Ein Trip nach Berlin

Am Samstag machten wir uns von der Nähe Jena auf den Weg nach Berlin. Um vier Uhr in der Früh klingelte der Wecker. Mein Mann und ich machten uns fertig, während wir Baby noch eine Weile schlafen ließen.
Netterweise hatte meine Schwiegermutter am Vorabend ein paar Brote für uns gemacht, so blieb uns am Morgen mehr Zeit.
Der Kleine wurde sanft geweckt und war trotz der Uhrzeit gut drauf. Schnell angezogen und ab zum Bahnhof.
Von dort fuhren wir knapp eine Stunde mit der Bummelbahn nach Leipzig. Dann ging es mit dem ICE weiter nach Berlin. Das war Simons erste, größere, Zugreise.
Da er nach wie vor sehr neugierig ist, musste im Abteil natürlich erst mal alles angefingert werden. Jeder Sitz wurde geprüft, der Tisch begutachtet und mit ganz viel „da, da, das“ wurden die Lichter bestaunt.
Dann konnten wir sogar einigermaßen bequem frühstücken und die Zugreise genießen. Es ging viel besser, als ich vermutete.

Vor und im Zug.

Vor und im Zug.


Als wir in Berlin angekommen sind, machten wir uns auf den Weg zur technischen Universität. Simon wurde im Kinderwagen geschoben und so fuhren wir mit der S- und U-Bahn einige Stationen. Es wurde wieder alles mit „da, das, da“ kommentiert.
Mein Mann verschwand für ca zwei Stunden in der Uni und ich drehte mit Simon ein paar Runden, in der Hoffnung etwas grün zu finden.
Am Kanal angekommen schlief der Kleine natürlich ein und so beobachtete ich die Angler, Jogger und Hunde. Nach einer Weile setzte ich meine Runde fort und kam schließlich wieder am Unigebäude an. Nun, wo alles von Platten, Autos und Lautstärke umgeben war, wachte Baby (ja, er ist immer noch eins!) natürlich auf und wollte sich bewegen.
Also habe ich ihn auf dem Gelände etwas herumkrabbeln lassen. Er sammelte einen Stock, ein paar Steine und schien sich an der Umgebung wenig zu stören (im Gegensatz zu mir).

Stock und Stein.

Stock und Stein.

Als mein Mann fertig war und unser Bekannter eintrudelte, klapperten wir die üblich Verdächtigen Sehenswürdigkeiten ab. Für Simon bedeutete das, eine lange Zeit im Kinderwagen ausharren.
Anfangs war das alles auch kein Problem. Er spielte Propeller im Wagen und hatte offenbar genug Ablenkung. Selbstverständlich schlief er auch wieder ein.
So konnten wir ohne knatschen von der Uni, bis zum Brandenburger Tor laufen.
Im Eiscafè angekommen, wurde er natürlich munter und erfreute sich an dem (unfassbar leckerem) Eis. Dann wieder zurück in den Kinderwagen und weiter im Text. Zunächst gab es Protest, aber alsbald war wieder genug Ablenkung vorhanden.
Wir schlenderten weiter die Straße entlang, an den Botschaften vorbei, bis runter zum Ritter Sport Laden (Juhu! Schoki!) Dort drinnen war es natürlich auch spannend und bunt. Dennoch merkte man dem Kleinen langsam die Ungeduld an, denn er wollte ständig raus. Bei 30 Grad, hatte aber keiner wirklich Lust ihn durch die Gegend zu tragen. Also versuchten wir ihn mit der Trinkflasche oder einem Keks bei Laune zu halten. Hin und wieder holten wir ihn natürlich raus, damit er sich auch etwas umsehen konnte.
Allerdings ist der Kleine so aktiv, dass er sich nicht damit zufrieden gibt, nur auf dem Arm zu sein. Er will krabbeln, laufen und alles angrabbeln.
Es war gut, dass sich Simon von den Menschenmassen und dem Straßenlärm gut ablenken ließ, sonst wäre er vermutlich unerträglich geworden (was absolut verständlich ist).
Über den Gendarmenmarkt ging es dann noch zum Alexanderplatz. Fix den Fernsehturm und die Weltuhr angeschaut, bevor es mit der S-Bahn zurück in Richtung Bahnhof ging.

Am Hauptbahnhof angekommen, gönnten wir uns einige verschiedene Becher Obst und setzten uns nach draußen. Dort konnte Simon endlich wieder frei um die Sitzbank laufen. Als es dann wieder in den Wagen ging, war das Geschrei groß. Doch es nutzte alles nichts, denn der Zug kam bald.

Wir haben uns in den hinteren Teil des Zuges verkrümelt, so konnte Baby etwas über den Boden krabbeln, ohne andere Fahrgäste zu stören.
Doch auch das hin und er gelaufe zwischen den Sitzen, machte alsbald keinen Spaß mehr. Dafür aber das auf und zuklappen des Tisches. Als das langweilig wurde, gab es noch etwas Obst. Anschließend zwei Minuten aus dem Fenster schauen und dann wieder Gemecker. Krabbeln wollte er aber auch nicht mehr. Müdigkeit machte sich breit. Schlafen war dann aber auch irgendwie doof. Man merkte ihm die Hitze, Müdigkeit und Überreizung an. Bei Papi auf dem Arm ließ es sich dann doch gut aushalten und so schlummerte er bald ein.

Schlafend im Zug.

Schlafend im Zug.

Als wir in Leipzig ankamen, bauten wir fix den Kinderwagen auf und legten Simon hinein. Er schlief recht schnell wieder ein und wir konnten auf den Bummelzug warten. Während der Fahrt wurde er wieder wach, aber im halb dösenden Zustand, blickte er starr in die Leere.
Endlich am Zielbahnhof angekommen, pflanzten wir ihn noch ins Auto. Ohne Gemecker fuhren wir dann noch etwa zwanzig Minuten zu meinen Schwiegereltern. Doch damit nicht genug; Kaum kamen wir dort an, gaben wir Simon ab und verschwanden ins Restaurant. Noch schnell einen Imbiss geholt, konnten wir dann den Abend ausklingen lassen.

Der Kleine freute sich, dass er bei Oma und Opa endlich wieder krabbeln und alles angrabbeln konnte.
Als wir ins Bett gingen, schlief er zügig ein und wurde erst gegen halb neun morgens munter.

Er hat diesen langen Trip nach Berlin ganz wunderbar gemeistert und ich hoffe, dies wird in Zukunft auch so bleiben! Ebenso hoffe ich, dass es für ihn erträglicher wird, wenn er selber ein paar Schritte laufen kann.

Sonnige Grüße.

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