Gut gelaunt im Kreißsaal – Die dritte Geburt

Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung, die ich zur Geburt unseres dritten Sohnes machen durfte. Am 07.12.2018 war es endlich soweit.

Gut gelaunt im Kreißsaal – Es geht endlich los.

WIE ALLES BEGANN…

Bereits am Nikolausabend gegen 21:15 Uhr bemerkte ich die ersten Wehen. Die Abstände lagen irgendwo zwischen fünf und fünfzehn Minuten. Manchmal auch zwanzig. Es war jedenfalls nicht wirklich beständig.
Ich legte mich irgendwann schlafen und hatte auch in der Nacht immer mal wieder Wehen. Zwischendurch schlummerte ich ein.

Am Morgen des 07.12. überlegten wir dann ob wir den Großen in den Kindergarten geben oder Zuhause lassen. Ich war mir doch ziemlich sicher, dass sich das Baby auf den Weg machen würde. Doch wollte ich auch so lange wie möglich Zuhause bleiben und den Kindern Routine bieten. Der Mann brachte Simon also in den Kindergarten, sagte auf Arbeit Bescheid und anschließend wuselten wir noch etwas durchs Haus.
Die Wehen kamen ab 8 Uhr bereits in einem Abstand von fünf bis zehn Minuten. Aber ich hatte nach wie vor nicht das Bedürfnis in die Klinik zu fahren. Zwischendurch pflanzte ich mich ins Bett, ging duschen oder lenkte mich mit Hausarbeit etwas ab. Außerdem packte ich noch den Rest in meine Tasche; Kopfhörer (so wichtig!), Sudoku, ein Buch und das Ladekabel fürs Handy! (Überlebenswichtig!)

Gegen 10 Uhr pendelten sich die Wehen auf fünf Minuten ein. Tendenz nach unten. Ich legte mich nochmal ins Bett. Spielte mit dem Kleinen und machte mich über meinen Mann lustig, der auf heißen Kohlen saß und los wollte.
Als die Wehen gegen 11:15 Uhr stärker wurden, wollte ich auch langsam los. Ich krabbelte also aus dem Bett und hoppla! Alles nass! Während ich den Blasensprung lachend hingenommen hatte, war es für den Mann nun allerhöchste Eisenbahn.
Aber, da gab es noch etwas zu tun: Den Großen abholen!

Bei mir wird alles notiert, selbst Wehenabstände.(Wobei ich manchmal welche vergessen habe)

AB IN DIE KLINIK

Wir kamen gegen 12 Uhr am Kindergarten an. Das Auto staffierten wir übrigens mit Nässeschutz und Handtüchern aus. Der Mann spazierte in den Garten und holte Simon zu sich. Auch der Erzieherin sagte er Bescheid, die mir eifrig und voller Freude zuwinkte und „Alles Gute“ rüber rief.
Der Große kam eilig zum Auto „Kommt das Baby jetzt?“, freute er sich. Und so fuhren wir alle gemeinsam in Richtung Klinik. Die Abstände pendelten sich zwischen zwei bis vier Minuten ein. Der Druck wurde um einiges stärker. Der Mann nervöser und ich lustiger. Wir schwankten zwischen Hand halten und Hand brechen.

An der Klinik angekommen, verabschiedete ich mich von meinen Männern. Als ich ausstieg, dachte ich wieder „Hoppla!“, da schwapperte doch schon das nächste Fruchtwasser fröhlich vor sich her. Also schnell ein Handtuch zwischen die Beine gequetscht. Der Mann konnte das gar nicht mit ansehen. „Wir bringen dich jetzt noch bis zum Kreißsaal.“
Der war ja auch zum Glück nicht weit weg. An der Tür verabschiedeten wir uns nochmals, denn die Mäuse durften leider nicht mit rein. „Tschüß Mama und liebe Grüße“, sagte der Große zu mir. Während ich in den Kreißsaal reinspazierte, rief der Mann noch „Und sei lieb zu den Hebammen!“, der arme Kerl. Noch ganz fertig, von Alwins Geburt und meiner anschließenden Laune den Hebammen gegenüber.

ALLEINE IM KREIßSAAL

Um 12:37 Uhr betrat ich also die Klinik. Eine Schülerin kam gleich auf mich zu und meine ersten Worte waren „Hallo ich laufe fröhlich aus“.
Dann begann das Übliche. Erst mal an das CTG, abstasten.
Wehen vorhanden.
Blasensprung bestätigt.
Muttermund bei 4cm.
Also ab in den Kreißsaal (ca 13:30Uhr). Ob ich alleine sei, wurde ich ein paar mal gefragt. Leider musste ich das bejahen, denn mein Mann konnte ja schlecht die Kinder alleine im Auto lassen.

Nun denn. Ich wurde gefragt wie es mir geht und ob ich etwas gegen die Schmerzen möchte. Als das Wort „PDA“ fiel, runzelte ich die Stirn. Denn bereits bei der Anmeldung sagte ich, dass ich keine möchte. „Hatten sie bei den anderen beiden eine PDA?“, fragte mich die Hebamme „Nein und ich werde auch dieses mal keine haben“, sagte ich deutlich, aber mit einem lächeln, denn die Gute meinte es ja nicht böse „So habe ich sie auch eingeschätzt“ meinte sie trocken und damit kam das Thema nicht mehr auf. Danke, genau so wollte ich das!

Was sie offensichtlich meiner Akte entnommen hatten, war, dass ich kein (dauerhaftes) CTG haben wollte. Danach fragte nämlich erst keiner. Ich hatte auch überhaupt nicht das Bedürfnis mich auf das Bett zu setzen oder zu legen. Stattdessen tigerte ich durch die Gegend. Trank reichlich Wasser und die Hebammenschülerin machte mir Musik an, die ich witzigerweise einige Minuten später überhaupt nicht mehr wahrgenommen hatte.

Die Schülerin war zuckersüß. Sie wollte mich nicht alleine lassen und mir ständig was Gutes tun. Sie setzte sich auf einen Stuhl und wir unterhielten uns. Über die beiden Kinder, über Wehen, über Hypnobirthing. Sie empfand mich nämlich als sehr entspannt und ruhig und fragte ob ich mich mit Hypnobirthing beschäftigt habe. Das fand sie alles sehr aufregend. Obwohl ich mich zwar in der zweiten Schwangerschaft intensiv damit beschäftigt habe, habe ich es im Detail nie angewand. Auch jetzt nicht. „Sie sind die ganze Zeit so fröhlich, obwohl die Wehen stärker werden“ Das hatte aber nichts mit meiner Atemtechnik zu tun „Ich bin schlichtweg froh, dass es los geht.“

Gut gelaunt im Kreißsaal – Es geht endlich los.

DER KLEINE MACHT SICH ENDGÜLTIG AUF DEN WEG

Etwas nach 14 Uhr wurden die Wehen wieder stärker. Nun war mir nicht mehr nach laufen. Liegen wollte ich aber auch nicht. So saß beziehungsweise hockte ich auf dem Bett und unterhielt mich zwischen den Wehen weiter mit der Schülerin und der Hebamme, die nun auch nicht mehr gehen wollte.
Eine Ärztin spazierte rein und fragte ob es in Ordnung ist, wenn sie mir die Infusion legt. Das haben die anderen beiden vorher leider nicht geschafft, da ich offenbar komische Venen habe. Ich bejahte und während es so 14:20 Uhr sein musste, merkte ich, dass es jetzt richtig los gehen würde. Ich entriss also aus Reflex der Ärztin den Arm und bis auf die eigentliche Geburt, war mir der Rest nun Hupe.

Nach drei oder vier Presswehen, war der Kopf schon draußen. Allerdings bekam ich keine Weiteren Wehen. Die anwesende Ärztin machte das nervös. Sie rieb mir mit den Händen über den Bauch. Für einen kurzen Moment dachte ich an Alwins Geburt und mich überkam leichte Angst. Dennoch war ich geistesgegenwertig genug um zu sagen dass ich das nicht möchte. „Wir müssen Wehen anregen“, sagte sie. Die Hebamme schob daraufhin die Hände der Ärztin auf Seite „Das geht schon“ meinte sie ganz ruhig. Doch die nächste Wehe kam und kam einfach nicht. Während die Ärztin von einer Seite auf die andere lief, fand ich die längere Pause ganz angenehm.
„Wir können es auch ohne Wehen probieren. Atme ein paar mal tief ein und aus und dann schieb“
Da ich es hinter mir haben wollte, dachte ich, das sei ein Versuch wert und ein paar Sekunden später war unser kleiner Kerl auch schon auf der Welt (14:43 Uhr).

Durch meine angenehme, mittlerweile mehr sitzend oder hockend Position, sah ich zum ersten Mal so ein ganz frisches Baby. Er war am ganzen Körper grau/blau. Die Hebammen rubbelten ihn mit Handtüchern ab. Nachdem ich die Nabelschnur durchgeschnitten hatte, legte ich ihn mir auf Brust und Bauch und wir kuschelten uns ins Decken und Handtücher. Der Kleine brüllte wie am Spieß, wurde aber von Minute zu Minute ruhiger.

Einen Namen hatte er zu dem Zeitpunkt noch nicht. Denn das wollte ich gemeinsam mit dem Mann entscheiden, wenn er uns auf Station besuchen kommt.

Leider verlief es dann aber nicht mehr ganz so rosig. Dennoch war ich die ganze Zeit guter Dinge, denn zu keinem Zeitpunkt bestand Lebensgefahr für den kleinen Kerl.

Florian und ich auf der Neostation. Eine ganz neue Erfahrung für uns alle.

PS: Die Ärztin hat sich übrigens nach der Geburt bei mir für die Hektik entschuldigt.

Hier geht es weiter; Auf der Neointensiv

Sonnige Grüße.

3 Gedanken zu „Gut gelaunt im Kreißsaal – Die dritte Geburt

    • Hehe, ich danke dir. Schön, wenn es noch Menschen gibt die Respekt vor Geburten haben und es nicht als selbstverständlich hinnehmen. 🙂

  1. Pingback: Verlegt auf die Neostation - Sonnenshyn.de

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