Die Smartphone-Mutti

Jeder von uns kennt doch diese Smartphone-Mutti oder? Eine die STÄNDIG an dem Teil hängt und offenbar mega viele Nachrichten und Emails zu beantworten hat. Vielleicht twittert sie auch nur oder setzt Bilder ihrer schaukelnden Kinder auf Facebook.

Mo von 2kindchaos hat vor einigen Tagen einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben. Über sich selbst. Und ich war etwas erschrocken. Nicht über sie, sondern über mich. Denn irgendwie fand ich mich wieder.

Typisch Smartphone-Mutti. Immer das Handy in der Hand

Typisch Smartphone-Mutti. Immer das Handy in der Hand.


DAS SMARTPHONE STÄNDIG PARAT

Ich wollte nie zu diesen Muttis gehören, die mit ihren Kindern immer nur nebenbei spielen. Das fand ich immer ganz furchtbar. Man hat den Kindern angesehen, dass sie genervt sind, wenn Mama die halbe Zeit auf’s Display starrt, statt zu sehen wie toll sie klettern können.

Doch irgendwann schlich sich das Smartphone bei mir ein. Hier noch schnell etwas auf Twitter schreiben, dort die WhatsApp Nachricht lesen und außerdem möchte man ständig Fotos machen, also sollte das Handy griffbereit sein.

„Moment. Mama schreibt noch eben zu Ende.“
„Warte! Noch nicht essen. Ich will noch ein Bild machen.“ 

Diese und ähnliche Sätze gab es die letzten Wochen, wenn nicht sogar Monate ohne Ende.

Unbewusst. Wie gesagt, es hat sich eingeschlichen.

Doch dann kamen Momente die mich zum Grübeln brachten. Immer wenn mein Smartphone nicht in meiner Hand war, brachte mir mein Sohn es. „Mama Handy“ sagt er dann und gibt es mir, als gehöre es zu mir. Mein bald zwei jähriger Sohn, kennt mich fast nur mit dem Teil in der Hand. Sehr erschreckend.

Manchmal sitze ich auf dem Sofa und Simon bringt ein Buch vorbei. „Gucken Buch?“ fragt er dann ganz aufgeregt. Er zeigt dann auf das Smartphone und sagt „aus“. Ich vertröste ihn in 90% der Fälle mit dem oben genannten Beispiel „Ja. Moment.“ dann merke ich wie er quengelig wird „aaaauuuus“ brummt er. Und ich? Bin tatsächlich genervt davon! Weil ich eben etwas nicht zu Ende schreiben oder lesen konnte.

Ich bin also auch so eine Smartphone-Mutti geworden. Erschreckend.

BESSERUNG IST IN SICHT

Das Gute ist ja, dass es mir vor einiger Zeit selber aufgefallen ist und der Artikel von Mo mich nochmal was wach gerüttelt hat. Ich muss nicht IMMER SOFORT springen, wenn mein Kind etwas möchte, aber ich kann sehr wohl abwägen ob ich einen Text in den nächsten 5 Minuten oder 5 Stunden fertig schreiben möchte.

Denn lesen, schreiben, spielen, bei Freunden melden, das kann ich auch am Abend, oder wenn Simon sich etwas selber beschäftigt. Es muss nicht immer dann sein, wenn er Zeit mit Mama verbringen möchte.

Deshalb sind einige Dinge für mich nun feste Regeln:

– Beim Essen hat das Smartphone nichts in der Küche zu suchen. Ich fotografiere zwar nach wie vor gerne das Essen, aber danach verschwindet das Handy aus dem Raum.

– In der Nacht habe ich das Teil schon lange aus dem Schlafzimmer verbannt. Gehe ich schlafen, bleibt das Handy im Wohnzimmer und lädt über Nacht auf.

– Bilder werden allgemein wieder mehr mit der richtigen Kamera gemacht. Wozu haben wir das Teil sonst?

– Kein vertrösten mehr! Wenn Simon mit mir spielen mag, lege ich das Smartphone außer Reichweite. (Das fällt mir bisher noch am schwersten.)

ICH WILL KEINE SMARTPHONE-MUTTI (MEHR) SEIN

Jeder da draußen kann das handhaben wie er möchte, aber ich für mich habe beschlossen, dass ich nicht mehr zu der Kategorie Smartphone-Mutti gehören möchte. Das ist besser für mich und um Welten besser für mein Kind. Schade nur, dass es mir nicht schon viel früher bewusst geworden ist.

Sonnige Grüße.

11 Gedanken zu „Die Smartphone-Mutti

  1. Finde ich eine gute Entscheidung, dein Sohn freut sich bestimmt. Ich habe mich schon eine Weile gefragt, wie andere es schaffen, so viel zu twittern. Zwischendurch habe ich auch gemerkt, mehr am Tablet zu machen und immer dann wurde es hier stressiger: Mehr Gezicke seitens der Kinder, weil ich nir halb da war und von mir, weil ich so gerne mal wieder Pause hätte zwischendurch.

    • Ich denke doch dass es durchaus in Ordnung ist, wenn man zwischendurch mal eine Pause haben möchte und ein wenig Zeit für sich.
      Wie geschrieben; Wenn der Kleine sich selber beschäftigt, dann schaue ich auch auf das Smartphone und tippe etwas. Ich denke die Mischung machts. 🙂

  2. Ich versuche, dass ich nicht aufs Handy schaue, wenn mein Sohn zu Hause ist. Und wenn, dann in der Küche heimlich oder auf dem Klo. Natürlich klappt das nicht immer und den Spruch „Noch nicht essen. Ich will noch ein Foto machen“ sage ich auch manchmal und komme mir dabei echt dämlich vor. Aber wenn wir beispielsweise auf dem Spielplatz sind, nehme ich grundsätzlich nie ein Handy mit. Denn da möchte ich mich absolut auf den Sohnemann konzentrieren und Spaß haben.
    Lg Anke

    • Auf dem Spielplatz bin ich wieder voll dabei mit dem Handy, weil ich ständig Fotos machen möchte. Hach, wie schön er rutscht und schaukelt und spielt, usw…
      Allerdings habe ich da jetzt Twitter und Co nicht mehr aktiv. Das kann ich dann auch alles am Abend noch posten. 🙂

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  5. Erwischt… Wahre Worte, die Du da sprichst… Es ist wirklich erschreckend, wie viel wir davor hängen. Aber als Muttis sind wir oft und viel zu Hause (vor allem die Vollzeit Hausfrauen). Da will man schon irgendwie den Draht nach außen bewahren. Würden wir aber sozial verwildern, wenn wir nur ein paar mal am Tag aufs Handy schauen würden anstatt ständig? Ich glaube nicht.

    Darüber sollten wir mal nachdenken. Ich auch.

    • Also bei mir war das halt echt unbewusst. So richtig begriffen habe ich das erst als mein Sohn mir das Teil ständig hinterher schleppte.

      Und nein, ich schätze du hast recht. Man würde nicht sozial verwildern. Im Gegenteil, es tut sicherlich auch mal gut. 🙂

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