Das große Krabbeln

Simon kann jetzt seit knapp einer Woche krabbeln und er übt jeden fleißig weiter. Die ersten zwei, drei Tage sah es noch sehr tapsig aus, mittlerweile bekommt er sich selber gut in den Griff. Doch damit nicht genug, kaum kann er das eine will er schon das nächste; Er zieht sich an Möbeln hoch. Im Moment scheint alles auf einmal zu kommen. Sich eigenständig aufsetzen kann er gerade mal 2,5 Wochen.
Das habe ich bei ihm allerdings schon oft beobachtet. Kaum kann er ansatzweise das eine, will er gleich das nächste. Anstatt sich erst einmal auf die neue Fähigkeit zu konzentrieren, muss es immer gleich der nächste Schritt sein. Manchmal frage ich mich, woher er diese Ungeduld hat und muss dann feststellen dass es bei mir ähnlich ist. Vieles können, aber alles nur halbherzig.

Die beiden neuen Lieblingsbeschäftigungen, krabbeln und hochziehen, bedeuten natürlich auch viel neues Potenzial sich zu verletzten und die Mami in den Wahnsinn zu treiben. Grundsätzlich wird natürlich dahin gekrabbelt wo man nicht hin soll. Richtung Steckdose, Kabel, Fahrrad (ja, die hängen bei uns in der Wohnung), Fernseher, Mülleimer, etc.
Obwohl ich schon diverse Regale leer geräumt habe, findet der Kleine immer wieder neue Dinge die er nicht haben sollte. Neulich zog er das Staubsaugerrohr hinter sich her. Oder die Wasserflasche, den gelben Sack oder das Headset. Man kann also aufpassen wie man möchte und die Zimmer umräumen, mit Adleraugen das Baby bewachen, es findet immer etwas. Manche Sachen waren mit vorher auch gar nicht bewusst. Zum Beispiel dass er mit den Füßen unten in der Couch hängen bleiben kann oder dass er Stuhlbeine anknabbert. Anfangs war ich noch guter Dinge und lies ihn für kurze Momente unbeobachtet auf dem Boden sitzen. Das kann ich mittlerweile nicht mehr machen, denn binnen Sekunden ist die andere Seite des Raumes erreicht und es wird am Computer gefummelt. Deshalb immer (und sollte man noch so kurz den Raum verlassen) das kleine Wesen in den Laufstall packen oder eben mitnehmen.
Ich habe übrigens das Gefühl, dass die Wohnung mittlerweile viel sauberer ist. Fast täglich wird gesaugt, denn Simon sammelt auch gerne Fusseln oder die Krümel vom Frühstück auf. Der Kartoffelbrei von gestern schmeckt bestimmt auch noch gut, nachdem er in die Ritzen des Hochstuhls gefallen ist.
Es ist nicht so dass ich hier alles steril haben will. Im Gegenteil. In meinen Augen kann zu viel Sauberkeit gefährlicher als die Krümel sein. Aber dennoch muss man ja nicht unbedingt die Fusseln vom Teppich essen.

Auch für unseren Schrank im Flur, der voller Reinigungsmittel ist, werden wir demnächst eine Lösung finden müssen. Der Schrank ist leicht zu öffnen und so könnte sich der Sonnenshyn bedienen und einen kräftigen Schluck WC-Reiniger trinken.

Was ich damit sagen will; Sobald das große Krabbeln beginnt, merkt man erst mal wie entspannt die Zeit vorher war. Und egal wie sehr man auch aufpasst, Unfälle passieren und das ist nichts verwerfliches. Aber es ist auch unfassbar lustig und natürlich ist er wieder da; Der Stolz.
Wieder ein Meilenstein erreicht!

Sonnige Grüße.

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