After Baby Body – Oder: Ich war auch vorher ein Schwabbel

Nach der Geburt von zwei Kindern, könnte ich mich zurücklehnen, mir auf den Schwabbel klopfen und sagen „Das hast du fein gemacht!“ Ist doch egal wie andere Muttis mit ihrem After Baby Body aussehen.

Aber das möchte ich nicht. Mir sind zwar tatsächlich andere Muttis und deren Körper Hupe, aber hier geht es schließlich um mich und niemanden sonst.

Das bin ich.
30, zweifach Mama und nicht mehr glücklich mit dem eigenen Körper.


AFTER BABY BODY

Der Ausdruck „After Baby Body“ ist für mich sehr negativ behaftet. Sofort habe ich Heidi Klum im Kopf, die nach fünf Kindern immer noch aussieht wie Anfang 20. Ein scheinbar makelloser Körper. Keine Dellen, kein Schwabbel und bestimmt auch keine fiesen Dehnungsstreifen.

Dann gibt es da aber auch jene Leute, die ganz offen sagen „Ich hab jetzt ein paar Pfund mehr, das stört mich aber nicht“
Sie zeigen ihren Körper, schämen sich nicht im Schwimmbad und tragen gern Figurbetonte Sachen. Finde ich super cool.

Dann gibt es da noch mich. Kategorie: Ich möchte gern abnehmen, fresse aber gern.
Eigentlich möchte ich gar nicht zurück in meinen alten Körper. Denn der war auch nicht gerade schlank. Diesen After Baby Body mag ich aber auch nicht mehr leiden. Und nu?

ICH WÄRE GERNE FIT

In erster Linie geht es mir gar nicht darum, dass ich Kleidergröße 36 anziehen kann. Seit etwa meinem 15 Lebensjahr habe ich mit Übergewicht zu kämpfen. Mal mehr, mal weniger. Aber ich habe Übergewicht. Definitiv. Bei 1.72cm wiege ich aktuell 83kg und das ist zu viel. Ich wiege mehr, als vor der Schwangerschaft mit Alwin. Stillen hat da übrigens nicht geholfen. Beim ersten Kind schon, da habe ich rasch abgenommen und war unter dem Startgewicht. Ich hatte es irgendwann auf 74kg geschafft und war mega stolz.

Doch wie gesagt möchte ich gar nicht zwingend in eine gewisse Größe passen. Ich möchte fit sein. Meine Schwiegergroßeltern sind mir da ein großes Beispiel, denn sie sind mit Mitte 80 noch ordentlich aktiv und können mit ihren Urenkeln toben. Bei meiner Oma sah das in letzten Jahren leider anders aus. Sie hat sich gehen lassen, sich kaum noch bewegt und nur über Schmerzen gejammert, aber nie etwas geändert. Es tat weh sie so zu sehen und rüttelte mich gleichzeitig wach.

Wisst ihr, ich mag auch gerne fit sein und nicht in den zweiten Stock laufen und nach Luft schnappen müssen. Das wurmt. Ich möchte gerne locker meine Einkäufe nach oben tragen, ohne danach ein Sauerstoffzelt zu brauchen.

„DANN MACH DOCH!“, denken sich jetzt bestimmt viele. Aber es gibt zwei große Probleme; Ich bin sehr undiszipliniert und eine Naschkatze….

Fit werden – Mein großes Ziel.

SCHOKOLADE – MEIN LEBEN

Das Ding ist; Ich koche und esse sehr gerne. Auch in großen Portionen. Ich würde meinen, dass ich gesund und ausgewogen koche, aber eben auch viel davon esse.

Außerdem bin ich Schokolade geradezu verfallen. Ein ganzes Paket Kinderschokolade? Kein Thema. Kinder Bueno? 😍😍 Schokokuchen? Nougat? Nüsse? Aaaaah! Alles bitte!

Wenn es Süßigkeiten Zuhause gibt, dann werden sie von mir verputzt. Es bleibt nicht bei einem Schokoriegel. Nein, es sind dann auch mal drei oder vier. Es bleibt auch nicht bei einem Stück Kuchen. Ich kann mich dann einfach nicht zügeln und nasche vor mich her. Klar hab ich später ein schlechtes Gewissen, aber das habe ich am nächsten Tag schon wieder auf Seite geschoben.

*nomnomnom*

„Morgen dann“ oder „Nächste Woche“, das war bisher immer meine Devise. „Wenn die Schoki alle ist, kauf ich keine mehr“, das sind genau dieselben Lügen, die ich mir immer wieder sagte, als ich damals mit dem Rauchen aufhören wollte. Immer wieder aufschieben. Darin bin ich Meisterin.

So kann man dem After Baby Body nicht auf die Pelle rücken.

WAS MACHE ICH NUN ALSO?

– Zunächst habe ich das Buch „Fettlogik überwinden“ gelesen, was mir einen ordentlichen Tritt in den Hintern verpasst hat. Denn Übergewicht ist ungesund! Egal wie stark oder leicht es ausfallen mag. Es schadet mir und das möchte ich nicht.

– Ich habe versucht auf Schokolade zu verzichten, was aber nicht klappte. Wie gesagt, ist sie da, wird sie gegessen. Also habe ich sämtliche Schokolade in einen Beutel geschmissen und meinem Mann gegeben. Außerdem hab ich neulich Eierkartons mit Simons angemalt, einer davon wird nun jeden Sonntag von meinem Mann aufgefüllt mit Schoki für die Woche. Hab ich sie verputzt, hab ich Pech gehabt. Es mag lächerlich klingen, aber anders bekomme ich das nicht hin. Stephan ist nun mein Schokiverwalter. 😉

Sooooo viel Süßes!
Der Großteil gehört den Kindern.

– Recht gesund koche ich schon immer, aber das Gemüse auf dem Speiseplan hat nochmal einen höheren Stellenwert bekommen. Ich esse nun mehr davon und zB weniger Nudeln. Allgemein kommen nun wieder vermehrt Vollkorn-Nudeln, Naturreis und große Portionen Gemüse auf den Tisch.

– Ich wiege mein Essen und zähle somit meine Kalorien. Dafür habe ich eine App, mit der ich es schon geschafft habe mein Gewicht zu halten, denn ich möchte partout vermeiden, dass meine schöne Kurve ins rote abrutscht.

– Durch das Abwiegen esse ich nun kleinere Portionen. Unglaublich wie schnell man auf zB auf 500g kommt. Das hat mich echt geschockt. Ebenso die Tatsache, dass ich ganz häufig Kalorien unterschätzt habe (von zB Brezel).

– Ich trinke ganz bewusst viel Wasser. Mindestens 2,5 Liter am Tag. Nach kurzer Zeit habe ich schon Verbesserung an Haut und Haaren gesehen. Richtig cool. Cola und sowas gibt es nur noch in Ausnahmesituationen. Es soll was besonderes bleiben.

– 6.000 Schritte am Tag zu sammeln ist bisher mein Ziel. Auf lange Sicht sollen es 10.000 werden. Das ist für mich im Winter schwerer, als noch im Sommer. Habe ich am Abend meine Schritte noch nicht erreicht, lege ich eine extra Runde ein.

– Generell mehr Sport. Alwin ist seit ein paar Wochen komplett abgestillt und ich bin wieder flexibler. Leider hab ich noch nicht richtig was für mich gefunden, was sich vereinbaren lässt. Aber es wird wohl auf regelmäßig Schwimmen oder (UND!) Zumba rauslaufen, denn das fehlt mir arg.

– Jeden Tag mache ich wieder für zwanzig Minuten Pilates odee Krafttraining. Gut für den Beckenboden, die Figur und das Gemüt!

MEINE ZIELE

Ich bin 1.72cm groß und wiege ab Start meiner Umstellung 83,5kg. Mein BMI liegt somit bei aktuell 28.2 und das ist eindeutig zu viel. Ziele stecke ich mir immer wieder kleine, denn dann ist meine (!) Motivation höher, weil ich rasch Ergebnisse sehe. Bis Anfang Juni möchte auf 75kg kommen. Ergo 8,5kg in 6 Monaten. Weil ich schon bei 74kg war, weiß ich, dass das für mich realistisch ist.

Wie gesagt geht es mir nicht darum eine bestimmte Kleidergröße zu erreichen. Ich möchte fitter werden und mich gesünder ernähren. Und das bis an mein Lebensende und nicht „mal eben“, nur weil ich gerade Bock auf eine Diät habe.

Es hat „Klick“ gemacht in meinem Kopf und ich möchte ein gutes Vorbild für meine Kinder sein. So wie meine Schwiegergroßeltern gute Vorbilder für mich sind.

Habt ihr Lust auf Updates bezüglich meines After Baby Bodys oder interessiert euch das nicht? Habt ihr vielleicht noch Tipps? Rezepte? Ich tausche mich gerne aus.

Sonnige Grüße.

9 Gedanken zu „After Baby Body – Oder: Ich war auch vorher ein Schwabbel

  1. Als ich gerade deinen Beitrag gelesen habe dachte ich sofort: Hey das bin ja ich und zwar eins zu eins! Alles was du schreibst trifft auch auf mich zu! Mein größter Wunsch ist endlich wieder wohl fühlen im eigenen Körper. Endlich fit und vital sein. Aber ich tu mich auch so schwer. Ich ernähre mich auch eigentlich sehr gesund aber mein Problem ist auch die Schokolade. Ich bin Süchtig und schaff es nicht auf zu hören. Deine Vorgehensweise zum Entzug klingt gut und ich würde gerne laut HIER schreien! Ich mache mit!

    • Ich finde es erstaunlich wie viele Gleichgesinnte es doch gibt und irgendwie beruhigt mich das auch ein bisschen. Bisher fand ich mich doch arg merkwürdig mit meiner Schokosucht. Aber wir sind viele und können was dagegen machen. 🙂

  2. Ich finde es total interessant, mehr über deinen (Abnehm-)Weg zu erfahren, also halte uns bitte auf dem Laufenden. Ich drücke dir die Daumen, dass du dein Ziel erreichst, aber das denke ich schon, denn in deiner Auflistung lässt sich schon ein Umdenken erkennen. Wer weiß, was drin ist, manchmal sogar mehr, ich spreche aus Erfahrung. (Ich habe nach der +30kg-Schwangerschaft 29kg wieder abgenommen und habe mir nun sogar ein neues Ziel gesetzt.) Ganz viel Erfolg wünsche ich dir!

    • Ui, das klingt ja klasse! Und seht motivierend zugleich. Hut ab vor deiner Leistung.

      Ich hatte in beiden Schwangerschaften jeweils 15kg zugenommen. Beim ersten Kind war das sehr schnell weg. Beim zweiten leider nicht. Meine Schokosucht ist auch in der zweiten Stillzeit immens gewachsen.

      Nun bekomme ich das aber hin! 🙂

  3. Falls es dich tröstet: Auch mit 1,70 und 59 kg kämpfe ich mit dem „After-Baby-Body“. Eine Schwangerschaft hinterlässt nun einmal ihre Spuren, bei manchen mehr, bei manchen weniger.

    Wichtig ist, dass wir uns wohl fühlen in unserem Körper UND in unserem Leben. Es ist niemandem geholfen, wenn du all deine Energie auf deinen Körper verwendest und dadurch unglücklich bist. So sehe ich das.

    Ich wünsche dir trotzdem, dass du es schaffst!

    Viele Grüße,
    Johanna

    • Genau darum geht es mir; Wieder fit zu sein. Weniger um den überschüssigen Fettanteil am Bauch oder die Streifen (die hatte ich zB vorher schon und es kamen auch nicht immens viele hinzu). Ich möchte mich nur nicht ausruhen auf meinen „Schwangerschaftspfunden“, weißt du was ich meine?

      Danke für deine lieben Worte. 🙂

  4. Viel Glück und vor allem viel Erfolg! Mir geht es ähnlich wie dir. Nur dass ich es nach drei Kindern ganz gut geschafft habe, wieder in Form zu kommen. Nun, dann haben wir ein Haus gebaut und ich hatte ein Jahr sehr viel Stress – und 8 kg mehr! Der Hausbau war wie eine vierte Schwangerschaft 🙁 Jetzt habe ich eine Personal Trainerin, die mit mir 1x/Woche Krafttraining macht, dazu gehe ich zum Power-Yoga und jeden Tag 3-5 km mit dem Hund walken. Im September noch eine kleine Diät und mittlerweile sind 5 kg weg. Noch wichtiger: Walken ist auch wahrer Stressabbau, ich fühle mich also wieder insgesamt viel besser. Nun gönne ich mir ein bisschen Advents-Leckereien, bleibe sportlich dran und nächstes Jahr gehe ich gezielt noch mal die letzten 3 kg an. Bin schon gespannt, wie es dir gehen wird! Ich drücke die Daumen.

    • Dass Sport mit Stressabbau verbunden ist, habe ich auch bereits gemerkt. Ich bin ja mit meinen beiden Kleinen den ganzen Tag Zuhause und manchmal auch etwas überfordert und gereizt am Abend. Da kommt mir das auspowern richtig zu Gute.
      Mit den Kindern drehe ich auch jeden Tag meine Runden. Der Große ist, dem Himmel sei Dank, sehr gut zu Fuß unterwegs und der Kleine halt noch im Wagen. Da kommt einiges zusammen. 🙂

      Danke für deine Worte und in Zukunft auch alles Gute für dich.

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