Vom Einschlafen.

Vom Einschlafen.

Von Tag zu Tag werden meine Kinder selbstständiger. Sei es dass sie keine Windel mehr brauchen, selber ihr Brot schmieren oder Buchstaben lernen. Manchmal nehme ich das gar nicht richtig wahr, doch einiges trifft mich dann doch mit voller Wucht.

Vom Einschlafen.

Neulich Abend saß mein Großer im Spielzimmer und zog sich fürs Schlafen um. Als ich ihn fragte ob er Hilfe braucht, sagte er, dass er das schon alleine kann. Natürlich weiß ich das! Aber manchmal ist er zu müde und möchte Hilfe haben. Heute nicht.
Ich setzte mich also zu ihm und während wir uns über den Tag unterhielten, faltete er seine Wäsche für den nächsten Tag und legte sie ordentlich auf Seite. Ganz selbstverständlich.
Danach zog er sich seinen Schlafanzug an und machte alle Knöpfe zu. Er lächelte zufrieden und ich nickte ihm zu.
Anschließend holte er seinen jüngeren Bruder und fragte was er anschauen mag. Der Mittlere suchte sich ein Polizeibuch aus.

Der Mann wartete bereits mit dem Tilda Apfelkern Buch in der Hand im Bett der beiden.
„Heute möchten wir nichts vorgelesen haben. Wir gucken nur das Buch an“, verkündete der Große.
Gemeinsam mit dem Papa sprachen sie den weiteren Verlauf ab. Das große Licht und die Lichterkette, die um das Bett herum liegt, wurden angemacht. Eine Uhrzeit wurde festgesetzt und der Mann verließ das Zimmer, damit der Testlauf ungehindert weiter gehen konnte.

Nebenan brachte ich gerade den Jüngsten ins Bett und so hörte ich, wie die zwei Großen sich das Polizeibuch anschauten und der Große immer wieder Sachen erklärte. Er schien das sehr lustig zu machen, denn der Mittlere lachte fast unentwegt.
Plötzlich hörte ich ein Tappsen. Tatsächlich machte der Große das Licht aus und ging wieder zurück ins Bett.
Giggeln, Lachen und Erzählungen erfüllten den Raum. Natürlich auch etwas lauter, aber alles im Rahmen und ich musste unweigerlich mitschmunzeln.

Dann wieder ein Tappsen. 4 Füße!
Ein vorsichtiges reinluschern zu mir ins Schlafzimmer „Mama?“, flüstert der Große, während der Mittlere die Tür sichert „Mama, mein Fingernagel ist eingereißt“, ehe ich antworten kann, kommt schon der Mann und nimmt sich dessen an.
Wenig später rennen 4 Füße zurück ins Bett.
Giggeln und Lachen. Kaum zu hören.

Als der Jüngste schließlich schläft, bleibe ich noch eine Weile liegen. Zwar hörte ich schon länger nichts mehr aus dem Nachbarzimmer, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen.
Schließlich schleiche ich mich vorsichtig aus dem Schlafzimmer.
Zu meinem weiteren Erstaunen, ist die Zimmertür bei den Kindern nicht komplett offen, sondern fast geschlossen.
Ich schaue vorsichtig hinein und sehe zwei Brüder die selig kuschelnd schlafen.

Mein Herz ist erfüllt mit Liebe und auch etwas Wehmut.

Sonnige Grüße.

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