Wandern in Casares

Nach unserer Besichtigung von Sevilla und der längeren Autofahrt nach Estepona, sollte es für uns wieder in die Natur gehen. Wir schauten in den Wanderführer und fanden eine nette kleine Beschreibung zu einem Weg von Casares über die Berge. Der Abschnitt „Abstieg auf schmalen, steilen Pfad“ machte mich zwar etwas stutzig, aber ich willigte dennoch ein. Für drei Stunden war der Wanderweg angegeben. Perfekt also für uns.

Wir packten unseren Rucksack mit Wasser, Sandwiches, Obst und Knoppers und fuhren los. Hey! Da waren ja wieder meine Lieblings-Serpentinen!
In Casares angekommen, ließen wir das Auto stehen, schnallten uns die Trage und den Rucksack um und los ging es.

Gleich zu Beginn kam ein leichter Anstieg, der mühelos zu laufen war. Die Straße war so breit, dass selbst Autos vorbeifuhren. Schon nach einigen Metern hatte man eine tolle Aussicht auf die umliegenden Berge und die Stadt. Das Wetter war herrlich und genau richtig zum Wandern.

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Die Wanderung beginnt.


Den Kleinen ließen wir bis zu unserer ersten Rast in der Trage.
Auf einer kleinen Bank machten wir es uns gemütlich und Simon konnte sich die Beine vertreten.

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Pause beim Wandern.

Er wollte auch gar nicht mehr zurück in die Trage, sondern tippelte fröhlich mit uns mit. Ihn störte es nicht im Geringsten dass es immer weiter nach oben ging. Er hatte nur Augen für die umliegenden Steine.
Die Aussicht wurde immer schöner. Mittlerweile konnte man die ganze Stadt von oben sehen. Die Sonne strahlte, am Himmel gab es wunderschöne Wattebausch-Wolken, im Hintergrund hörte man immer wieder einen Hund bellen und das läuten von Glocken, welche einige der Schafe trugen.

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Tal unterhalb von Casares.

Auch der weitere Weg bot reichlich Abwechslung. Entweder man hatte große Bäume rechts und links, kleinere und größere Anwesen, Kakteen, oder Tiere mümmelten sich durch das Gras.
Bis auf das ein oder andere Auto, haben wir allerdings keine anderen Wanderer getroffen.
Als sich der Weg teilte, machten wir nochmals eine kurze Rast und schauten auf unseren Wanderführer. Simon knabberte derweil genüsslich an Sesamstangen und genoß das schöne Wetter sichtlich. Langsam bemerkten wir allerdings seine Müdigkeit. Aber er wollte unbedingt noch weiter laufen.

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Mutti braucht eine Pause.

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Auch Simon macht es sich gemütlich. Der Mann versucht derweil auf den Baum zu klettern.

Wir gingen weiter und ein letztes Mal ging es noch ein Stückchen nach oben. Dann hatten wir den höchsten Punkt erreicht und konnten uns an dem herrlichen Ausblick erfreuen. Casares sah nun winzig klein aus und zwischen den Bäumen sah man etwas von unserem gelaufenen Weg.

Wir kamen wieder zu einer Gabelung, wussten nun aber wie es weiterging. Durch eine Schranke durch, konnten uns nun keine Autos mehr folgen.
Der weitere Weg führte durch eine kleine Forststraße. Es wurde etwas mühseliger mit dem Laufen, da viele Äste im Weg lagen.
Der Kleine wurde auch immer müder und so kam er vorerst zurück in die Trage. Es dauerte nicht allzu lange, da schlief er ein und wir konnten etwas zügiger machen.
Wir hatten die drei Stunden mittlerweile erreicht, waren aber erst bei etwa 7km von insgesamt 11.

Für die weitere Route lasse ich einfach mal die Bilder sprechen:

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Ich versteh ALLES! Oder so ähnlich.. .

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Wir kamen wieder an einer Gabelung an und Simon wurde langsam wach. Etwa 300 Meter vom eigentlichen Wanderweg, verlief noch ein kleiner Pfad, der eine wunderschöne Aussicht versprach. Wir gingen auch dort entlang und staunten nicht schlecht als plötzlich eine Infotafel über Geier am Wegesrand stand. Und tatsächlich sahen wir drei, vier der Vögel auf dem Berg sitzen.
Der Kleine wollte raus, doch die versprochene Aussicht war noch einige Meter höher gelegen. So nahmen wir ihn aus der Trage und Stephan machte sich alleine weiter auf den Weg, während Simon und ich es uns gemütlich machten und mit Steinen und Stöcken spielten.
Nach ein paar Augenblicken war mein Mann auch schon wieder da und wir gingen wieder zurück zum eigentlichen Weg.

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El Buitre Leonado.

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Wer findet den Geier/die Geier?

Es ging einige Meter bergab und der Abstieg begann. Wir sahen noch eine kleine Hütte mit Bänken, an der wir unsere letzte, große Pause machten.
Wir ließen uns die Sandwiches schmecken und genoßen dabei die Ruhe.
Für den weiteren Weg entschieden wir uns Simon wieder in seine Trage zu setzen.
Mittlerweile waren wir bei gut vier Stunden Wanderung angekommen.

Dann begann der richtige Abstieg und mir wurde klar was mit „lang, schmal und steil“ gemeint war. Als kleine Anmerkung im Reiseführer stand noch dass man trotz des anspruchsvollen Abstiegs, die Aussicht immer wieder genießen sollte.
Das taten wir am Anfang auch noch. Casares sah man immer noch in einiger Entfernung und das Meer dahinter ließ einen Träumen. Auch den Fels von Gibraltar erkannte man und sogar eine Aussicht auf Afrika war möglich.

Simon wurde etwas unruhig. Vielleicht merkte er dass der Abstieg uns anstrengte. Ich ging vor um Stephan (der den Kleinen in der Trage hatte) immer mal wider zu helfen. Wir sangen „Das Nil vom Krokodil“ – „Auf der Mauer, auf der Lauer“ und andere Lieder, die Simon wieder in eine bessere Stimmung versetze.
Dann und wann musste man kurz innehalten und sich gründlich überlegen wo und wie man seinen Fuß als nächstes setzt. Manchmal war es nicht anders möglich, als sich auf den Hosenboden zu hocken und auf allen Vieren langsam vorwärts zu machen.
Zunächst fand ich das alles noch recht amüsant und hatte das Gefühl wir kämen gut voran, aber der Abstieg nahm kein Ende.
Als dann auch noch eine kleine Passage mit steilem Abhang direkt neben dem Weg kam, fing ich an leise vor mich herzufluchen. „Wieso müssen wir immer solche Wege laufen?“ – „Und Wer kommt überhaupt auf die dämliche Idee sowas als Wanderweg auszugeben?“ – „Warum sitzen wir nicht gemütlich in einer Bar?“ Stephan lachte sich hinter mir kaputt „Das macht doch Spaß!“ betonte er immer wieder.

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Irgendwo dort sind wir runtergeklettert.

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Nach einer halben Ewigkeit sah man endlich eine ordentliche Straße, allerdings führte unser Weg noch lange nicht dorthin.
Hinter einem Zaun kauten einige Ziegen genüsslich am Gras, während ich mir wünschte endlich wieder auf einem gescheiten Weg zu laufen.
Es dauerte noch einige Meter, doch dann kam endlich die Abzweigung! Ich atmete tief durch war froh wieder befestigten Boden unter meinen Füßen zu haben. Keine Abhänge, keine merkwürdigen Passagen, keine Sträucher an denen man sich die Finger piekte.
Simon konnte wieder aus der Trage und wir tippelten fröhlich den letzten Kilometer zum Auto.

Nach insgesamt fünf Stunden kamen wir bei Fred (also dem Auto) an. Juhu geschafft!

Aber dann gab es ja noch die Rückfahrt über die Berge…
Wobei diese mir nun etwas weniger ausmachten.
In der Wohnung angekommen, aßen wir noch die restlichen Nudeln mit Tomatensoße vom Vortag und ich erfreute mich an einem kühlen Bier!

Sonnige Grüße!

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