Hebammen – Sie sind wichtig!

Ob der momentanen Situation der Hebammen in Deutschland, wollte ich endlich mal meine Erfahrungen mit euch teilen. Es ist nämlich wirklich eine Schande, was hier gerade passiert!

Zugegeben, in der ersten Schwangerschaftszeit habe ich mir nicht viele Gedanken über Hebammen gemacht. Warum sollte ich mir eine suchen, wenn ich doch regelmäßig zum Arzt gehe? Die ganzen Tipps die ich bekommen habe, gingen mir meistens eh schon auf den Keks, da wollte ich nicht noch eine weitere (fremde) Person haben, die mir Ratschläge gibt. Ich war auch, bis zum Tag der Geburt, davon überzeugt dass ich keine Hebamme zuhause haben möchte.

Im letzten Drittel der Schwangerschaft, fragte mein Arzt mich ob ich einen Termin bei der Hebamme haben möchte. Ich willigte ein, auch wenn ich es nicht so recht wollte. Als ich dann zu ihr kam, wurde ich von so viel Freude und Herzlichkeit empfangen, dass ich fast schon ein schlechtes Gewissen hatte.
Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, da nimmt sich wirklich jemand Zeit für mich. Es war doch ganz anders als beim Arzt. Herzlicher, freundlicher, als ob man eine Freundin besucht.
Leider war ich nur einmal bei ihr, danach ging sie in den Urlaub. Sie hatte auch nicht die Möglichkeit, mich nach der Geburt zu betreuen. Sie hätte es getan, auch wenn ich außerhalb ihres zuständigen Bereiches gewohnt habe. Sie gab mir Telefonnummern, damit ich mich um eine andere Hebamme kümmern kann. Doch nun war ich so entzückt von eben jener Person, dass ich gar keine andere wollte. „Es wird schon ohne gehen.“ Redete ich mir immer wieder ein.

Dann kam der Tag der Geburt. Freitag Nachts um drei Uhr kamen wir in die Frauenklinik. Dort wurden wir wieder sehr herzlich empfangen. Nette Schwestern, Ärzte und Hebammen wohin das Auge reichte.
Die beiden Hebammen die mich zunächst betreuten, machten alles für mich. Sie richteten das Wehenzimmer her, legten Musik auf, fragten nach Wasser, erkundigten sich ständig nach meinem Wohlbefinden.
Im Kreißsaal machten sie ebenfalls alles bereit. Ließen mir ein Bad ein, brachten mir ein molliges Kirschkernkissen, zeigten meinem Mann was er alles Gutes tun kann. Dabei hatten sie diese unglaubliche Ruhe, diese Routine, die einem selber ganz viel Angst genommen hat. Und wieder diese Herzlichkeit.

Als Simon dann auf der Welt war, hat man selbst ihnen die Freude angesehen. Obwohl sie täglich, mehrfach dabei helfen Kinder auf die Welt zu bringen, ist es für sie immer etwas neues, aufregendes und wunderschönes.

In der Klinik wurde mir mehrfach geraten, mir noch eine Hebamme für daheim zu suchen, doch das Problem war; Es waren Ferien.
Die Stadt hatte allerdings eine Notfall-Hotline eingerichtet, die einem eine Hebamme zusicherte. So rief mein Mann, einen Tag vor meiner Entlassung dort an und tatsächlich kam zwei Tage später eine zu uns nach Hause. Das traurige dabei; Die Krankenkassen geben ihr vor, wie lange sie pro Wöchnerin Zeit hat. Wenn ich mich recht entsinne, dann waren das zwanzig Minuten. Das ist ein Witz. In zwanzig Minuten hat man nicht all die Fragen geklärt, die man zwangsläufig hat.
Sie blieb auch nicht zwanzig Minuten, sondern musste noch rasch zu einer anderen Familie. Allerdings kam sie wieder. Nach ihrem eigentlichen Feierabend. Sie blieb auch länger als es die Krankenkassen zulassen wollen. Vermutlich wurde ihr das aber nie bezahlt…

Ich war sehr dankbar dafür gewesen und bin es ihr heute noch. „Bei einer zweiten Schwangerschaft will ich nur zu einer Hebamme gehen.“ sagte ich nach einigen Wochen. Doch mittlerweile bleibt die Frage; „Wird das überhaupt möglich sein? Nachdem, was in den letzten Monaten mit den Hebammen hier gemacht wird?“

Sonnige Grüße.

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