Blogparade: Wie kann ich meinen Kindern gerecht werden?

Wie kann ich meinen Kindern gerecht werden? Diese Frage stellt Mamaskind bei ihrer Blogparade. Sie hat gerade ihr drittes Kind bekommen und sortiert noch den Alltag. Bei uns ist es mittlerweile eingespielt.
Na ja, meistens.

Wie kann ich meinen Kindern gerecht werden?


ALLER ANFANG IST IMMENS SCHWER

Ich habe über die miese Schwangerschaft und die schlimme Geburt vom zweiten Kind berichtet. Außerdem über die sehr schwere Zeit, in der Simon sich an das Baby gewöhnen musste. Es dauerte sechs Monate, bis das Eis endlich gebrochen war und das war auch der Moment, in dem es hier allgemein besser wurde.

Die erste Zeit war ich nur hin und hergerissen. Alwin hatte natürlich nicht gleich von Anfang an einen Rhythmus, sondern musste sich hier einleben. Das Ankommen in unserer chaotischen Welt, wollte ich ihm so angenehm wie möglich machen und war deshalb so gut es ging für ihn da. Er hatte absolute Priorität. Das hat alles prima geklappt, solange meine Eltern hier waren. Sie hatten sich eine Woche vor und eine Woche nach dem Entbindungstermin Urlaub genommen und weil Alwin pünktlich kam, konnten sie viel mit Simon unternehmen. So gingen sie schwimmen, Eis essen, spazieren oder auf den Spielplatz. Auch in der Zeit, in der der Mann zu Hause war, lief es prima. Er kümmerte sich um Simon, das Baby und mich.

Doch dann kam der Alltag. Meine Eltern mussten wieder zurück und der Mann ging nach knapp einem Monat wieder auf die Arbeit. Nun war ich mit den beiden alleine. Ich zerriss mich geradezu. Wenn Alwin schlief (was er zum Glück viel tat), nutzte ich die Zeit mit Simon. Gemeinsam kochen. Lesen. Spielen. Doch sobald das Baby wach wurde und ich mit stillen beschäftigt war, wurde der Große traurig. Er kam nie zu mir, wenn ich Alwin auf dem Arm hatte. Er berührte ihn niemals und das Weinen von seinem Bruder konnte er nicht ertragen. Er sagte mir immer, dass Mama keinen Platz mehr für ihn habe.
Es war furchtbar.

ES MUSSTE SICH ETWAS ÄNDERN

Nach fünf Monaten ständigen hin und her springen zwischen den Kindern und keiner Besserung in Sicht, merkte ich, wie ich immer ungehaltener wurde. Meine Geduld, Fürsorge und „pädagogisches Geschick“, für welches mir so oft gelobt werde, ging Tag für Tag mehr flöten. Ich wurde immer ungeduldiger, manchmal unfair und gemein zu dem Großen und fing an ihn anzuschreien. Ich hass(t)e es. Schon seit jeher hasse ich es, wenn Kinder angeschrien werden. Nie wollte ich so sein und deshalb musste sich einfach etwas verändern.

Es gab also lange Gespräche mit dem Mann und wir kamen zu dem Entschluss, dass er mehr von zu Hause aus arbeitet. Natürlich muss er auch hier etwas schaffen und braucht seine Ruhe, aber er ist als Backup hier und kann einspringen. Das war und ist sehr beruhigend und wichtig für mich.

Jetzt, wo Alwin nicht mehr ganz so abhängig ist von mir, kann der Mann auch mal längere Zeit mit ihm unterwegs sein. Am Wochenende nimmt er sich ein oder beide Kinder und ist für Stunden mit ihnen weg. Dann kann ich Kraft tanken und mich erholen. Oder wir machen gemeinsame Ausflüge, wobei der Mann sich dann zum Großteil um die beiden kümmert.

Wir schaffen uns gegenseitig Exklusivzeiten. Ist der Mann mit Simon unterwegs, haben die beiden ihr Vater-Sohn Ding, während ich vollkommen ungestört mit dem Baby spielen kann. Geht der Mann mit Alwin eine Runde raus, können Simon und ich nach Herzenslust toben, ohne unterbrochen zu werden. Sind die Kinder im Bett, kann der Mann für einige Stunden sein Studium fortsetzen und ich meinen Sport machen. Gemeinsame Zeit haben wir dann immer noch, denn die beiden Rabauken schlafen dieser Tage schnell und früh ein.

Was mir außerdem noch immens hilft; Das gute Wetter. Keiner meiner Kinder geht (bisher) in eine Einrichtung. Deshalb können wir uns den Tag nach Lust und Laune gestalten. Nach nun mehr neun Monaten weiß ich wann Alwin was verlangt und kann das super in den Tagesablauf einbinden. Jetzt, wo von früh bis spät die Sonne scheint, kann Simon sich draußen austoben. Alwin kann in Ruhe schlafen oder auf der Wiese rumkrabbeln und ich kann einen Schwatz mit den Leuten draußen halten.

FAZIT

Mein Fazit ist ganz klar; Beide Elternteile müssen schauen was sie bereit sind zu geben. Gerade dann, wenn man Oma und Opa nicht in der Nähe hat.

Eines ist ganz wichtig; Man darf sich zu keinem Zeitpunkt selber vergessen. Weder als Mutter, noch als Vater. Die Kinder stehen nicht über allem! Es ist ok, wenn sie mal warten müssen. Es ist ok, wenn man duschen möchte ohne Kinder und es ist sicherlich keine Schande, wenn man froh darüber ist, wenn die Kinder mal eine Weile ausgeflogen sind.

Jeder hat Bedürfnisse. Sowohl ein Baby, als auch eine erwachsene Frau und niemand muss sich bedingungslos aufopfern. Niemand muss alles alleine auf die Reihe bekommen und es ist ok wenn mal was liegen bleibt.

Wenn man das verinnerlicht hat, dann wird der Alltag ganz schnell weniger stressig und das Gerecht werden, findet sich (fast) von selber.

Natürlich ist das kein Geheimrezept und wir sind sicherlich keine Familie die täglich durch das Leben springt, sich an den Händen hält und fröhlich singt. Doch würde ich sagen, dass man mit der Zeit einfach in diese Elternrolle schlüpft und das Kind (die Kinder) schon schaukelt!

Sonnige Grüße.

Ein Gedanke zu „Blogparade: Wie kann ich meinen Kindern gerecht werden?

  1. Liebe Shy,
    ich finde es toll, wie ihr das gelöst habt. Der erste Schritt ist schwierig: erkennen, wie man es besser machen kann.
    Mein Mann arbeitet nun auch bis spät abends und es hilft mir sehr, wenn er vorher den Kleinen abholt, kurz für uns da ist und dann im Homeoffice weiter macht. Obwohl es für ihn stressiger ist. <3
    Wie bei euch auch. Es ist so viel wert, wenn man sich entgegenkommt und nicht auf dem "Ich gehe arbeiten, mach du das Prinzip" rumhackt. 🙂
    Liebe Grüße
    Sarah

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