Sevilla – Die Innenstadt

Wir haben großes Glück dass unser Sohn ein Langschläfer ist. Meistens wacht er nicht vor 8 Uhr auf und so war es auch an diesem Sonntag. Wir haben also alle ausgeschlafen, machten uns langsam fertig und gingen zum Frühstück. Da wir uns in einem vier Sterne Hotel befanden, war das Essen recht üppig und für jeden sollte etwas dabei sein. Verschiedene Brot/Toastsorten, Brötchen, reichlich Obst, Wurst/Käse, Aufstrich, Tomaten, Bohnen und Bacon (hallo Großbritannien), Churros, Kartoffeltaler, Säfte, Tee, Kaffee und so weiiiiteeeer!
Wir schlugen uns den Bauch voll, während Simon mit einer netten Bedienung „flirtete“.

Anschließend packten wir auf dem Zimmer unseren Rucksack und fuhren mit dem Auto nach Sevilla in die Stadt. Natürlich schlief der Kleine derweil ein, aber wir waren sowieso locker eine Stunde damit beschäftigt einen Parkplatz zu finden. Stephan kannte noch die ein oder anderen Schleichwege von damals, aber auch da hatten wir keinen Glück.
Irgendwann fanden wir schließlich einen und Simon wachte prompt auf. Auf den Weg in die Stadt, schlenderten wir durch einen wunderschönen Park. Orangenbäume, Brunnen, zahlreiche Vögel  (die ich sonst nur -traurigerweise- aus dem Zoo kenne), kleine Teiche und Hunde begleiteten uns.
Nachdem ich einige der Slums an den Ausläufen der Stadt gesehen habe, wechselte sich hier das Bild. Plötzlich war alles sauber, idyllisch und friedlich.

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Simon und Stephan schlendern durch den Park.

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Springbrunnen im Park.

Schließlich kamen wir am Spanischen Platz an. Um ehrlich zu sein habe ich mir diesen etwas eindrucksvoller vorgestellt. Was einem zuerst in’s Auge sticht sind die zahlreichen Kutscher. Dann und wann ein paar Leute, die ihre heißen Maronen verkaufen wollen.
Wir schauten uns dennoch genauer um und wenn man dann die einzelnen, mit liebe gestalteten, Fleckchen sieht, hat man fast wieder ein schlechtes Gewissen, weil der erste Eindruck so negativ gewesen ist. Es gibt kaum einen Zentimeter, der nicht nach Geschichte schreit. Überall kleine Symbole, von denen ich bis jetzt nicht weiß was sie alle zu bedeuten haben. Wenn man bedenkt dass der Platz 1924 gebaut wurde, bzw dort seinen Anfang fand, ist es gleich doppelt so erstaunlich, was die Menschen damals auf die Beine gestellt haben.

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Eine der Kutschen.

 

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Details auf dem Boden.

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Kunst an der Wand.

Da wir an einem Sonntag in die Stadt kamen, waren viele der kleinen Läden in den Gassen zu. Stattdessen sah man beschmierte Rollläden und teilweise versiffte Ecken. Wieder ein immenser Gegensatz zu der Touristenecke, die sich zB um die berühmte Kathedrale abzeichnete. Dort war es sauber und gepflegt. Kutscher wollten uns ihre Touren andrehen (ähnlich wie beim oben genannten Platz), Hellseherin die Zukunft voraussagen. Hier und da gab es kleine Weihnachtsstände.
Irgendwie war es ein komischer Tag. Ich wusste nicht so recht ob mir die Stadt gefällt oder nicht. Prinzipiell bin ich lieber außerhalb des Tourismus unterwegs, doch was sich mir dort geboten hat, fand ich nicht wirklich beeindruckend.

Wir haben fast den ganzen Tag damit verbracht etwas zu essen zu suchen. Nicht dass es keine Bars und Restaurants geben würde, aber keine von ihnen bietet etwas für Vegetarier. Auch Kindersitze sind in den meisten Etablissements Fehlanzeige.
Als wir eins der insgesamt fünf vegetarischen Restaurants fanden, wurde uns gleich gesagt dass sie in einigen Minuten schließen. Also zogen wir weiter.
Kaum einer kann dort englisch und so verständigte man sich mit Händen und Füßen und mit den paar Brocken spanisch die mein Mann kann.
Es kam der Punkt, da hatten wir gefühlt ganz Sevilla abgelaufen. Ich machte mir Sorgen wegen dem Kleinen und mein Hunger meldete sich auch immer mehr. Wir gingen also in die nächste Bar und es war mir egal ob es dort Kindersitze gab oder nicht. Dann muss der Wirbelmon eben auf den Schoß oder der Bank sitzen. Letzteres klappte übrigens hervorragend. Habe ich nicht für möglich gehalten.
Wir bestellten Sandwich mit Schinken und Käse, eine Fischsuppe und etwas von dem wir zunächst nicht wussten was es war. Es stellte sich als Rührei mit Bohnen heraus und somit gab es auch etwas für mich. Stephan ließ sich die Suppe schmecken und Simon biss paar mal vom Sandwich ab.
Ich fummelte den Schinken runter und voilà, schon hatte ich etwas mehr Auswahl.

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Sandwich mit Chips. Ungewöhnlich, aber lecker!

Nach unserer Mahlzeit wurde es draußen langsam kühler, die Sonne verschwand und wir machten uns die 1,5km zurück zum Auto. Im Hotel angekommen erfreuten wir uns noch an den Donuts, die wir in der Stadt kauften.

Ich habe die Innenstadt an diesem Tag mit gemischten Gefühlen verlassen. Auf der einen Seite sah man etwas modernes, dann wieder heruntergekommenes und im nächsten Moment die typischen kleine spanischen Gassen.
Allerdings waren meine Augen meistens auf die Speisekarten der Bars gerichtet, da ich ständig vegetarisches und/oder Kindergerechtes suchte. Deshalb sollte Sevilla, zwei Tage später, eine zweite Chance bekommen.

Sonnige Grüße.

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