Drei Rabauken – Eine Mama

Ich melde mich nach einer Woche „alleine“ mit drei Kindern. Euch interessiert wie es gelaufen ist und ich kann schon mal spoilern: Viel besser als gedacht!

Mit drei Kindern alleine Zuhause – Es ist immer was los.

WAS SOLL SCHON PASSIEREN?

Was soll schon passieren? Mit diesem Gedanken wachte ich am Montag auf. Das Schlimmste was passieren kann, ist, dass wir fünf Minuten zu spät beim Abholen im Kindergarten sind. Ein Drama? Zugegeben für den Großen schon. Aber nur für den Moment und bei weitem kein Weltuntergang.

Und sonst? Vielleicht heulen mal alle drei gleichzeitig. Dann heißt es; Durchatmen und schauen wer am dringensten Hilfe braucht.
Es geht sicher keiner verloren oder rammt sich ein Küchenmesser ins Auge. (wobei…)

Also, ich ging tatsächlich relativ entspannt in den Tag und nahm einfach alles mit Humor. Ich dachte; Nur so kannst du überleben!

EIN TYPISCHER TAG

06:33 Uhr – Der Wecker klingelt. Während Simon und Alwin wach werden, schläft Florian weiter. Nach und nach oder alle zusammen wuseln wir durchs Badezimmer.

07:00 Uhr – Der Tisch ist bereits vom Vorabend gedeckt (gibt mir immer gutes Gefühl am Morgen). Wir werfen Toast in den Toaster, kochen Tee, schenken Milch ein. Irgendwie alle gemeinsam. Zwischendurch mache ich die Brotbox für den Kindergarten fertig. Rucksack und Matschsachen werden an die Haustür gehangen.

07:30 Uhr – Ich ziehe den Großen an bzw unterstütze ihn dabei (Ich kann das alleine, Mama!!)
Zwischendurch wird das Baby wach. Der Mann wickelt, zieht ihn um und bringt ihn runter.

07:45 Uhr – Mann und Simon verschwinden in den Kindergarten. Ich räume den Tisch ab. Danach wird gestillt und mit Alwin zusammen ein Buch angeschaut, ein Puzzle gemacht oder er spielt ein bisschen alleine.

08:15 Uhr – Ich gehe mit Florian und Alwin nach oben. Der Mittlere wird für den Tag angezogen und verschwindet dann ins Kinderzimmer. Das Baby liegt meistens zufrieden im Bett.
Ich kann mich nun auch fertig machen.

08:30 Uhr – Der Mann kommt nach Hause. Wir besprechen noch kurz den Tag. Wer geht einkaufen? Wann kommt er nach Hause? Was essen wir am Abend? Brauche ich noch Hilfe bei etwas?
Anschließend verschwindet er auf Arbeit.

Vormittag – Sofern sich Alwin weiter alleine beschäftigt und sich das Baby fröhlich glucksend im Bett/Laufstall/auf dem Sofa befindet, mache ich etwas im Haushalt. Waschmaschine an. Küche/Bad putzen. Saugen/fegen. Kram der liegen geblieben ist aufräumen.
Zwischendurch wird gestillt, getragen, getröstet, geholfen oder einfach mal mitgespielt. Dann liegt die Wäsche halt noch im Korb. Wen stört es?

Entspannter Vormittag.

MITTAGS

11:30 Uhr – Wenn wir noch einkaufen müssen, dann gehen Alwin, Florian und ich gegen halb 12 los. Baby ist im Kinderwagen, Alwin sitzt auf dem Board oder läuft.

11:45 Uhr – Entspanntes (!) einkaufen, da der Mittlere meistens auf dem Board sitzen bleibt und ich nur Kleinigkeiten brauche.

12:10 Uhr – In der Kita sind die Kinder sind zwar noch im Garten, aber ich nutze die Zeit gerne für ein Gespräch mit den Erziehern und um die Infotafel zu inhalieren! Ja, ich möchte immer wissen was die Kinder am Tag gemacht haben, was gebraucht wird und was geplant ist. Außerdem sammel ich schon Rucksack und Co ein.
Alwin freut sich immer, dass er in der Aula noch etwas spielen kann und Florian schläft fröhlich vor sich her.

12:30 Uhr – Wir verlassen den Kindergarten und müssen erst mal auf die Skaterbahn. Oft gibt es Diskussionen wer auf dem Board sitzen darf. Aber tatsächlich werden sich die beiden Großkinder oft selber einig oder ich rede gut zu, gebe Ideen vor.

13:15 Uhr – Wir kommen Zuhause an und essen eine Kleinigkeit. Brezel, Obst, Kuchen, Brot. Was gerade da ist.

Der Weg nach Hause dauert länger. Aber uns hetzt niemand.

DER NACHMITTAG

13:30 Uhr – Die zwei Großen dürfen sich was im Fernsehen aussuchen. Eine Folge Mickey Maus oder zwei Folgen Feuerwehrmann Sam. Ich versuche das immer zwischen 20 und 30 Minuten zu halten.
Was ich derweil mache? Ich gucke mit beziehungsweise nutze die Zeit für solche Beiträge, etwas social Media oder News lesen.
Baby schläft meistens.

14:00 Uhr – Florian wird wach und wir gehen hoch. Ich gehe ins Gästezimmer um in Ruhe zu Stillen, während die beiden Großen im Kinderzimmer spielen.
Ja, zusammen.
Ja, das klappt meistens prima.

14:30 Uhr – Wenn die beiden sich dann gegenseitig doch zu sehr nerven, gehen wir nach ganz oben. Dort ist die Lego Duplobahn aufgebaut.
Das Baby kommt ins Tuch, die Jungs streiten sich um die Schienen und ich kann Wäsche aufhängen/abhängen.

15:00/15:30 Uhr – Jetzt wird Florian meistens ungemütlich. Auch die Großen möchten nicht mehr unbedingt „alleine“ spielen. Ich versuche das Baby zum Schlafen zu bringen, aber das ist meistens schwer, denn entweder Simon ruft nach mir oder die beiden sind sehr laut oder Alwin weint. Er macht seit dieser Woche keinen Mittagsschlaf mehr und das macht sich dann und wann bemerkbar.
Entweder ich überbrücke die Zeit mit Weiteren Essen oder Musik. Letzteres sorgt meistens für gute Laune.
Wenn Florian schlafen sollte, mache ich mit den Jungs meine Rückbildung. Wir liegen alle im Kinderzimmer und machen Übungen.

Sollte keiner zur Ruhe kommen, geht es einfach nochmal vor die Tür. Das hilft (meistens).

16:00 Uhr – Der Papa kommt Heim! Entweder die beiden Großkinder belagern ihn gleich oder er hat etwas Zeit fürs Baby.

17:00/17:30 Uhr – Wer gerade Zeit hat, kümmert sich um das warme Abendessen.

18:00 Uhr – Abendbrot. Gemeinsam! Das ist mir so wichtig. Jeder erzählt was ihm am meisten Spaß gemacht hat und was doof gewesen ist.

18:30/19:00 Uhr – Der Mann bringt die Kinder in die Falle, während Florian nicht mehr abgelegt werden kann. Entweder ich sitze mit ihm dauerstillend auf dem Sofa oder tiger durchs Wohnzimmer.

20:00 Uhr – Der Mann erwacht von der Einschlafbegleitung. Wenn das Baby weint, übernimmt er. Ich kann duschen!
Wenn das Baby nicht weint, arbeitet der Mann noch seine restlichen Stunden vom Tag fertig.

22:00 Uhr – Bis dahin hat sich Florian meistens beruhigt. Schläft auch ohne mich eine Weile auf dem Sofa.
Der Mann hat seine Arbeit fertig und wir haben Zeit für uns.

Nach draußen gehen – Hilft meistens.

FAZIT

Ab Donnerstag merkte ich, dass es trotz des entspanntseins an den Kräften zerrt. Ich war kurz davor wieder wegen Kleinigkeiten zu meckern. Aber ich ging dann einfach in einen anderen Raum, atmete durch, machte Musik an.

Es lief echt gut in der Woche und das ist mein Nährboden. Wenn mir der Große beim Abendbrot nicht sagen kann, was ihn am meisten Spaß gemacht hat, weil er so viel Freude hatte und mir sagt „Ich freu mich dass du so fröhlich bist, Mama“, dann weiß ich, dass wir auf einem richtigen Weg sind.
Wenn ich sehe, dass Alwin ausgeglichener und Kompromissbereit ist, dann treibt mich genau das weiter an.

Es werden andere Tage kommen. Definitiv. Da wird das Baby im Wagen heulen, der Große hält es bis Zuhause nicht mehr aus und pinkelt sich ein und der Mittlere stürzt fies. Und dennoch sind es solche Tage, wie oben beschrieben, die häufiger sein werden und die ich mir vor Augen halten muss.
Natürlich ist es trotzdem anstrengend. Manchmal kann ich am Abend kaum noch die Augen auf halten. Denn exakt dann, wenn die Kinder ihre Augen schließen und friedlich schlafen, ist es ein bisschen Befreiung und der Tag fällt von mir ab. Ich merke die Müdigkeit, das kaputtsein. Aber wir schlafen alle zufrieden ein und nur das ist wichtig!

Sonnige Grüße.

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