Die Angst vor einer dritten Schwangerschaft

Leute, Leute! Die ganzen letzten Tage bin ich davon ausgegangen eventuell zum dritten Mal schwanger zu sein. Alle möglichen Anzeichen standen dafür und obwohl ich mir ein drittes Kind wünsche, hatte ich furchtbare Angst.

Die Angst war groß, bis zum negativen Schwangerschaftstest.

Die Angst war groß, bis zum negativen Schwangerschaftstest.

 

ALLE ANZEICHEN AUF POSITIV

Obwohl mir eigentlich bewusst war, dass eine dritte Schwangerschaft nicht sein kann, gab es einige Anzeichen dafür. Und wer gibt einen schon eine 100%ige Garantie dass man nicht schwanger werden kann? Ein Restrisiko besteht schließlich bei allen Verhütungsmitteln.

Mein Haarausfall hatte sich gerade wieder gebessert, da kommen mir die kleinen Fussel nun Büschelweise entgegen. Wie bei den anderen beiden Schwangerschaften.

Seit 1,5 Wochen ist mir immer mal wieder übel. Über den ganzen Tag verteilt, besonders aber am Morgen und Nachmittag. Wie bei den anderen beiden Schwangerschaften.

Ich esse kaum noch etwas, weil ich selten Appetit habe. Besonders das Frühstück muss ich mir fast runterwürgen. Wie bei den anderen beiden Schwangerschaften.

Ständig fühle ich mich schlapp und müde, obwohl ich Nachts sehr gut schlafen kann und es hin und wieder sogar Mittagsschlaf gibt. Wie bei den anderen beiden Schwangerschaften.

Andauernd habe ich schlechte Laune. Ich raunze die Kinder an, kann Gemecker kaum ertragen und meine Nerven liegen sehr schnell blank. Ich habe kaum lust vor die Tür zu gehen und auch mein Kreislauf macht in letzter Zeit selten mit. Wie bei den anderen beiden Schwangerschaften.

ANGST VOR EINER WEITEREN SCHWANGERSCHAFT UND GEBURT

Als ich meinem Mann von all den Dingen berichtete, war er erstaunlich ruhig, ich würde sogar fast sagen dass er sich etwas freute. Dabei war ich immer diejenige die über ein drittes Kind sprach. Er hingegen ist mit zwei zufrieden.

„Wenn du wirklich schwanger sein solltest, dann hat sich das Kind das mehr als verdient.“

Ja, sicherlich. Damit mag er gar nicht mal so Unrecht gehabt haben. Aber ich merkte doch wie jedes mal Angst in mir hochkam wenn ich darüber nachdachte. Immer wieder hatte ich die Bilder vor Augen, wie ich in der letzten Schwangerschaft kaum kriechen konnte vor Schmerzen und dann noch die Geburt, die mir nach wie vor mehr zusetzt, als ich es eingestehen wollte.

„Außerdem wolltest du doch immer drei Kinder.“

„Ja, aber ich will das dritte nicht selber bekommen.“

Mein Mann und ich haben uns schon ernsthaft über das Thema Adoption unterhalten. Bevor ich den Verdacht der Schwangerschaft hatte. Denn ja, nach wie vor wünsche ich mir ein drittes Kind. Irgendwann. Und selbst in einigen Jahren, weiß ich nicht ob ich die Kraft dazu habe, das alles nochmal zu erleben.

„Dann hast du Angst vor einer Schwangerschaft und der Geburt? Nicht vor einem dritten Kind an sich?“

Exakt! Genau das trifft es nämlich auf den Punkt. Meinetwegen können hier auch fünf Kinder rumspringen, nur möchte ich sie nicht selber auf die Welt bringen.
Nicht jetzt.
Vielleicht nie.

DER SCHWANGERSCHAFTSTEST

Ich wollte keinen Test machen. Ich wollte das alles nur verdrängen (als ob das möglich wäre…) doch diese Ungewissheit machte mich Wahnsinnig. Ehrlich gesagt hoffte ich sehr darauf, dass der Test negativ ist und ich mir nur eine leichte Magen-Darm-Grippe zugezogen habe. Dass die ganzen merkwürdigen Anzeichen nur etwas mit der Stillzeit zutun haben und dass ich bitte, bitte einfach nur krank werde!

Am Montag kaufte ich den Schwangerschaftstest um diesen am Dienstag früh zu machen. Jedes mal wenn ich in’s Badezimmer ging und das Teil da hab liegen sehen, wurde mir schlagartig schlecht und ich bekam Bauchschmerzen. Den ganzen Tag versuchte ich mich abzulenken und verdrängte was da kommen könnte.

Am Dienstag Morgen sagte mein Mann mir dass er die ganze Nacht nicht geschlafen habe. Nicht nur dass er 24h Dienst hat und ständig das Gefühl hat, das Handy würde gleich bimmeln, nein, er machte sich vor allem über das vermeintlich dritte Kind Gedanken.

„Ein Zimmer im Haus ist ja noch übrig. Wir brauchen dann nur ein neues Auto oder einen Zweitwagen. Oder du fährst mit den beiden Kleinen immer im Auto und Simon und ich kommen mit dem Zug hinterher.
Vielleicht haben wir die Mädchensachen doch nicht umsonst gekauft?
Stillst du dann eigentlich zwei Babys? Geht das?
Die Frage ist nur wie wir das machen, wenn wir jemanden besuchen. Aufteilen oder gleich alle in’s Hotel?
Ich werde keinen Platz mehr im Bett haben. Aber Simon und ich können dann auch auf dem Sofa schlafen.“ […]

Ich habe diesen Mann noch nie so sehr geliebt wie zu diesem Zeitpunkt!

Und all die Dinge klangen verrückt, lustig, anstrengend, aber vor allem machbar! Für einen kurzen Moment verflog meine Angst und ich ging den Test machen.

Ich schaute auf das aufblinkende Symbol. Eine Sanduhr. Und es dauerte so unfassbar lange bis das Ergebnis da stand. Ich putzte mir nebenbei die Zähne und starrte auf den Test.
Dann standen da endlich die zwei Worte „Nicht schwanger„. Ich rannte aus dem Bad und umarmte meinen Mann „Nicht!! Nicht schwanger! Gott sei Dank!!“ der Mann lachte und freute sich ebenfalls. „Wir freuen uns mehr als bei den positiven Tests.“ „Den rahmen wir ein!“ scherzten wir.
Mir fiel wirklich ein Stein vom Herzen.

Hachz! 
Ja, tatsächlich war und bin ich unfassbar erleichtert über das Ergebnis. Und kann jetzt schon wieder Witze darüber machen. Dennoch ist mir dadurch bewusst geworden, dass es noch lange dauern wird, bis ich die Geburt von Alwin verarbeitet und meine Angst auf Seite gelegt habe.

Immerhin weiß ich aber nun dass der Mann doch nicht ganz so abgeneigt einem dritten Kind gegenüber wäre! 😉

Sonnige Grüße.

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