Ängste und Sorgen

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein zweites Kind?

Diese Frage kann wohl niemand beantworten. Nicht mal die Eltern. Mein Mann und ich haben überlegt wann es denn passen könnte. Wir kamen schnell zu dem Schluss dass es den perfekten Zeitpunkt einfach nicht gibt. Es gibt für jedes Alter, für jedes Jahr, ein für und gegen.
Deshalb haben wir einfach nach Bauchgefühl gehandelt, wie damals beim ersten Kind. Es gab keinen Plan, kein „Jetzt muss es aber klappen!“ Nein, es war ein „Wenn es passiert, passiert es.“

DIE ZEIT NACH DEM POSITIVEN TEST
Irgendwann hatten wir uns entschieden, dass es ab jetzt in Ordnung wäre ein zweites Kind zu bekommen. Als ich dann Anfang des Jahres den positiven Test in der Hand hielt habe ich mich gefreut, auch der Mann strahlte über das ganze Gesicht.
Doch bei mir kamen schlagartig Fragen auf;
– Ist Simon schon so weit?
– Wie kann ich ihm jetzt noch gerecht werden?
– Wie kann ich dem zweiten Kind gerecht werden?
– Kriegen wir das hin?
– Wie soll die Geburt ablaufen, wenn wir hier niemanden haben?
– Ist es vielleicht doch zu früh gewesen?
Diese Fragen beschäftigten mich Tage, wenn nicht sogar Wochen. Stephan hingegen war und ist voller Euphorie. „Natürlich bekommen wir das hin.“
„Simon wird ein toller großer Bruder sein.“
„Mach dir nicht so einen Kopf.“

Ich kam mir bei all diesen Gedanken auch so unglaublich fies vor. Manchmal erschrak ich vor mir selbst. Klang fast so, als wolle ich das zweite Kind nicht. Doch das ist nicht so. Ich freue mich. Habe jedes mal Tränen in den Augen, wenn ich auf die Ultraschallbilder schaue und möchte jedes Baby am liebsten mit nach Hause nehmen.

WIE SCHAFFEN WIR DAS?
Ängste und Sorgen bleiben aber dennoch. Das war in der ersten Schwangerschaft nicht anders. Da fragte ich mich oft, wie das werden soll ohne Oma, Opa, Tante, Onkel, etc in der Nähe. All unsere Freunde und Bekannten die hier leben, haben selber Kinder.

Und dann ist ja da noch das erste Kind. Ich soll/kann Simon kaum noch auf den Arm tragen, das bricht mir das Herz. So oft wie möglich kuscheln wir auf der Couch und eben im gemeinsamen Bett. Zum trösten knie ich mich auf den Boden. Trotzdem möchte er manchmal von mir getragen werden. Manchmal mache ich das auch. Dann habe ich aber wieder ein schlechtes Gewissen dem Baby gegenüber. Es ist ein Teufelskreis.

Ich behaupte mal dass ich zu meinem Sohn ein tolles Verhältnis habe und ich hoffe dass das so bleibt, doch auch da schleichen sich Ängste und Sorgen ein. Die Eifersucht wird sicherlich kommen. Wenn nicht am Anfang, dann vielleicht später. Eine Balance zwischen beiden Kindern zu finden wird nicht einfach werden. Man möchte beiden gerecht werden, man möchte auch die Zeit mit dem Partner genießen, man möchte auch nicht Familie und Freunde vernachlässigen und man sollte sich selber auch Erholung gönnen.
Bekomme ich das hin? Irgendwas bleibt mit Sicherheit auf der Strecke. Vermutlich man selbst.

DER MANN GIBT POSITIVE ENERGIE
Stephan ist für mich ein absoluter Glücksgriff. Er hilft wo er kann. Nimmt mir jetzt schon oft Simon ab, geht mit ihm einkaufen oder spazieren, damit Baby und ich Zeit für uns haben. Er begleitet mich zu jedem Arztbesuch und war auch immer mit Simon beim Arzt dabei. Das mögen nur Kleinigkeiten sein, aber genau diese machen es eben aus.

Auch er hat natürlich Ängste und Sorgen, doch sieht alles viel positiver als ich und das reißt mit. Wenn mir gesagt wird „Huch?! Ist die zweite Schwangerschaft nicht etwas früh?“ zucke ich mittlerweile mit den Schultern und sage „Nö. Das kriegen wir schon hin.“
Und ich gehe ganz stark davon aus, dass alle Ängste und Sorgen weg sind, sobald wir unser zweites Kind in den Armen halten.
Es wird nicht einfach, aber das ist es jetzt auch nicht immer.

Wir schaffen das schon!

Was hattet oder habt ihr für Gedanken in der Schwangerschaft?

Sonnige Grüße.

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