Zu viel Vorsorge?!

Nach der Geburt von Simon stand für mich fest, dass ich bei einer zweiten Schwangerschaft ausschließlich oder zumindest Hauptsächlich zu einer Hebamme gehen möchte. 

Mein damaliger Arzt war zwar gut, aber so richtig aufgehoben fühlte ich mich dort nie. Alles war immer mit Hektik verbunden und es wurde einem kaum etwas erklärt. Man hatte das Gefühl eine von vielen zu sein. 

Der Mutterpass für die Vorsorge.

Der Mutterpass für die Vorsorge.


DANN KAM DIE ANGST 
Die zweite Schwangerschaft begann und ich schaute mich nach einem neuen Frauarzt um. Schnell wurde ich fündig und war (bin!) sehr zufrieden mit der Praxis. Sowohl die Helfer, als auch Hebamme und Ärztin nehmen sich Zeit und man eben das Gefühl wahrgenommenen zu werden. 

Ich fühlte mich dort so wohl, dass ich meine Pläne, nur zu einer Hebamme zu gehen, über Bord geworfen habe. Stattdessen sollte es eine gute Mischung werden. 

Dadurch dass meine zweite Schwangerschaft mäßig verläuft und ich mich oft unwohl fühl(t)e, habe ich mehr Ultraschall machen lassen, als es von Nöten gewesen wäre. Drei bekommt man (meine Krankenkasse zahlt sogar noch einen vierten) Standardmäßig. Ich habe bisher noch zwei zusätzliche genommen.

Die zwei zusätzlichen waren absoluter Schwachsinn! Ich ärgere mich so dermaßen das gemacht zu haben! Die Gründe dafür waren simpel; Mir ging es nicht gut, also hatte ich Angst meinem Baby geht es nicht gut. Ich wollte es also sehen! Ich wollte sehen dass es in meinem Bauch gewachsen ist. Ich wollte von der Ärztin bestätigt wissen dass alles in Ordnung ist. Und genau das war es. Es war immer alles gut. Warum auch nicht? Warum habe ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört? Jeden Tag spüre ich ganz intensiv die Tritte vom Baby. Ein gutes Zeichen. Woher also diese Angst? 

VORSORGE, VORSORGE, VORSORGE 
Ab jetzt beginnt die Zeit in der ich alle zwei Wochen zur Vorsorge soll. Meine Ärztin, die mir sonst nie einen Ultraschall aufgeschwatzt hat, sagte nun beim letzten Mal zu mir „Ich würde ihnen zu weiteren Ultraschall-Untersuchungen raten, um zu schauen ob das Baby gut wächst.“ Irgendwie hat mich das umgehauen und mega verägert. Woher kommt der Sinneswandel bei ihr? Und nun bin ich wieder verunsichert! Sagt sie das wegen der angeblichen Schwangerschaftsdiabetes? Sagt sie das um Kasse zu machen? Sagt sie das tatsächlich aus Sorge? 

Natürlich möchte ich das Beste für mein Baby. Ich möchte auch sicher gehen dass es der Kleinen gut geht, aber irgendwie machen mich diese ganzen Vorsorge Termine in letzter Zeit fast krank. 

Tief im inneren weiß ich, dass alles in Ordnung ist und dennoch überkommt mich immer wieder die Angst. „Dann machen wir noch einen extra Ultraschall“ höre ich mich sagen und könnte mich im gleichen Atemzug ohrfeigen.

GIBT ES ZU VIEL VORSORGE?
Ja, davon bin ich mittlerweile absolut überzeugt! Man kann es mit der Vorsorge definitiv übertreiben und sie kann einen in den Wahnsinn treiben. 

Vor knapp drei Wochen habe ich meinen Zuckertest gemacht und seitdem hänge ich in der Schwebe. Habe ich nun diese dämliche Diabetes oder nicht? Was kann ich essen? Was besser nicht? Wann kommen meine endgültigen Ergebnisse? Und wie geht es dem Baby dabei???
AAARRRGGH!! Das macht mich alles verrückt!

Tatsächlich denke ich mittlerweile darüber nach, nicht mehr jeden Vorsorgetermin wahrzunehmen. Einfach um mich selber zu entlasten. Um wieder mehr auf mein Bauchgefühl zu hören und um einfach mal der Hebamme Glauben zu schenken, dass es dem Baby gut geht!

Mich interessiert es wirklich brennend, wie ihr das in der Schwangerschaft gemacht habt. Habt ihr jede Vorsorge mitgenommen? Zusätzliche Dinge machen lassen? Oder habt ihr die Vorsorge (großenteils) gar nicht erst mitgemacht?

Sonnige Grüße. 

4 Gedanken zu „Zu viel Vorsorge?!

  1. Ich habe in der letzten Schwangerschaft nur noch drei Besuche bei der Frauenärztin gehabt für Ultraschall. Die restlichen Untersuchungen machte meine Hebamme, ach ich hab das geliebt, wir haben dann immer noch einen Kaffee getrunken und über so viele spannende Dinge diskutiert! Mir fehlen ihre Besuche echt…

    • Oh schön! Ja, so hatte ich mir das eigentlich auch vorgenommen, weil Hebammen einfach um einiges entspannter sind. Ich frage mich, ob meine Schwangerschaft dann anders verlaufen wäre. Hmm.

  2. In der ersten SS wurde mir vom doc zu allen Vorsorgeuntersuchungen geraten, alles sei wichtig und nötig. Ich hatte aber so viel gelesen, dass ich nur 4x Ultraschall als standart machen lies. Der doc hats nicht ganz Kommentarlos hingenommen.
    In der 2.musste ich den Arzt (hab dann gewechselt) eher darum bitten mal zb den Eisen Wert zu checken, da ich dauermüde war. Da fühlte ich mich unterversorgt. Ich muss aber dazu sagen, dass ich dazwischen 8 Fehlgeburten hatte und „ein wenig angespannt“ war…
    Ich denke man kanns tatsächlich übertreiben, es ist aber auch Einzelfall abhängig. ..

    • Ohje… Das sind ja zwei vollkommen verschiedene Situationen. Auf der einen Seite wünscht man sich die beste Versorgung, auf der anderen kann das auch einfach zu viel werden. Es ist nicht ganz einfach.
      Und ja, das muss jeder für sich selber entscheiden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.