Der erste Besuch beim Zahnarzt

Simon war Anfang der Woche zum ersten Mal beim Zahnarzt und wir haben einen echten Glückstreffer gelandet. Der Arzt war fabelhaft und wenn ich so einen als Kind gehabt hätte, würde ich heute wohl nicht so eine Angst haben.

Simon im Wartezimmer beim Zahnarzt.


WENN DIE MAMA SELBER ANGST HAT

Ich selber bin ein totaler Jammerlappen beim Zahnarzt. Erst vor einigen Monaten traute ich mich wieder hin, nachdem ich fünf Jahre (!) nicht gegangen bin.
Zuvor habe ich das Internet durchforstet und Freunde und Bekannte ausgefragt, denn seit wir hier wohnen, habe ich noch keine Praxis von innen gesehen.

Die Bewertungen und Leute sprachen eine eindeutige Sprache und so machte ich im Februar einen Termin. Tjoa und wie das so ist, wenn man sich jahrelang mit Mist ernährt und nie zum Zahnarzt geht, es muss einiges bei mir gemacht werden… Selber schuld!

Doch fühlte ich mich gleich ernst genommen. Schon am Telefon sagte ich, dass ich Angst habe und die Helferin versicherte mir „Das bekommen wir schon hin“. Auch der Arzt nahm mich ernst und ich fühlte mich zu keinem Zeitpunkt lächerlich.
Nach drei Terminen für mich, fragte ich wie es denn beim Kind ablaufen würde und wann sie überhaupt zum Zahnarzt gehen sollten.

Mutti beim Zahnarzt!
*bibber*

MIT DEM KIND ZUM ZAHNARZT

Mir wurde geraten so früh wie möglich die Praxis aufzusuchen. Gar nicht um großartig im Mund rumzuwerkeln, sondern einfach nur um zu gucken wie verhält sich Simon und wie weit kann man gehen. Er soll sehen dass es nichts schlimmes ist und es wurde mir mehrfach versichert, dass nichts gemacht wird, was er nicht möchte. Er soll nur positive Erfahrungen und Eindrücke mitnehmen.

Simon ging voller Freude mit mir zum Zahnarzt. Tage vorher erzählte ich ihm was er dort alles anschauen kann und dass der Arzt gerne mal in den Mund schauen möchte. Zuhause hat er dann auch immer lachend den Mund aufgemacht.

In der Praxis angekommen, spielte Simon erst mal ein bisschen im Wartezimmer. Der Arzt kam dazu und knüpfte ersten Kontakt. Er fragte ihn ein bisschen was und spielte mit ihm. Anfangs war mein Großer noch etwas zurückhaltend, aber das legte sich schnell. Der Zahnarzt verschwand wieder für einen Augenblick und ich erklärte Simon dass es noch andere Räume gebe, die man sich anschauen kann.
Kaum war der Arzt wieder zurück, erzählte er ihm dasselbe und fragte ob Simon sich einen Behandlungsraum anschauen mag. Mit mir an der Hand ging es dann los.

Kaum betraten wir den Raum, musterte der Große die ganzen Instrumente. Er fragte was das alles sei und der Arzt erklärte in Ruhe und gab ihm die Instrumente auch in die Hand. Hier und da durfte er drücken und er freute sich über die Luft aus dem Schlauch und füllte Becher mit Wasser, welches er dann wieder mit dem Sauger wegsaugen durfte.
Wir saßen gemeinsam auf dem Stuhl und der Zahnarzt fragte, ob Simon den Stuhl mal nach hinten machen möchte. So durfte er also wieder Knöpfe drücken und freute sich.
Mit einer speziellen Kamera, kann der Arzt Fotos von den Zähnen machen. Zunächst machte er aber einfach nur ein Bild von Simon und zeigte ihm das auf dem Monitor. Wieder freute sich der Große.

Schon beim nächsten Schritt machte Simon kurz den Mund auf. Der Arzt konnte für einige, wenige Sekunden auf die Zähne schauen. Dann allerdings weigerte sich Simon. Er wollte den Stuhl wieder hochfahren, was er auch durfte. Dann wollte er nochmal mit dem Sauger spielen und auch das wurde ihm gewährt. Der Arzt fragte nach kurzer Zeit ob er nochmal in den Mund schauen dürfte, um ein Foto zu machen, aber Simon wollte nicht. Wir versuchten es noch mit einem Spiegel, damit er selber mitschauen kann, aber auch damit machte er den Mund nicht auf.

DENNOCH EIN VOLLER ERFOLG

Also hat der Zahnarzt es gut sein lassen und verkündet dass doch alles super gelaufen ist und er für das erste mal schon weit gekommen war. Simon hat alle Milchzähne und keinerlei Löcher (nur etwas Frühstück war noch zu sehen *hust*)

Außerdem ist dem Arzt aufgefallen dass der Kiefer nicht 100% passend ist. Genau wie bei mir. Während meinen Eltern immer erzählt wurde, das es bei mir daran liegt, weil ich solange den Daumen im Mund hatte, kommt das bei Simon nicht in Frage. Denn er hat weder den Daumen, noch einen Schnuller oder sonstige Sauger verwendet. Allerdings hat mein Mann auch arge Probleme mit dem Kiefer, deshalb KANN es vererbt sein, muss es aber nicht. Der Zahnarzt geht sogar davon aus, dass es sich noch von alleine richten kann beim Großen. Wir warten also einfach mal ab.

Den Sauger, mit dem Simon hantieren durfte, hat er sogar mit nach Hause genommen. Der wird jetzt als Strohhalm genutzt.
Als wir die Praxis verlassen haben, sagte Simon zu mir „Das war schön bei Zahnarzt!“

Na, dann haben wir ja vieles richtig gemacht und ihm hoffentlich ein positives Bild vermittelt!

Sonnige Grüße.

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