Liebes Tagebuch – Einmal durchdrehen bitte! (Tag 7)

Wir schreiben das Jahr 2019. Der März ist gerade angebrochen. Der Elfte des Monats (Montag) und mein Mann machte sich auf in die Ferne.
So blieb ich Daheim mit dem Vierjährigen, dem Zweijährigen und dem Baby.

Tag 7 – Ein scheiß Tag.

  • Tag 7 –

Liebes Tagebuch,

diese Nacht war doch mal wieder richtig schön erholsam. Die beiden Großkinder haben sich nicht gemuckst und ich kann mich nicht mal erinnern, dass das Baby getrunken hat.
Ich war um 6 Uhr putzmunter, während ich die Mäuse um kurz vor sieben wecken musste.

Während wir beim Frühstück saßen, gab es wieder ein Telefonat mit dem Papa. Anschließend wurden alle fertig gemacht.
Leider musste ich Florian wecken, was ihm absolut nicht passte.

Auch wenn sich in mir alles wehrte, fuhren wir mit dem Auto zum Kindergarten.
Der Wind war noch recht stark. Regen, Hagel und Schnee wechselten sich ab.

Ich merkte Simon im Kindergarten an, dass er eigentlich nicht möchte. Er schleppte sich aus dem Auto und schlurfte zur Tür rein.
Schuhe, Jacke und Co konnte er nicht selber ausziehen.
Huch! Wo ist die Eigenständigkeit von letzter Woche hin?
Während Florian brüllte wie am Spieß, wollte Simon erst nicht in den Gruppenraum. „Noch elf Küsse!“
Die bekam er natürlich und verschwand dann.
Am Fenster winkte er zwar, aber so richtig fröhlich wirkte er nicht.
Ich verschwand schnell mit den anderen beiden und lenkte mich ab, in dem wir noch einkaufen fuhren.
Leider brüllte Florian immer noch. Deshalb verlegte ich weitere Pläne und wir fuhren nach Hause.

Nach dem Stillen war das Baby dann ganz zufrieden und erfreute sich daran am Boden zu liegen und aus dem Fenster zu gucken.
Alwin und ich bereiteten das Mittagessen vor. Ich schälte Kartoffeln und Möhren. Der Mittlere sortierte sie in die Töpfe. Anschließend machten wir die Wäsche gemeinsam und sortierten sie in die Schränke.
Was für eine Freude!

Florian schrie wieder. Er trank kaum etwas. Ich war der Meinung er würde schon im Auto einschlafen, aber Pustekuchen.
Er schrie auf dem Weg in den Kindergarten.
Er schrie im Kindergarten.
Er schrie auf dem Rückweg.
Er schrie Zuhause.
Zwischendurch mal ein bisschen Stillen.
Alwin pennte auf dem Rückweg ein und schlummerte dann noch etwas auf der Couch.

Die beiden Großkinder beschäftigen sich oben ganz gut alleine, während ich abwechselnd Florian stillte und rumschleppe. Jegliches Weglegen wird sofort mit Gebrüll bestraft. Er saugt wie verrückt an seinen Fingern. Einen Schnuller möchte er meistens nicht.
Kommt da der erste Zahn? Schubt wieder jemand? Ich weiß es nicht und es ist mir auch Hupe. Bin sehr genervt.

Tragen und das Chaos ignorieren.

Um 17 Uhr rum gehen mir dann alle aufn Senkel. Der eine hat Hunger, der andere will Kinderlieder hören. Oh und der Dritte schreit weiter.
Die Möhren sind zu matschig, sagt der Eine. Die Kartoffeln spucken wir wieder auf den Teller, meint der Andere.
Das Baby schreit weiter.

Was ich denke? Normalerweise wäre mein Mann jetzt Zuhause und würde mir die Kinder abnehmen. Tja, isser aber nicht.
Was ich mache? Den Fernseher an. Kinderlieder. Recht laut.
Und das Baby? Das lege ich in den Laufstall.
Und dann… Dann gehe ich duschen. Shame on me! Aber ich halte das für den Moment einfach nicht aus.

Nach der Dusche geht es mir erheblich besser.
Ich schnappe mir Florian und nachdem er etwas getrunken hat, wird mir tatsächlich ein Lächeln geschenkt.

Wir essen gegen halb 7 zu Abend. Das heißt; Die Kinder essen. Ich schleppe Florian wieder herum, damit er uns nicht vollbrüllt.
Alwin bekleckert sich. Dreht durch. Ich lege das Baby weg. ZACK. Rumgeschreie.
Irgendwann schaffen wir es irgendwie nach oben. Das Zähneputzen, waschen und umziehen ist kein Problem. Alle gehen ohne murren in die Falle. Außer das Baby. Klar. Das schreit solange, bis wir alle zusammen im Bett kuscheln und er nuckelnd einschlafen kann.
Kurz danach schläft auch der Große ein. Wenig später der Mittlere.

Beim Mann kann ich mich dann ein bisschen ausjammern und schon geht es mir besser.

Liebes Tagebuch,
es wäre zu schön, wenn es meinem Baby morgen wieder etwas besser gehen würde. Lass ihm Zähne über Nacht wachsen oder den Schub überstanden haben.
Bitte!

Sonnige Grüße.

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