Der Wutmon

Man ist ja schon manchmal ein bisschen naiv in seinem Leben. Gerade wenn es um gewisse Dinge bei Babys und Kindern geht, malt man sich gerne die schönsten Dinge aus.
So dachte ich auch, dass Kinder FRÜHESTENS um das zweite Lebensjahr herum Wutanfälle bekommen. Seit einigen Wochen wurde ich allerdings eines besseren belehrt.

Mittlerweile klettert er unglaublich gerne. Die Treppen im Hausflur, krabbelt er bis zu uns in den zweiten Stock hoch. Danach möchte er immer noch weiter auf den Dachboden. Wenn ich ihn dann packe und in die Wohnung verfrachte, wirft er sich mit dem Gesicht auf den Boden und schreit rum.
Es ist nun schon so weit, dass er anfängt zu meckern, sobald ich oben den Schlüssel ins Schloß stecke. Wie von der Tarantel gestochen, flitzt er um die Ecke und will weiter hoch.

Ein anderes Beispiel:
Als er diese Woche ins Bett ging, hopste er, wie gewöhnlich, durch das Bett. Er stellte sich an das Fenster und zeigte mir voller Freude die Bampe (Lampe) draußen. Auch den Baaauuu (Bäumen) musste noch gute Nacht gesagt werden. Dann machte ich das Rollo runter. Er schaute mich vollkommen entsetzt an und stimmte ein herzzerreißendes „Da? Da. Bampe. Da Bampe?“ an. Ich sagte ihm dass die Lampe auch morgen noch da sei und jetzt Schlafenszeit ist. Er klopfte weiter an das Fenster und fragte ständig nach der Lampe. Natürlich fing er an zu weinen. Er wimmerte immer wieder ein „Da!“ und „Bampe!“ Als ich ihn zu mir nahm, war es dann vorbei. Er drückte sich weg, brüllte wie verrückt, schmiss sich auf die Matratze und haute mit der Hand um sich.
Nach einer Weile kam er dann, kuschelte sich an und schlief ein.

Das Wickeln:
Es gibt Momente da lässt er sich absolut nicht gerne wickeln. Man kann nie sagen, ob nun Theater vorprogrammiert ist oder nicht. Manchmal fängt er schon an zu wimmern, wenn man nur sein Zimmer betritt. Spätestens auf dem Wickeltisch ist es dann aus. Es wird gestrampelt was das Zeug hält. Gebrüllt, geheult und Wutmon ist voll in seinem Element. Was soll man da machen? Ich biete ihm immer verschiedene Dinge an; Gebe ihm seine Bürste, eine Windel, jaja manchmal auch mein Handy (das hilft meistens) oder andere Kleinigkeiten die ich am Tisch finde. Wenn er allerdings richtig sauer ist, dann pfeffert er die Dinge einfach weg.
Dass man ruhig bleiben und mit den Kindern dann reden soll, fällt in solchen Momenten manchmal wirklich schwer und hilft auch nicht immer. Manchmal muss man dann einfach durch und für einen kurzen Moment das Geschrei ertragen.

Generell habe ich das Gefühl, dass die Wutanfälle immer etwas mehr werden. Er lässt sich auch nicht mehr so leicht abbringen. Wenn er nun den Hocker hochklettern will, dann will er das um jeden Preis. Der kann auch zehn mal umkippen, Simon muss wieder da hoch. Wenn man ihn wegträgt, wird gestrampelt bis zum Umfallen.
Und das schönste an der ganzen Sache; Er fängt gerade erst an, seinen eigenen Willen zu entdecken.

Wie geht ihr mit Wutattacken um? Bleibt ihr ruhig? Meckert ihr auch mal mit?

Sonnige Grüße.

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