Was ist los mit dir, Social Media?

Im Social Media geht mir derweil sehr viel auf den Keks, weshalb ich die Aktivitäten dort arg eingeschränkt habe. Über alles wird diskutiert. Mal mehr, mal weniger freundlich. Was darf ich eigentlich noch schreiben, ohne jemanden zu Nahe zu treten?

Social Media geht mir auf den Wecker.

HEY SOCIAL MEDIA, WAS IST DENN LOS?

Von sozial merke ich momentan nicht viel im Social Media. Gefühlt wird über ALLES geredet. Doch nicht nur geredet, sondern einfach auch ALLES in Frage gestellt. Egal was man schreibt, es gibt immer jemanden der sich wundert, auf den Schlips getreten fühlt oder einfach nur gerne diskutiert. Provoziert?
Über, in meinen Augen, belanglose Dinge. Jaja, was für mich belanglos ist, muss für Tante Erna noch lange nicht belanglos sein. Schon klar. Und überhaupt kann man es niemanden recht machen, aber es nervt trotzdem. Es nervt mich soooo gewaltig.

PASST AUF EURE SCHREIBWEISE AUF!

Es ist ganz wichtig, dass man achtsam schreibt und die richtige Wortwahl findet. Für jeden. Ich kann mich noch an eine Diskussion erinnern, ob man „Mein Mann“, „Der Mann“, „Kosename“ oder schlichtweg seinen Mann beim Namen nennen sollte. WHAT? Schreibt doch einfach was ihr wollt! Manche Partner wollen nicht namentlich genannt werden, andere möchten keine Kosenamen verwenden und ob man nun „Mein Mann“ oder „Der Mann“ schreibt, ist nun wahrlich kein großer Unterschied. Oh, obwohl doch. Schreibe ich nämlich „Mein Mann“, heißt es wieder „DAS IST NICHT DEINER!! ER GEHÖRT NUR SICH SELBST!“ schreibe ich hingegen „Der Mann“ wird gleich gemunkelt ob denn in der Ehe noch alles richtig läuft. Man(n) sei ja so distanziert. Holla!

Darf ich nun eigentlich die Namen meiner Kinder öffentlich nennen oder doch lieber Kosenamen? Ersteres ist zu privat, letzteres zu verwirrend. Unpersönlich. Sowieso sind die meisten Bloggernamen bescheuert. Also bleibt nur K1, K2, K3, K4? Ich weiß es doch auch nicht!

Seid so gut und achtet bitte darauf, dass ihr Leser/-innen schreibt. Sprecht IMMER von Eltern. Niemals nur von Müttern oder Vätern. Nutzt am besten gar nicht mehr Worte wie „Mutter“ oder „Vater“. Schreibt „Elter“, das ist die Einzahl von Eltern. Geschlechtsneutral. Immerhin wurden auch Mutter/Kindparkpätze verbannt. Elternparkplatz heißt das. Der Vadda soll sich schließlich nicht diskriminiert fühlen. Ich persönlich kann übrigens ganz schlecht einparken. WEIL ICH EINE FRAU BIN!

Überhaupt – Denkt immer daran eure Kinder nicht in eine Genderecke zu drängen. Bezeichnet sie nicht als Junge oder Mädchen. Bezeichnet euch NICHT ALS JUNGS ODER MÄDCHENMAMA! Aaaaaaaaaah! Wünscht euch auch kein Geschlecht. Und seid nicht enttäuscht, wenn es das falsche ist. Sowas darf nicht sein! Zieht den Mädchen lieber blau an und den Jungs rosa, denn damit zeigt ihr, dass ihr moderne Eltern seid und euch nicht in der Rosa/Hellblau-Falle befindet. Verbannt alle Bagger, Autos, Sterne und Glitzer. Regenbogen! It’s all over Regenbogen!

SOCIAL MEDIA WEIß IMMER ALLES BESSER!
IMMER!
ALLES!

Postet ihr Essen auf Instagram? Ich mache das ja sehr gerne. Dabei muss man aber auf viele Dinge achten. Gerade wenn man Kinder hat, ist es wichtig, dass man nur UND AUSSCHLIEßLICH frisches Gemüse postet. Zeigt niemals dass ihr Tiefkühlpizza gemacht habt oder, Gott bewahre, bei McDonalds gewesen seid! Social Media weiß; Nur frisches Zeug ist das einzig Wahre. Und Bio. Und Regional. Und selbst angebaut.

Deine Kinder haben auf einem Foto dreckige Fingernägel? Social Media weiß; Sie waschen sich nie!
Gibt es mehrere Bilder auf denen deine Kinder den gleichen Pullover an haben und das an verschiedenen Tagen? Dann wäscht du offensichtlich keine Wäsche. Hast du selber gemachte Haare? Oder gar die Fingernägel lackiert? Woher nimmst du dir die Zeit bei drei Kindern? VERNACHLÄSSIGE SIE NICHT!
Deine Haare sind wuschelig? VERNACHLÄSSIGE DICH NICHT!!!

Wie schaut es eigentlich mit Fotos der Kinder aus? Darf ich sie nur von hinten zeigen, um ihre Privatsphäre zu schützen oder ist das eh schon egal und ich zeige sie, wie sie sind? Ach nein! Am besten ich klatsche ihnen einen Smiley ins Gesicht, um sie unkenntlich zu machen. Auch nicht recht? Stimmt, die Smileys sind echt hässlich.

Twitter, Facebook & Instagram – Eigentlich meine liebsten Kanäle.

DAS THEMA SCHLECHTHIN; ERZIEHUNG!

Erziehung, Beziehung, Unerzogen, Attachment Parenting, Laissez-faire. Wer sich als Eltern im Social Media rumtreibt, kennt all diese Begriffe und findet sich in einer Erziehungsmethode wieder. Oder auch nicht. Behaltet es einfach für euch, wenn ihr einen Favoriten habt. Erziehung geht heutzutage nämlich gar nicht mehr. Das Zauberwort lautet „Beziehung“, denn wir ziehen nicht an unseren Kindern. (Hä?)
Sobald ihr Attachment Parenting durchgespielt habt, kommt die Erweiterung Unerzogen und wenn ihr euch erschöpft fühlt, dann macht ihr es eben einfach falsch. Für den (unwahrscheinlichen) Fall, dass ihr es richtig macht, verfasst doch bitte den 5.000 Beitrag dazu, damit es jeder weiß.

Merkt euch aber bitte auch, dass ihr Tyrannen züchtet, wenn ihr auf Attachment Parenting und/oder Unerzogen abfahrt. Denn schließlich haben unsere Eltern und deren Eltern immer alles richtig gemacht und geschadet hat uns ein Klaps auf den Po oder die stille Treppe auch nicht. Außerdem hatten unsere Eltern ja gar nicht die Möglichkeit Social Media zu betreiben, die Armen.

Am besten ist es eh, wenn man nur zeigt, dass es immer wunderbar mit Kindern ist. Nicht darüber schreiben, dass es auch mal anstrengend ist. Darf man nicht. Dann macht man es* (die *Erziehung – BEZIEHUNG!) halt falsch. Vor allem auf Instagram und Facebook, ist es wichtig, dass nur aufgeräumte Zimmer, organisierte Küchen, saubere Kinder und, klar, Sonne und Regenbogen gezeigt werden. Wobei. Nein, eigentlich auch nicht richtig. Dreckige Kinder zeigen immerhin dass man etwas mit ihnen gemacht hat. Nur dreckige Kinder sind glückliche Kinder. Alle anderen haben kein Spaß im Leben.

HEY SOCIAL MEDIA, WO BLEIBT DEINE SOZIALE KOMPONENTE?

Tja irgendwie gibt es diese soziale Komponente im Moment nicht. Im Moment? Nein, eigentlich schon ziemlich lang nicht mehr. Klar, es kann nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen (ey, da ist Zucker drinnen!) sein und schließlich betreibe ich einen Blog und Social Media um mich auszutauschen und zu diskutieren. Aber auf ständige Rechtfertigung und political correctness habe ich keine Lust (mehr). Das ist der Grund, weshalb ich meine Filterbubble neu sortiert habe. Das ist der Grund, weshalb ich nicht mehr so viel auf Twitter und Facebook vertreten bin. Weil es mich schlichtweg nervt und anstrengt.
Und wisst ihr was? Der Alltag als Hausfrau, zweifach Jungsmama und Ehefrau von DEM Mann, ist schon anstrengend genug. (Ups, jetzt hab ichs ja doch gesagt!)

Sonnige Grüße.

6 Gedanken zu „Was ist los mit dir, Social Media?

    • Ich habe auch das Gefühl, dass es in letzter Zeit irgendwie mehr und mehr wird. Früher ist mir das nicht so extrem aufgefallen.
      Macht halt irgendwie keinen Spaß mehr.

  1. Musste mal raus, oder 😉 ….

    Natürlich nervt es mich auch manchmal, wenn wirklich jedes Wort eines Tweets (und jetzt sind es schon 280 – OMG!) auf die Goldwaage gelegt und analysiert werden muss.
    Aber Worte sind das einzige Kommunikationsmittel, was uns online zur Verfügung steht. Da müssen Worte bedachter gewählt werden, als im normalen Leben, denn da kommen Mimik, Gestik und Körpersprache hinzu und man kann leichter ausdrücken WIE etwas gemeint sein soll. Das fehlt online leider. Deshalb kommt es oft zu vorschnellen Ver- und Beurteilungen.
    Zudem kennt man die betreffenden Personen, mit denen man diskutiert und schreibt, meist nicht persönlich und kann daher auch schlechter die betreffende Person einschätzen, inwieweit welche Worte sie verletzen könnten.
    Das alles macht die Kommunikation im Netz so schwierig.

    Liebe Grüße
    Mother Birth

    • Ja, das hast du sehr treffend formuliert. „Das geschriebene Wort ist immer schwer zu deuten“, ich weiß was du meinst.
      Dennoch sind die ewigen Diskussionen über dasselbe Thema soooo ermüdend und macht mir Social Media echt madig. Ich habe echt nichts gegen Diskussionen und Austausch. Echt nicht. Das hat meinen Horizont schon arg erweitert, aber dieses penibel darauf achten, was man sagt/schreibt, ist anstrengend geworden.

      Hach! Geht aber auch schon wieder nach dem Schreiben. 😀

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