Keine Angst vor einem Sternengucker

Die wunderbare Motherbirth hat neulich einen tollen Artikel zum Thema „Sternengucker“ geschrieben. Das habe ich zum Anlass genommen, um nochmals etwas genauer auf die Geburt von meinem ersten Kind einzugehen.
Denn auch er war ein Sternengucker und ich hatte absolut keine Ahnung was das ist!

Ich möchte damit anderen Frauen die Angst davor nehmen, dass Sternengucker grundsätzlich per Kaiserschnitt geholt werden, denn das ist nicht der Fall!

NAIV WIE ICH WAR…

Ich habe bereits mehrfach geschrieben dass ich keinerlei Kurse in der Schwangerschaft besucht habe. Ebenso habe ich mir nicht die Klinik angesehen und auch keine Lektüre über den genauen Geburtsvorgang gelesen.
Ich wollte das alles nicht sehen/hören/wissen. Es hätte mir Angst gemacht.

Wie dem auch sei, ich nehme mal an, dass in Vorbereitungskursen durchaus über Sternengucker gesprochen wird. Vielleicht hätte ich dann gewusst um was es sich dabei überhaupt handelt.

Ich muss zugeben, dass ich nur den Begriff „Sternenkinder“ (für verstorbene Kinder) kannte. Also nahm ich immer an, dass Sternengucker unter der Geburt in Lebensgefahr sind.
Erst lange Zeit nach der Entbindung, habe ich begriffen dass es sich dabei um etwas anderes handelt.

„IHR KIND LIEGT NICHT RICHTIG“

Diese Worte waren für mich der absolute Albtraum! Denn bei meiner Geburt, wurde ich blitzschnell per Kaiserschnitt geholt, weil ich eben auch nicht richtig lag.

Doch die Klinik beruhigte mich schnell. Es gibt verschiedene Übungen (schaut mal in dem Link oben bei Motherbirth, sie hat das wunderbar beschrieben) um das Baby noch in die richtige Lage zu bringen.
Ich machte einige der Übungen, aber es zeigte kaum Erfolg.

Mir wurde weiterhin gesagt, dass es durchaus zu einem Kaiserschnitt kommen könnte, aber sie mir noch weiterhin Zeit geben.
Aber alle Zeit half nicht, Simon wollte geboren werden, aber als Sternengucker.

„DANN SCHAUT ER UNS EBEN AN“

Mein Mann holte die Ärztin und sie merkte schnell, dass der Sohnemann schon auf dem Weg war. „Dann schaut er uns eben an“, sagte sie ruhig und gelassen.

Man sagt, dass die Geburt eines Sternenguckers schwieriger für die Frau ist. Nun, dazu kann ich leider nicht viel sagen, denn bisher hatte ich nur diese eine Geburt.
Sie dauerte aber weder länger als andere, noch hatte ich das Gefühl dass es kompliziert war.

Einzig einen Dammriss habe ich mir zugezogen, aber diesen kann man auch unter ganz idealen Umständen bekommen.
Und ganz ehrlich liebe Frauen, so ein Dammriss interessiert euch dann auch nicht mehr die Bohne. 😉

KEINE ANGST VOR STERNENGUCKERN

Solltet ihr also in der Lage sein, dass sich euer Baby (noch) nicht richtig gedreht hat oder sich gar nicht richtig drehen wird, dann habt keine Angst vor der Geburt und lasst euch nicht allzu schnell einen Kaiserschnitt aufschwatzen (manche Kliniken sind da VIEL zu schnell mit!).
Es ist möglich unter diesen Umständen natürlich zu gebären!

Sonnige Grüße.

8 Gedanken zu „Keine Angst vor einem Sternengucker

  1. Wie schon erwähnt, war mein Bruder auch ein Sterngucker (und ist es heute noch, haha), aber auch er wurde ganz natürlich geboren. 🙂 Er hat nur mal spontan den Kof eingezogen, aber sonst meinte meine Mutter, dass alles problemlos ablief. Ich war damals 2 Jahre alt und war sofort in mein Bruderherz verliebt gewesen und hätte ihn am liebsten gleich mit heim genommen. („Papa, Baby nehmen wir mit. Mama kann da bleiben.“) Und wir waren dann auch unzertrennlich, wie die Kinderfotos zeigen. Und er war gesund und munter. 🙂 und ist es heute noch.

    Ich bin gespannt, was mich irgendwann erwartet, wenn ich irgendwann Mutter werde.

    • Das freut mich aber, dass dein Bruder ebenfalls auf natürliche Weise geboren wurde. Gerade zu „früheren“ Zeiten war man schnell mit Skalpell bei der Hand… So wie bei mir. Meine Mutter hat da bis heute noch dran zu knabbern. :/

      Immerhin hast du ja jetzt mindestens zwei wunderbare Beispiele, dass das nichts schlimmes ist. 🙂

      • Ja, das sollte auch jeder Frau mit den Ängsten Mut geben. 🙂

        Das tut mir leid für deine Mutter. 🙁 Sowas ist echt schade… Aber Kaiserschnitt wird ja immer als DIE Lösung angezeigt… Das ist er aber nicht.. Ich würde ihn nur als äußersten Notfalleinsatz sehen bei mir, wenn die natürliche Geburt zu lebensgefährdend ist.

    • Genau. Meine Schwester stand damals zB tatsächlich unter Lebensgefahr. Da überlegste nicht lange und lässt den Kaiserschnitt machen. Es ist ja auch gut, dass sowas möglich ist! Nur schade dass es so oft, unnötig eingesetzt wird. Gibt aber eben mehr Geld für die Ärzte…

  2. Vielen lieben Dank für deinen Mut machenden Erfahrungsbericht von dir <3 !!!
    Eine wundervoller Ergänzung zu meinem Bericht.
    Mit den richtigen Geburtsbegleitern, die an eine natürliche Geburt glauben, sowie an die Gebärfähigkeit der Mutter, sind eine unschätzbare Hilfe und Stütze, die sehr häufig entscheidend ist beim Ausgang einer Geburt!!! Du hattest es tolle geburtshilfliches Team hinter dir <3 – ich leider nicht… Zu mindestens beim ersten Mal nicht 😉

    Liebe Grüße und nochmals vielen lieben Dank für deinen Text <3
    Mother Birth

    • Meine Mutter hat bis heute noch daran zu knabbern, dass sie meine Schwester und mich per Kaiserschnitt bekommen hat. Gerade wenn meine Schwester und ich uns über die Geburten unserer Kinder unterhalten, wird sie immer ganz traurig, weil sie keine „natürliche“ Geburt hatte und das Gefühl nicht kennt.
      Da bekomme ich wirklich einen Hass auf die Kliniken (welche auch noch unterschiedlich waren), weil ich davon ausgehe, dass es bei mir nicht notwendig war. Bei meiner Schwester schon, denn sie schwebte tatsächlich in Lebensgefahr.

      Und genau deshalb ist es mir so wichtig dass Frauen sich nicht zu schnell beeinflussen lassen! Vor allem weil ich weiß, dass ich selber sofort einen Kaiserschnitt gewollt hätte, wenn die Klinik nicht noch andere Dinge versucht hätte…

  3. Mein zweites Kind war Sternengucker und ich wußte es bis zur Geburt nicht.
    Die (Haus) Geburt war äußerst anstrengend und die Endphase wesentlich länger als bei der ersten Geburt. Ich bin auch extrem gerissen.
    Aber ich hatte immer meine Hebamme an der Seite, der ich voll vertraut habe. Kurz sah ich in ihren Augen ein Zeichen der Überraschung, vertraute aber, daß sie weiß, was sie tut.
    Noch heute, nach fast acht Jahren merke ich die Besonderheiten des Sternenguckerkindes. Zumindest im Vergleich zu den beiden anderen.

    • Ich wusste das bis zur Geburt auch nicht. Deshalb habe ich mir auch nie Gedanken darüber gemacht.

      Aber interessant zu lesen, dass es sich offenbar bewahrheitet, dass Sternengucker tatsächlich anstrengender sind unter der Geburt. Mal sehen wie es beim zweiten Baby wird im September.

      Was genau meinst du denn mit Besonderheiten? 🙂

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