Mit zwei Kindern alleine – Oder: Der Vorort der Hölle 

Nun ist es soweit; Der beste Wochenbettehemann muss wieder auf Arbeit und ich bin mit der Brut Satans meinen Kindern alleine Zuhause.

Yipieh!

Chaos pur mit zwei Kindern!

Chaos pur mit zwei Kindern!

FRÜH IST ALLES ENTSPANNT

In den frühen Morgenstunden lief alles prima, der Mann war noch da und machte Frühstück. Alwin lag seelenruhig im Bett und Simon aß mit uns leckeren Toast.

Ausnahmsweise hatte der Mann einen Termin (sonst kann er sich seine Arbeitszeit einteilen).
„In spätestens einer halben Stunde muss ich los.“
KEIN PROBLEM!

Doch plötzlich fing das Baby an zu weinen und Simon wollte runter von seinem Stuhl. „Du Alwin. Ich Simon.“ Kommunikation wird bei uns groß geschrieben!

Während der Mann also Simon in’s Badezimmer schleppte um das Massaker (Nutella und Pflaumenmus) aus seinem Gesicht zu kratzen, war ich mit Alwin beschäftigt und spätestens wenn man die Windel öffnet isset vorbei mit Babyplüsch!

Ich gab den Wickeltisch schließlich frei und Simon meckerte „Nein Mama machen das.“ – „Mama hat aber gerade deinen Bruder auf dem Arm.“ Ich verschwand schnell aus dem Zimmer. Sollen die beiden das doch unter sich ausmachen!

Alwin und ich machten es uns derweil auf dem Sofa gemütlich. Simon kam auch in’s Wohnzimmer und erfreute sich an seinen Kochtöpfen.
Der Mann verabschiedete sich. Küsschen hier, Küsschen da.“Ruf an wenn was ist!“ sprach er noch.

Bums! Tür zu…

Da war ich nun also alleine. Mit einem Zweijährigen Rabauken und einem vier Wochen alten Baby.

Und nu?

EINER WILL IMMER WAS

Ich konnte Alwin tatsächlich in Ruhe stillen, während Simon mir Tee und Spinat kochte. Das Baby schlief wieder ein und nach einiger Zeit legte ich ihn auf Seite. „Juhuuu! Zeit für den Großen!“ dachte ich mir, denn ihn wollte ich keinesfalls hinten anstellen.

Wir konnten tatsächlich zusammen spielen. So zehn Minuten etwa. „Äh! Äh!“ vernahm ich hinter mir. „ÄÄÄH! HEEE!„Was möchte es bloß?“  also das Baby auf den Arm genommen und etwas geschuckelt.

„Wollen wir was singen?“ fragte ich Simon. „JA!“ freute er sich. „Was denn für ein Lied?“ – Keine Reaktion.

Ich versuchte mein Glück:

„Die Räder an dem Bus…“
Nein! Keine Räder Bus.

„Kommt ein Vogel….“
Nein! Kein Vogel flogen.

„Hänschen klein ging allein…“
NEEEIIIIIN!

„Hänsel und Gretel verliefen sich im…“
Wald. Finster kalt.
„Sie kamen an ein Häuschen aus…“
Pfffffekruuuuchen fein.
„Wer mag der Herr wohl von…“
diese Hauschen sein.

„Juhuuu! Alwin schläft wieder“ 

Noooomaaaal Pfffffekruuuuchen singe?!

Also sangen wir es nochmal. Und nochmal. So an die zehn Mal.

Vom Schaukeln tat mir bereits der Rücken weh. Ich versuchte Alwin vorsichtig und behutsam auf Seit… „ÄÄÄH! HEEE!„Verdammt.“

Also wurde fleißig weiter geschuckelt und noch einige Lieder gesungen.

DER MITTAGSSCHLAF

Simon wurde langsam müde und deshalb ging es in Richtung Bett. Wie immer schauten wir eine Folge Benjamin Blümchen. Nebenbei stillte ich Alwin. Da ich bald nicht mehr sitzen konnte, stillte ich im liegen weiter.

Die Folge war fast zu Ende, da drückte Simon so lange auf dem Tablet rum, bis er es schaffte zurück zu spulen. „Noooomaaaal“ „Nein, es ist jetzt Schlafenszeit.“ Ich machte das Tablet aus. Geknatsche. Aber die Müdigkeit war zu groß, als dass er die Kraft hatte weiter zu „diskutieren“.

Weil Alwin auf mir lag, kam Simon nicht an meinen Bauch. Das braucht er aber immer zum einschlafen. Ich versuchte das Baby also auf Seite zu legen und es klappte! Jetzt konnte Simon mit mir kuscheln.

Er war kurz davor einzuschlafen. „ÄÄÄH! HEEE!„Bitte nicht! Bitte bitte!“ ÄÄAH! HEEE!“ „Mama muss sich kurz zum Alwin umdrehen.“ Simon murmelte und grummelte vor sich her. Gab sich aber zufrieden und schlief ein.

Fünf Minuten später…

RÄÄÄÄBÄÄÄH!!!!“ Ich nahm ihn in den Arm. „WÄÄÄÄH!!“ „Bitte nicht!!“ Ich legte ihn mir auf den Bauch und schaukelte hin und her. RUHE!
Ich schnaufte kurz durch und kam mir vor wie die beste Mutter auf der Welt.

Zehn Minuten später… 

WÄÄÄÄÄHH!“ Ich schaukelte wieder. „RÄÄÄÄBÄÄÄH“ Simon wurde unruhig wälzte sich hin und her. Baby also wieder an die Brust genommen.
RUHE!

Zwei Minuten später… 

Alwin hat keine Lust mehr auf die Brust. „ÄÄÄH! HEEE!“ Also ein bisschen über die Schulter gehangen. Ein fröhlich glucksendes Baby. Aber nicht lange, dann ging das Weinen wieder los.

Warum ich nicht aufgestanden bin und den Raum mit Alwin verlassen habe? Weil ich selber schlafen wollte und weil Simon unausstehlich wird, wenn er aufwacht und keiner im Zimmer ist.

Es half allerdings alles nichts. Simon wurde wach und knatschig. Er heulte und sein kleiner Bruder tat es ihm gleich. „Mama kuscheln„, aber da lag ja Alwin… „Komm wir essen was zu Mittag“ sagte ich zu Simon.

Aber hoppla! Was denn bloß? Ich hatte ja nichts vorbeitet.

MITTAGSZEIT

Tjoa, da stand nun das quengelige Kind, welches Hunger hatte und das nörgelige Baby.
Ich öffnete den Kühlschrank, holte Gnocchi raus und machte kurzerhand Gnocchi in Tomatensoße. Das dauerte natürlich ein bisschen. In der Zwischenzeit gab ich Simon Toast. Mit Nutella. Yeah!

„Läuft das jetzt jeden Tag so ab?“

Bis das Essen fertig war, hatte der Große schon so viel anderes gefuttert, dass er keinen Hunger mehr hatte.

ÄÄÄH! ÄÄÄH! HEEE?!“ dafür aber das Baby. Jenes musste ich allerdings kurz ablegen, um mit Simon die Hände zu waschen. Das passte Alwin gar nicht. Er brüllte im Laufstall los. „RÄÄÄÄBÄÄÄH!!!“ „MAMA KOMMT JA GLEICH!“ rief ich aus dem Badezimmer, während Simon alles flutete. „Raus gehen? Ball pielen?“ „WÄÄÄÄÄHH!!!“ „Mama stillt schnell Alwin und dann gehen wir raus, ja?“ Der Große gab sich damit zufrieden.

AB NACH DRAUßEN

Baby war zufrieden und schaute sich die Weltgeschichte an.
*kurzes verschnaufen*
Dann machte ich ihn für einen Spaziergang fertig und legte ihn anschließend zurück in den Laufstall.

Dann machte ich Simon fertig. Noch während ich ihn anzog, hörte ich das Vertraute „ÄÄÄH! HEEE!“ er hörte sich noch zufrieden an. „Ganz ruhig. Mach dir keinen Stress. Dadurch werden sie auch nicht ruhiger.“ 

Beide Kinder waren fertig angezogen, da fiel mir auf dass ich mich vielleicht auch mal anziehen sollte. Also schnell Klamotten rausgesucht, während Simon an der Tür stand „RAAAAAAUUUUUSSS!“ „RÄÄÄÄBÄÄÄH!“ „SIMON RAAAUUUSS!!“ „MAMA MUSS SICH NOCH ANZIEHEN. MOOMMEEHEEENT!“

Ich nahm Alwin auf den Arm. Warf mir die Wickeltasche um den Hals und merkte dass ich noch keine Schuhe an hatte. Baby also wieder in den Laufstall. Schuhe angezogen. Diese stehen allerdings vor der Tür. Simon wackelte durch den Flur. „Setz dich bitte auf die Treppe und warte auf Mama.“
Ich holte also das Baby wieder, warf mir die Wickeltasche um und ging wieder raus. „Simon?!?“ rief ich fragend „Simon oben.“ „Wo oben?“ und dann kam er vom Dachboden runtergewatschelt.

*kurzes durchschnaufen*

Ball mit. Eimer auch. Mama tragen.“ Äh. Ich hab ein Baby auf den Arm! Nun, irgendwie habe ich es geschafft das Baby, die Tasche, den Eimer und den Ball nach unten zu bekommen. Wobei ich kurzfristig überlegte den Ball einfach im Treppenhaus nach unten zu werfen. Entschied mich dann aber doch dagegen.

„Wir müssen noch in den Keller.“ Alwin in den Kinderwagen gepackt und schon mal vor die Treppe geschoben. Den Großen hörte ich derweil im Fahrradraum wühlen „Simon das haben.„Och nööööö!!!!“  „Was möchtest du haben?“ „Das. Das haben. Maaaaamaaa.“ Ich hörte wie er irgendwas irgendwo rauszog und hoffte die Räder bekommen keinen Schaden oder fallen gar auf ihn drauf.

Ein Bobbycar. Er wollte das Bobbycar. Ich trug es ihm nach oben und stellte es schon mal vor die Tür. „Mama holt noch fix Alwin. Bin gleich wieder da.“ Während ich den Kinderwagen holte, hörte ich wie sich das Bobbycar in Bewegung setzte. „Ruuuuuheeee bewahren! Es kann nichts passieren!
Es passierte auch nichts, er blieb vor dem kleinen Berg stehen und wartete auf mich. Feiner kleiner Kerl!

Noch schnell den Eimer, den Ball und die Tasche am/im Kinderwagen verstaut und endlich waren wir draußen angekommen!

Vor der Tür ist es immer sehr entspannt. Simon spielt mit dem Ball oder fährt im Bobbycar herum, während Alwin seelenruhig im Kinderwagen schläft. Natürlich nur solange sich dieser in Bewegung befindet. Sitzen ist nicht. Als ob er merken würde, dass ich dann nur hin und her schiebe.

WIEDER NACH OBEN GEHEN

Ich merke wie das Baby nach etwa 1,5 Stunden langsam unruhig wird im Wagen und bereite Simon schon darauf vor dass wir bald reingehen werden.

Nach etwa zwanzig Minuten sind wir dann unmittelbar vor der Haustür. „Nein. Nicht rein.“ – „Simon draußen bleiben.“ – „Bobby fahren.“ – „Simon noch einkaufen schnell.“ Hmpf. Klar, der Kleine tut mir leid, aber zum draußen stillen war es mir zu kalt, ich hatte nicht an die passende Bekleidung gedacht und außerdem war bald Abendbrot angesagt.

Mittlerweile heulte Alwin. „WÄÄÄÄH!“ Und ich lasse das Baby eiskalt vor der Tür stehen und bringe Simons Bobbycar in den Keller. Er beschäftigt sich mittlerweile mit den Briefkästen. „HOL NICHTS VON DEN NACHBARN RAUS!“ rufe ich von unten nach draußen „BITTE!“ man muss ja höflich bleiben. 

Dann geht es wieder vor die Haustür und gaaaanz laaaaangsam mit dem Wagen die Treppen runter. Simon ist mittlerweile auch unten und holt das Bobbycar wieder aus dem Fahrradkeller.

Ich schiebe Alwin in unser Abteil, hole ihn raus und er ist für den Moment abgelenkt.
„Bitte bring das Bobbycar wieder zurück, ja?“ „Simon einkaufen fahren schnell.„“Bitte schieb es wieder zurück. Wir gehen nach oben u…“ „Neeeeiiiiin!!
RÄÄÄÄBÄÄÄH!

*durchschnaufen*

„Na komm! Wir essen auch einen Keks.“
JAAAAAA.

Na also!

Oben angekommen lege ich den Kleinen in den Laufstall um mit Simon Hände waschen zu gehen „NEEEIIIIIN!“ „RÄÄÄÄBÄÄÄH! RÄÄÄÄBÄÄÄH!!!“ „Simon nicht Hände waaaascheeen“ „Möchtest du auf die Seife drücken?“ „Jaaaaa. Simon einseife.“ „Na fein.“

Anschließend nehme ich Alwin, setze mich auf die Couch und möchte endlich stillen.
Simon Keks essen.

Hoppla! Da war ja was.

Schnell also in die Küche gehüpft und einen Keks geholt. Versprochen ist versprochen!
Dann wieder auf die Couch und endlich kann ich… Die Windeln… Beide sollten gewickelt werden… Ach egal!
endlich kann ich stillen. (und sitzen!)

Der Mann kommt auch ENDLICH nach Hause. „Und? Alles gut bei euch? Wie war der Tag mit beiden alleine?“

„Simon muss gewickelt werden und zum Abendbrot gibt es Gnocchi in halbherziger Tomatensoße. Ich verdurste. Bin total kaputt. Möchte schlafen. Hunger.
Aber sonst lief hier alles prima!“

Und jetzt sagt mir bitte dass es besser wird. Ihr dürft auch lügen!

Im übrigen habe ich dennoch ganz feine Tage mit meinen Kindern zusammen. Ich hoffe doch, dass der Text mit etwas Humor gelesen wird.
Denn egal wie viel Stress es auch sein mag, ich bin für jeden Tag sehr dankbar und wir lachen sehr viel!

Sonnige Grüße.

3 Gedanken zu „Mit zwei Kindern alleine – Oder: Der Vorort der Hölle 

  1. Pingback: Eure Herzpost des Monats Oktober (#Herzpost) - Verflixter Alltag - Kuriositätenkabinett einer Mama-Bloggerin

  2. Ja,ich fand den Text lustig. Mein Großer ist ja nur knapp alter (Februar 2014) als seiner,ebenso,wie das Baby (Juni 2016). Es erinnert mich an meinen ersten Tag allein mit beiden. Es ging aber besser als erwartet. Allerdings ist mein Großer auch in der Kita und ich habe nur das Bringen und Holen plus den Nachmittag. Ich mag deinen Blog.:-)

    • Mittlerweile haben wir uns ziemlich gut eingespielt. Klar, stressige Tage gibt es gerade genug, aber es ich selber bin nicht mehr ganz so ängstlich.

      Eine Freundin hat ihren Großen auch in der Kita. Das stelle ich mir allerdings auch mal stressig vor.

      Danke für das Kompliment. 🙂

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