Buchtipp: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn

Ich habe mal wieder einen Buchtipp für euch. Dieses Mal handelt es sich um das Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“ von Danielle Graf und Katja Seide.

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Der entspannte Weg durch Trotzphasen.


DER ENTSPANNTE WEG DURCH TROTZPHASEN

Der Untertitel des Buches lautet „Der entspannte Weg durch Trotzphasen“ Aha?! Sowas gibt es? Nun, offenbar schon, denn das Buch wurde in meiner Twitter-timeline geradezu vergöttert!
Als Mutter eines 2,5 Jährigen und eines vier Monate alten Babys, kam mir diese Lektüre gerade recht.

Ich begann sehr skeptisch, wie so häufig bei Ratgebern, wurde aber schnell eines besseren belehrt. Für das Buch brauchte ich etwas länger. Nicht weil es schlecht geschrieben ist (im Gegenteil!), sondern weil ich das Geschriebene wirklich verinnerlichen und verstehen wollte. Manche Kapitel habe ich sogar zweimal gelesen.

BEISPIELE DIE JEDER KENNT 

„Meine Tochter Miriam ist gerade ein Jahr alt geworden. Sie hat eine wirklich anstrengende Angewohnheit. Immer wenn ihr irgendetwas aus Versehen zerbricht – Ein Keks oder eine Banane -, dann rastet sie völlig aus. […]“

(Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Seite 78)

Das Buch bedient sich vieler Anekdoten aus verschiedenen Situationen. Es geht um Babys, Kleinkinder, vermeintliche Trotzkinder und deren Eltern. Gerade bei den Müttern und Vätern die von ihren Zwei- bis Dreijährigen berichteten, saß ich oft nickend da und dachte mir „Na mal sehen wie das Buch DA helfen will.“ Und dann? BUMS! Manchmal merkte ich richtig wie es KLICK in meinem Kopf machte und ich mir dachte „Ja, das klingt logisch. Wieso bin ich da nicht selber drauf gekommen?“

Es wird einem der Spiegel vorgehalten, ohne dabei den mahnenden Zeigefinger zu heben. Denn auch die Autoren beschreiben hin und wieder, wie sie in früheren Situationen reagiert haben oder heute teilweise noch an sich arbeiten.

„[…] Ich machte mir bewusst, dass Kooperation immer von beiden Seiten ausgehen muss, und ließ ihnen ihren Willen.“

(Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Seite 241)

Das Buch möchte also nicht die Eltern als das Böse dastehen lassen, sondern ihnen lediglich unter die Arme greifen und zu verstehen geben, weshalb Kinder in gewissen Situationen eben trotzig reagieren. Es zeigt den Kooperationswillen unserer lieben Kleinen und macht darauf aufmerksam, wie selbstverständlich alles für uns ist und wie selten wir mitbekommen wie oft uns die Kinder eigentlich entgegen kommen.
Ja, auch ein Zweijähriger!

ES UNTERSTREICHT MEINE PHILOSOPHIE 

Immer und immer wieder habe ich dem Mann Passagen aus dem Buch vorgelesen und auch er wird es alsbald lesen.
Oft bekam ich zu hören „Wir machen es doch eh schon so“. Nicht in jeder einzelnen Situation, aber oft handeln wir tatsächlich so, wie es das Buch beschreibt. Damit möchte ich mich jetzt nicht als tollste Mutter der Welt hinstellen, aber ich muss zugeben dass es sehr gut tat, zu lesen, dass man auf einem offenbar richtigen Weg ist (denn nicht gerade selten habe ich Zweifel daran). Somit dient das Buch als Unterstützung und ein Stückweit auch als Bestätigung für mich.

Dennoch habe ich viel mitgenommen und Neues gelernt. Dinge, die ich mir für die Zukunft hinter die Ohren schreiben werde und Dinge, die ich bei meinem zweiten Kind anders machen würde, als bei meinem Erstgeborenen.

„Jeder Wutanfall bringt unsere Kinder ein Stück weiter.“

(Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Seite 269)

FAZIT

Für mich ist dieses Buch die absolute Erleuchtung und das nicht zuletzt weil es einen in die Köpfe von Kindern gucken lässt.

„Hat ein Kleinkind ein Stresserlebnis, wenn zum Beispiel ein Erwachsener etwas verbietet, übernimmt das emotionale Gehirn die Führung und blockiert das vernünftige, geduldige Gehirn weitestgehend in seiner Funktion. Das Kind wird von seinen Emotionen überwältigt – es wütet.“

(Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Seite 25)

Es erklärt, pflichtet bei, gibt Hilfestellung und lässt in meinen Augen keine Fragen offen.

Und auch wenn ich mich selbst als geduldige, entspannte und verständnisvolle Mutter sehe, hat mir das Buch geholfen noch entspannter durch die Trotz- oder Autonomiephasen zu kommen.

So habe ich einige Tipps neulich in der Krabbelgruppe berücksichtigt und habe Simon früh genug Bescheid gegeben, dass wir bald nach Hause gehen. Er spielte noch mit seinen Autos, ehe er plötzlich ganz von selbst das Spielzeug in den Keller brachte und mit seinen Schuhen in der Hand zurückgekommen ist. Ich war total von den Socken! Auch auf dem Weg nach Hause, habe ich immer wieder Halt gemacht, damit er noch etwas im Schnee spielen konnte. Ohne auch nur einmal zu meckern oder in eine andere Richtung abzudriften, kamen wir oben in der Wohnung an. Er zog sich aus, wusch sich die Hände und bereitete Mittagessen mit mir zu. Wir hatten einen absolut entspannten Tag!

Natürlich ist das Buch kein Allheilmittel und das möchte es auch gar nicht sein.
Ich werde dennoch Tage haben, an denen ich nicht ganz so gut drauf bin, an denen die Kinder unausgeschlafen sind oder an denen wir uns einfach gegenseitig auf den Keks gehen. ABER das Buch gibt einem sehr viel Hilfestellung im Alltag und lässt einen positiv nach vorne blicken. Es lässt einen buchstäblich in die Köpfe unserer Kinder schauen.

DANKE!

Sonnige Grüße.

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