Im Alltag überfordert (Update 1)

Es ist bereits gute zwei Monate her, da habe ich darüber geschrieben, dass ich im Alltag mit meinen zwei Kindern überfordert bin. Gespräche mit meinem Mann sollten Entlastung bringen. Wie geht es uns nun nach über zwei Monaten?

Bin ich noch überfordert?
Manchmal. Ein bisschen.

GESPRÄCHE SIND GUT!

Wenn man sich, wie ich, im Alltag überfordert fühlt, ist es wichtig mit seinem Partner darüber zu sprechen. Denn nur so kann einem gegebenenfalls geholfen werden. Bei mir war das nicht ganz so leicht, denn ich musste mir meine Überforderung erst mal selber eingestehen.

Wie in dem oben verlinkten Beitrag geschrieben, bekam ich irgendwann die Kurve und führte lange Gespräche mit meinem Mann. Er wollte mir Entlastung, in Form von seiner Unterstützung, geben. Meine Idee nach einem Babysitter oder einer Haushaltshilfe Ausschau zu halten, kam bei Stephan nicht gut an. Er kann sich einfach nicht vorstellen, jemanden zu bezahlen der hier sauber macht oder mal ein paar Stunden auf die Kinder aufpasst. Er würde dann die KiTa oder den Kindergarten bevorzugen. Das wiederum wollte ich nicht. Erst nächstes Jahr, wenn wir umgezogen sind und auch nicht unter drei Jahren.

Also blieben nur die Vorschläge, die der Mann machte und das versuchten wir umzusetzen.

WAS KLAPPTE UND WAS NICHT?

– Meine Idee, das Essen am Sonntag für die Woche vorzubereiten, hat genau zweimal geklappt. Und es war super! Ich liebe es zu kochen und kann dabei total entspannen. Stephan war derweil irgendwas mit den Kindern machen und ich konnte in der Küche wuseln. Allerdings schlief das relativ schnell ein. Durch Ausflüge, an denen ich teilhaben wollte, oder Besucher. Wir haben uns fest vorgenommen, dass das wieder aufgenommen werden muss.

Alternativ bereite ich einige Dinge am Vorabend vor. Zum Beispiel Kartoffeln schälen, Gemüse schnibbeln oder ähnliches.

Was mir auch immens hilft, sind Essen für zwei Tage kochen. Im Herbst gibt es bei uns oft Suppen und Eintöpfe, diese kann man gut zwei Tage essen.

– Ein bis zweimal in der Woche Kinderfreiezeit. Das hat super geklappt und mir immens viel Kraft gegeben. Ich war in der Stadt und saß einfach nur im Schlossgarten, um Leute zu beobachten oder lesend im Café. Ich war schwimmen oder Radfahren. Manchmal lümmelte ich in der Wanne oder auf dem Sofa, mit einem guten Buch oder YouTube.

Es klappte zwar, arbeitsbedingt, nicht jede Woche und schlief zwischendurch wieder ein, aber wir haben schnell die Kurve bekommen.

– Die Kinder mal alleine machen lassen. Auch das ist etwas, was sehr hilft. Aktuell zum Beispiel spielen beide für sich. Simon baut mit Lego und Alwin schiebt Autos durch die Gegend. Ich mische mich nicht ein. Ich muss nicht mitspielen und genieße meine Ruhe. So kann ich gerade diesen Beitrag verfassen.

Auch wenn wir draußen sind, hat sich einiges geändert. Das liegt zum einen daran, dass der Große nicht mehr ganz so an mir hängt und endlich auch mit anderen Kindern spielt. Alwin war schon immer jemand, der sich gut und alleine beschäftigen kann. Doch auch da kümmern sich die älteren Kinder aus der Siedlung gerne. Sie schaukeln ihn an, fahre ihn im Wagen umher oder gehen an der Hand ein paar Schritte mit ihm. Ich lasse das zu und kann mich mit Freunden und Bekannten unterhalten.

– Stephan übernimmt den Wocheneinkauf. Das klappt mal mehr, mal weniger. Meistens bin ich diejenige, die dann doch mit möchte.

– Abends warm zu essen klappte bisher gar nicht. Ich esse nach wie vor Mittags mit den Kindern und Abends gibt es dann für uns Brot, während der Mann sich das Essen aufwärmt. Find ich doof und muss dringend geändert werden.

WAS MACHT MEIN MANN IM HAUSHALT?

– Schon immer ist Stephan unsere Spülmaschine. Jeden Abend (oder morgen) spült er das Geschirr. (Nach dem Umzug haben wir dann eine Geschirrspülmaschine. Yeah!)

– Er macht zusammen mit Simon das Frühstück und zieht mindestens eines der Kinder an.

– Meistens bringt er den Müll raus und sorgt dafür, dass immer ein Kasten Wasser oben ist.

– Er übernimmt in den meisten Fällen (seit dem Gespräch) zusammen mit den Kindern den Großeinkauf.

– Die Wäsche ist bei uns, ich würde sagen 70/30 aufgeteilt. Meistens mache ich sie, aber am Wochenende auch gerne mal der Mann.

– Saugen ist fast die Lieblingsbeschäftigung von Stephan. Jedes Wochenende saugt er mindestens einmal. Ich etwa zweimal unter der Woche.

– Das Badezimmer ist auch fast in Männerhand. Toilette und Boden werden fast jedes Wochenende von ihm sauber gemacht.

Ich schätze, darüber kann ich mich nicht beschweren und das mache ich auch nicht! Ich bin sehr dankbar für seine immense Hilfe im Alltag. Wir sind da ziemlich gleich auf, würde ich meinen. Nicht, dass ich ihn dafür jetzt übermäßig feiern würde, aber ich kenne von Freunde und Familie weitaus andere Beispiele.

WAS WOLLEN WIR NOCH ÄNDERN?

Konkret hat Stephan gemeint, wir seien das damals falsch angegangen. Wir sollten uns einen Zweiwöchigen Plan machen. Jeder sagt was er alleine oder mit einem Kind machen möchte. Ebenso suchen wir uns aus, was wir gemeinsam machen wollen.

Bei mir stand zum Beispiel:

– Zusammen in die Stadt.

– Mit Simon schwimmen gehen.

– Mit Alwin Radfahren.

– Alleine schwimmen gehen.

Der Mann wollte ebenfalls wieder mehr mit dem Rad unterwegs sein und in die Stadt. Also sind wir ein Wochenende am Samstag gemeinsam in die Stadt und am Sonntag ging ich mit Simon schwimmen, während der Mann mit Alwin eine Runde auf dem Fahrrad drehte. So konnte jeder etwas von seiner Liste streichen und Gemeinsamkeiten gefunden werden.

Das mag sich für einige Lächerlich anhören, aber uns hat das sehr geholfen. Wünsche äußern und schauen was man verbinden und verwirklichen kann.

Generell hatten wir in den letzten zwei Monaten das Problem, dass sobald wir aus unserem Trott draußen waren, unsere Vorhaben einschliefen. So hatten wir zum Beispiel meinen 30. Geburtstag groß gefeiert und hatten einiges zu organisieren. Oder der Mann hat eine Woche lang 24h-Dienst. Oder er muss wieder ins Ausland. Nach solchen Besonderheiten im Alltag, müssen wir uns erst mal wieder zusammensetzen und schauen dass wir wieder mehr aufeinander zugehen.

WIE GEHT ES MIR NUN?

Ich muss sagen, dass ich wieder etwas mehr „die Alte“ geworden bin. Die geduldige Mama. Natürlich nicht immer. Nein. Es gibt immer noch die Tage, an denen in grundlos die Kinder anpflaume. Es gibt gibt Tage, an denen mich Mann und Jungs schnell zur Weißglut treiben können. Manchmal wünsche ich mir immer noch auszubrechen, aber diese Momente gab es vielleicht zwei, höchstens dreimal in den vergangenen zwei Monaten und nicht mehr mehrfach die Woche.

Nach über drei Jahren täglich mit mindestens einem Kind zusammen sein und mal ganz selten Zeit für sich zu haben, genieße ich diese Momente einfach. Nun kenne ich auch die andere Seite der Medaille und weiß, wie schön es sein kann, nach fünf, sechs Stunden seine Liebsten wieder in den Arm zu nehmen.

Allgemein achte ich übrigens wieder vermehrt auf meine Ernährung. Das bringt ebenfalls sehr viel. Seit ich wieder mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinke und nicht mehr so häufig zu Süßigkeiten greife, bin ich allgemein fitter. Dadurch dass Simon nun so gerne mit dem Laufrad fährt, sind wir auch allgemein wieder mehr spazieren. Bewegung und Ernährung sollten nicht unterschätzt werden und gehören ebenfalls zu einem ausgeglichenen Alltag.

Sonnige Grüße.

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