Zu viel des Guten

Seit Weihnachten sind wir nur unterwegs. Und schon nach einigen Tagen hat man den Kindern angemerkt, dass es für sie zu viel gewesen ist.

Nur unterwegs - Wenn es den Kindern zu viel wird.

Nur unterwegs – Wenn es den Kindern zu viel wird.

JEDEN TAG NEUE EINDRÜCKE

Am 24.12. sind wir zu meinen Schwiegereltern gefahren. Dort haben wir mit den Großeltern, der Schwägerin und deren beiden Jungs Weihnachten gefeiert.

Ich merkte gleich am ersten Abend dass das für Alwin zu viel ist. Er war unruhig, nörgelig und weinte viel. Sehr ungewohnt, für das sonst so ruhige Baby. Stillen klappte gar nicht und tragen hat auch nicht geholfen.
Simon war ebenfalls sehr aufgeregt. Bei Oma und Opa zu sein, ist eh immer spannend und dann waren noch seine beiden Cousins dort und die ganzen schönen Geschenke gab es auch noch.

Ständig gab es Action, essen, Spielzeug, Spaziergänge und vor allem Lautstärke.

Am 27.12. sind wir dann nach Konstanz gefahren. Dort lebt nun der Schwager und sie haben uns über Silvester eingeladen. Da ich meine Familie zu Weihnachten nicht gesehen habe, fuhren meine Eltern, samt Nichte und Neffe ebenfalls nach Konstanz und wir teilten uns eine Ferienwohnung.

Auch das war natürlich total aufregend für alle. Simon sah seine andere Oma und seinen anderen Opa, dazu noch Cousin und Cousine. Und die hatten auch noch alle Geschenke dabei!
Am ersten Abenden gingen alle erst sehr spät in’s Bett, was aber auch daran lag, dass wir erst wahnsinnig spät angekommen sind. Dank Stau und nörgeligen Kindern, mussten wir öfter Pause machen. Simon war nach der Ankunft froh, sich endlich frei bewegen zu können. Und die beiden Großen freuten sich auf Simon und Alwin. Da konnten wir unmöglich gleich alle in die Federn schicken.

Bis Anfang des Jahres blieben wir dort (meine Eltern reisten bereits Silvester ab). Dann waren wir zwei Nächte Zuhause und fuhren dann wieder für weitere zwei Nächte zu den Schwiegereltern.

Wahnsinn!

ALLES ZU VIEL

Alwin kam so gut wie nie zur Ruhe. Ich musste immer den Raum wechseln. Meine Schwiegermutter machte uns bei sich Zuhause über Weihnachten eine kleine Kuschelecke. Nur dort kam der Kleine zur Ruhe. Bei dem Gewusel unten, trank er weder richtig, noch konnte er einschlafen. Und wenn er schlief, wurde er unsanft durch Lautstärke geweckt.

In der Ferienwohnung war auch immer etwas los. Es wurde gespielt, gekocht, gehopst, usw. Mit Alwin musste ich immer in’s Schlafzimmer gehen, sonst kam er auch dort nicht zur Ruhe. Selbst wenn wir Fädelraupe spielten, war ihm das Geräusch des Würfels offenbar zu viel.

An Silvester war er auch sehr weinerlich. Meine Schwägerin machte es uns im Schlafzimmer gemütlich. Mit roten schwummrigen Licht und Decken, fühlte sich Alwin wohl und konnte in Ruhe trinken und schlafen.

Zur Ruhe kommen.

Zur Ruhe kommen.

AUCH FÜR DIE GROßEN WAR ES ZU VIEL

Doch nicht nur an dem Baby merkte man dass alles etwas zu viel war, sondern auch an Simon.

Er machte fast nie Mittagsschlaf, weil wir täglich unterwegs waren. Hier in’s Restaurant, dort ein Stadtbummel oder in ein Museum. Er hatte einfach keinen Bock mehr und hat das auch durch knatschig sein und absolute Verweigerung von Kompromissen deutlich gemacht.
Das fing am Morgen mit dem Anziehen an und endete am Abend beim Essen. „Nein, nicht raus.“ – „Nein, nicht essen.“ – „Nein, nein, nein, nein!“ Im Museum warf er sich auf den Boden oder rannte fort. Mit dem Essen matschte er meistens nur rum und recht machen konnte man ihm selten was.
Mir war zunächst gar nicht bewusst, weshalb er so bockig reagierte. Ich brauchte einige Tage um es zu merken.

Selbst meine Nichte (9), mein Neffe (7) und die beiden Kinder meines Schwagers (6 und 3), hatten schon immer gesagt sie möchten nichts mehr unternehmen oder gingen nur widerwillig mit.
Nicht mal der Wildpark hat allen gefallen, obwohl ich davon überzeugt war das sei etwas für jeden.

Hunger, kalt und langweilig waren die häufigsten Worte an diesem Tag.

WENIGE TAGE, VIEL ACTION

Meine Eltern blieben vier Nächte und wir selber sechs Nächte. Keine wirklich lange Zeit. Deshalb wollten wir natürlich so viel sehen wie möglich. Das war allerdings keine wirklich gute Idee, denn den Kinder tat das nicht so richtig gut.

Wir machten uns immer nach dem Frühstück auf die Socken und fuhren irgendwo hin. Meist gab es einen Snack zwischendurch und spät Abends waren wir erst zurück. Wenn alles gut lief, aßen wir um acht Uhr zu Abend. Vor zehn Uhr schlief niemand.

Wir bummelten durch die Stadt, waren zweimal im Museum, fuhren mit dem Zug und dem Katamaran. Zwischendurch ein bisschen Spielplatz. Wir besuchten zig Verwandte, feierten Weihnachten und Silvester. Fuhren viel im Auto herum, spazierten oft durch die Gegend. Kaum saßen die Kinder müde im Auto, konnten wir wieder aussteigen. Kaum schlief Alwin im Kinderwagen, packten wir ihn wieder um.
Wie sollte es da erholsam für die Kleinen sein?

Auf der Heimfahrt unterhielt ich mich lange mit meinem Mann und wir kamen zu dem Schluss, dass wir das beim nächsten Mal definitiv anders organisieren müssen. Mehr Pausen und mehr für die Kinder, damit sie nicht die Lust am Urlaub verlieren. Denn immerhin soll es ja auch für sie etwas besonderes sein und auch sie müssen sich wohlfühlen.

Ich nehme an, dass im Endeffekt zwar alle ihren Spaß hatten, aber ich bin froh, nun wieder Zuhause zu sein und für einige Zeit keine langen Fahrten mehr machen zu müssen!
Simon geht es da ähnlich, er wollte schon gar nicht mehr vor die Tür. Nicht mal mit Schnee konnten wir ihn locken. Wir haben ihn auch gelassen. Den einen Tag, den wir Zuhause verbrachten, ehe wir wieder zu den Schwiegereltern fuhren, lümmelten wir nur Zuhause rum und spielten mit den neuen Geschenken.

Gemütliches spielen Zuhause.

Gemütliches spielen Zuhause.

Sonnige Grüße.

4 Gedanken zu „Zu viel des Guten

  1. Pingback: Fünf Freitagslieblinge - 06.01.'17 - Sonnenshyn.de

  2. Vielen Dank für deinen Artikel. Da ist viel wahres dran. Wir merken das auch jedes Jahr wieder. Wir sind die kompletten Feiertage unterwegs, dann will man die freie Zeit mit Papa auch noch richtig ausnutzen, fährt zur Patentante und übernachtet beim Onkel. Wir haben in der Tat lange gebraucht, bis wir gemerkt haben, dass wir uns allen den größten Gefallen tun, wenn wir nach Weihnachten einfach mindestens einen ganzen Tag lang nichts tun, bevor das Programm weiter geht. Die Kinder wollen spielen, die Erwachsenen einfach nur faulenzen. So ist es für alle das Beste. Meine Kinder sind jetzt 10 und 6 und immer noch profitieren wir alle von dieser Lösung.
    Viele liebe Grüße
    Carola

    • Genau, die Zeit mit dem Papa war auch irgendwie ganz anders, als wir uns das vorstellten.
      Durch das Ganze hin und her, hatten die Kinder kaum was von ihm. Wir waren zwar ständig alle zusammen, kamen aber kaum richtig zur Ruhe.

      Für nächstes Jahr müssen wir uns was anderes einfallen lassen.

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