwachsenen wie Kindern.

Vernetzt euch online.
Nutzt Skype oder WhatsApp für Videoanrufe mit Familie/Freunden/Kollegen.
Twitter, Facebook-Gruppen.
Schreibt Briefe. Führt Tagebuch.

Haltet durch!
Wir sind viele.

Sonnige Grüße.



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