Regeln, die ich nicht eingehalten habe

Bevor Simon da war, habe ich mir oft ausgemalt wie es wohl sein wird, wenn er endlich das Licht der Welt erblickt. Dabei habe ich mir auch selber einige Regeln auferlegt die ich unbedingt durchziehen wollte. Allerdings wurde ich schnell eines besseren belehrt.

1. Er schläft ausschließlich in seinem eigenen Bett!
Haha, wie naiv ich doch war! Die ersten zwei Nächte, als ich noch in der Klinik war, schlief er schon neben und auf mir. Zuhause habe ich ihn zwar immer wieder in sein eigenes Bett verfrachtet, allerdings schläft er seit seinem vierten Monat grundsätzlich neben mir. Für mich persönlich ist das viel, viel schöner und manchmal frage ich mich, weshalb wir überhaupt ein Bett für ihn gekauft haben. Bisher absolut unnötig.

2. NIEMALS gebe ich ihm ein Gläschen!
Oh, was bin ich seltsam wenn es um das Thema Ernährung geht. Nein, eigentlich bin ich nicht seltsam, ich achte nur sehr darauf was bei mir auf den Tisch kommt. Genau das wollte ich bei Simon ebenso. Gläschen? Pfui! Davon wollte ich nie was wissen. Schließlich gibt es bei mir auch kein Essen aus der Tüte.

Von der ersten Beikost an, habe ich es selber gekocht. Ich habe mir sogar extra einen Dampfgarer gekauft, inklusive Mixer und diverse Becher zum einfrieren. So stand ich etwa alle 1,5 Wochen in der Küche, habe ich zig Kartoffel, Möhren und Pastinakten geschält. Gemüse geputzt und geschnbibbelt. Fleisch zerkleinert. Alles gegart, fein püriert und eingefroren. So konnte ich mich jeden Tag bedienen. Mittlerweile koche ich fast nur noch frisch.

Allerdings gab es hin und wieder doch eines dieser furchtbaren Gläschen. Wenn man etwa einige Tage im Hotel ist, und keine Möglichkeit hat sein frisches Essen zu kühlen. Oder es in der Stadt länger dauert, dann bieten sich die Fertiggerichte an. Allerdings lief ich durch den Laden (Biomarkt wohlgemerkt) und nahm jedes Gläschen unter die Lupe. Ich verglich sämtliche Inhaltsstoffe und schaute welche die geringsten Mengen an Zucker haben. Und glaubt mir, es gibt einen RIESEN Unterschied. Vergleichen lohnt sich also wirklich.

Was habe ich gelernt? So sehr ich die Dinger auch immer noch verteufel, sie sind eben manchmal doch hilfreich.

3. Süßes bekommt er gar nicht!
Ich war strikt dagegen, dass der Kleine Süßigkeiten bekommt. Obst sollte reichen. Doch auch da wurde ich schnell weich. Wenn man selber auf der Couch sitzt, gemütlich ein Eis nascht und dann der Sohn einen mit großen Glubschaugen anschaut und anfängt zu schmatzen, dann bekommt er eben doch mal einen kleinen Löffel. Darüber freut er sich jedes Mal. Er rudert manchmal wie wild mit den Armen und strahlt über das ganze Gesicht.

Ja, auch Kekse mümmelt er gerne und ja, die bekommt er auch ab und an.

4. Joghurt mache ich selber!
Ihr kennt sicherlich jene kleine Joghurtbecher die für Kinder angepriesen werden. Ich verteufel diese Dinger ebenso wie Gläschen. In meinen Augen ist in den klitzekleinen Bechern viel zu viel Zucker drinnen.

Deshalb wollte ich Joghurt für Simon ausschließlich selber machen. Dann kaufe ich eben Naturjoghurt und matsche eine Banane, eine Erdbeere oder sonstiges Obst rein. Das schmeckt ebenso. Nur nicht ganz so süß.

Tja, was soll ich sagen? Er bekommt zwar nach wie vor nicht die oben angesprochene Sorte, dafür aber eben anderen „fertig“Joghurt. Auch da streife ich wieder durch den Markt und suche den Joghurt aus, der am wenigsten Zucker und am besten gar keine Zusatzstoffe enthält.

Allerdings schmeckt es selber gemacht immer noch am besten! 😉

5. Spätestens nach 6 Monaten stille ich ab!
Wie ich bereits in einem anderen Eintrag erzählt habe, hatte ich mir am Anfang in den Kopf gesetzt, dass Simon spätestens mit einem Jahr abgestillt ist. Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher, bzw ist es mir egal geworden. In der Tat habe ich zwar nach sechs Monaten mit dem Abstillen angefangen, das aber auch nur weil Simon tatsächlich Interesse an „normalen“ Essen gezeigt hatte. Für eventuell künftige Kinder, würde ich mir auf keinen Fall eine Zeit setzen. Früher oder später wollen sie nicht mehr an die Brust und dann ist eben der richtige Moment gekommen.

Welche Dinge habt ihr euch vorgenommen und dann doch nicht eingehalten?

Sonnige Grüße.

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