Keine Zeiten, keinen Druck

Wenn ich daran denke, was ich mir damals bei Simon für einen Stress gemacht habe, weil ich immer Zeiten einhalten wollte, kann ich heute nur den Kopf über mich schütteln.
Der Alltag mit Kind, sollte (in unserem Fall) nämlich nicht durch die Uhrzeit bestimmt werden.

Keine Zeiten, keinen Druck. Entspannt durch den Tag.

Keine Zeiten, keinen Druck. Entspannt durch den Tag.


KEINE FESTEN ZEITEN BITTE!

Mir wurde damals oft gesagt, dass Kinder einen Rhythmus brauchen. Routine im Alltag, die ihnen Sicherheit bietet. Etwas gewohntes. Dazu gehört natürlich auch das regelmäßige Essen und damit fängt man am besten schon in der Stillzeit an.

Ich habe schon mal über unsere erste Kinderärztin berichtet, die mir damals das Leben schwer machte und mich aufforderte Simon nur alle vier Stunden zu stillen.

Doch irgendwann bin ich aus dem Versuch alles nach Zeiten machen zu wollen ausgebrochen. Dadurch wurde mein Leben mit einem Kind viel entspannter!
Jetzt, mit zwei Kindern, weiß ich gar nicht wie ich alles unter einen Hut bekommen sollte, wenn ich feste Zeiten für alles hätte. Ich wäre wesentlich genervter, was dann wieder die Kinder abbekommen würden.

Ich bin natürlich in der glücklichen Situation, nicht arbeiten gehen zu müssen. Keiner der Kinder geht in den Kindergarten oder in sonstige Einrichtungen. Deshalb kann ich mir den Tag machen wie er mir gefällt (fügen Sie bitte jetzt das Pippi Langstrumpf Lied in ihren Kopf ein).
Wir schlafen so lange wie wir wollen. Essen wenn wir hungrig sind und gehen raus wenn wir Lust darauf haben. Das ist super entspannt und hilft mir im Umgang mit meiner Ungeduld.

Klar, auch wir haben Termine, aber diese sind überschaubar und gut zu meistern.

DIE KINDER GESTALTEN DEN TAG

Oft richte ich mich nach meinen Kindern. Hat Alwin Hunger, nehme ich ihn an die Brust. Egal wann und egal wo. Ob im Bus, in der Stadt, bei Freunden, beim Einkaufen. Es findet sich immer eine ruhige Ecke, um das Bedürfnis des Babys zu stillen.

Genau so ist es bei Simon. Manchmal hat er um 12 Uhr Hunger, manchmal erst um 14 Uhr. Feste Zeiten gibt es nicht.
Sind wir gerade unterwegs und er bekommt Hunger, habe ich entweder was in der Tasche oder steuere den nächsten Bäcker an. Ich selber nehme mir ja auch etwas zu essen, sobald ich hungrig bin, wieso sollte ich also bei meinen Kindern eine Ausnahme machen?

Es gibt Tage, da möchte Simon gar nicht vor die Tür, oder aber am liebsten den ganzen Tag draußen sein. Ich versuche das nach Möglichkeit zu berücksichtigen und in den Alltag mit einzubauen. Natürlich geht das nicht immer, weil ich auch auf Alwin Rücksicht nehmen muss, aber ich finde es wichtig, dass nicht immer alles nach meiner Nase geht, sondern auch die Kinder zum Ausdruck bringen sollen wann sie etwas möchten und vor allem dann auch ernst genommen werden.

Einige empfinden das als „auf der Nase rumtanzen“, aber ich fühle mich schlichtweg besser, wenn ich die Bedürfnisse meiner Kinder für voll nehme und ihnen nachkomme.

OH DU SCHÖNE SCHLAFENSZEIT! 

Für viele ist es wichtig dass die Kinder zu bestimmen Uhrzeiten in’s Bett gehen. So war das für mich auch mal, weil ich dachte das gehört sich so. Aber dann fragte ich mich, wieso eigentlich? Immerhin bin ich auch nicht immer zur selben Zeit müde und gehe unterschiedlich zu Bett.

Dennoch gibt es für mich klare Grenzen; Wenn ich sehe und merke dass Simon hundemüde ist, aber einfach nicht in’s Bett möchte, gehe ich dennoch mit ihm. Wir schauen ein Buch oder erzählen noch etwas. Wichtig ist mir, dass er zur Ruhe kommt und nicht bis in die Puppen auf bleibt. Das Ganze geht auch ohne Geschrei und Gemecker von statten.

Als ich damals noch dachte, er müsse immer um 19 Uhr in den Federn liegen, war das anders. Gebrüll, Geheule und Verweigerung auf ganzer Linie. Das war anstrengend für mich und ganz sicher auch für Simon richtig ätzend! Im Nachhinein tut er mir richtig leid und auch ich hätte einiges an Nerven sparen können.

Auch wenn selbstbestimmtes Einschlafen nichts für mich ist, zumindest nicht in extremer Form, halte ich es für wichtig dass das Kind durchaus selber entscheiden kann, zu welchen Zeiten es in’s Bett gehen möchte, sofern es nicht mitten in der Nacht ist.
Auf Signale zu achten ist mir da extrem wichtig und seit dem wir das so handhaben, ist das Schlafritual wesentlich entspannter geworden und Simon findet viel besser in den Schlaf.

FAZIT

Natürlich ist mir klar, dass irgendwann mal Struktur her muss. Spätestens wenn es in den Kindergarten geht, passiert das automatisch. Solange wir aber keine Verpflichtungen haben und uns den Tag ganz alleine gestalten können, mache ich mir mit festen Zeiten keinen Druck mehr.

Wie läuft das bei euch Zuhause?

Sonnige Grüße.

8 Gedanken zu „Keine Zeiten, keinen Druck

  1. Ich sehe das genauso wie du. Als ich noch krampfhaft versucht habe mich an Zeiten zu halten, besonders beim Schlafen, gab es nur Geschrei und schlechte Laune von beiden Seiten. Mittlerweile fällt der Mittagsschlaf einfach weg und die abendliche Bettzeit richtet sich, zumindest am Wochenende, wenn es nicht in den Kindergarten geht, nach der Müdigkeit.
    Auch lasse ich das Kind entscheiden was wir wann machen, solange es das Wetter zulässt. Ich finde es wichtig, dass die kleinen auch Ausdrücken dürfen, wozu sie Lust haben.wir haben ja auch nicht immer Lust raus zu gehen etc
    Liebe Grüße

    • Das klingt auch sehr entspannt!

      Wie läuft es denn unter der Woche, wenn der Kindergarten ruft? Klappt das dann ohne Probleme mit dem Schlafenlegen?

  2. Naja meist nicht freiwillig, aber sie muss um 6.30 Uhr aufstehen, da ist es mir wichtig, dass sie ausgeschlafen in den Kindergarten kommt und dann schläft sie auch immer rasch ein.

    • Ah ok. Klar, wenn Termine anstehen, dann geht es ja nicht anders. Da kann man schließlich nicht wer weiß wie lange wach bleiben. Kennt man ja von sich selber.

  3. Selbst mit KiTa kann es sehr entspannt laufen – Bringen bis 9 Uhr ist in der Regel gut machbar. Erst wenn man wegen Beruf zu einer gewissen Zeit zuhause los muss wirds kompliziert 😉

    • Mhm, das denke ich mir. Wer um 8 Uhr auf Arbeit sein muss und dementsprechend das Kind früh in die KiTa bringen muss, hat bestimmt ordentlich zu tun.

  4. Oh ja allerdings. Ich fahre 1 Stunde zur Arbeit also muss Mini um 7.30 Uhr in die Kita. Als ich noch frei hatte war das mit der Kita kein Problem, da konnte sie auch „ausschlafen“

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