Eingewöhnung im Kindergarten – Die erste Woche

Mit vier Jahren geht mein Großer nun erstmals in eine Betreuung. Wir haben im Dorf unseren Wunschkindergarten bekommen und ich möchte nun über die Zeit der Eingewöhung schreiben.

Basteln mag der Große schon immer. Jetzt kann er sich austoben.

DER ANFANG LÄUFT SEHR GUT

Wir hatten Ende Juli eine Schnupperstunde im Kindergarten und dort hatte ich bereits nach einigen Minuten ein gutes Gefühl. Wir wurden herzlich empfangen und mein Großer fühlte sich nach einer Aufwärmzeit von etwa zehn Minuten sehr wohl.

Was mich sehr beeindruckte war der Umgang der Erzieher mit den Kindern. Natürlich sollte es selbstverständlich sein mit den Kleinen im ruhigen Ton zu sprechen und immer auf Augenhöhe zu gehen, dennoch weiß ich, dass es nicht überall so ist. Außerdem fand ich es verhältnismäßig ruhig. Wobei mir die Erzieherin sagte, dass das nicht immer so sei.

Wie dem auch sei, Simon ging gleich nach oben in die Ecke mit den Bausteinen und Autos. Wenig später entdeckte er die Spielküche und dann war es um ihn geschehen. Ich war abgeschrieben. Somit hatte ich genug Zeit mich zu unterhalten. Viele Fragen konnten geklärt werden und mit jeder Minute fühlte ich mich besser. Auch die aufgeschlossene Art von meinem Kind, zeigte mir, dass es ihm hier gut gehen wird.

Nach etwas über einer Stunde verabschiedeten wir uns wieder und machten, bevor die eigentliche Eingewöhung los geht nochmal eine Schnupperstunde aus.

NACH EINER LANGEN PAUSE WIEDER ZURÜCK IM KINDERGARTEN

Schon auf dem Weg zum Kindergarten, war Simon Feuer und Flamme. Wir waren etwas zu früh dran und ich wollte ihn noch auf die Skaterbahn locken „Können wir erst in den Kindergarten bitte?“, huch! Na gut.
Draußen trafen wir eine Erzieherin, die beim letzten mal nicht anwesend gewesen ist. Sie begrüßte Simon freudig und sagte zu mir „Er wird das Tempo der Eingewöhung vorgeben. Wir nehmen uns die Zeit, die er braucht.“ Diese Sätze haben mein Herz höher schlagen lassen.

Doch Simon flitzte gleich in die Aula, zog sich die Schuhe aus und war nicht mehr gesehen. Seine Erzieherin kam raus und sagte mir, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn ich jetzt schon gehe. Sofern das für den Großen und mich okay ist. Ich sprach also mit Simon und er sagte einfach nur „Ja, ist gut Mami“ und flitzte wieder von dannen.
Wir machten aus, dass ich ihn nach 1,5 Stunden wieder abhole und so ging ich ohne ihn wieder nach Hause.

Wow. Was für ein Gefühl! Ich war unfassbar stolz auf ihn. Auf der anderen Seite brach es mir auch das Herz. Er hatte mich einfach gehen lassen. Obwohl er dort niemanden kannte und noch niemals in einer Betreuung gewesen ist. Kein klammern, kein weinen, kein Theater.

Ich kam also nach 1,5 Stunden wieder zurück und da saß er zwischen all den anderen Kindern mit einer riesen Schaufel im Sandkasten. Er bekam gar nicht mit, dass ich wiederkam und auch als er mich sah, kam keinerlei großartige Reaktion, außer „Ich möchte noch bleiben!“
Die Erzieherin sagte mir, dass er sowohl beim Singkreis mitgemacht, als sich auch ohne Probleme hat anziehen lassen. Zwar wollte er dann gleich raussausen, aber kam wieder zurück, nachdem ihm erklärt wurde, dass alle warten.

Da er noch viel Spaß im Sandkasten hatte, ging ich wieder. Eine Stunde später gingen die Kinder eh alle rein und dann würde er sich bestimmt besser trennen können.
So verschwand ich ein zweites Mal und ging einkaufen.
Der Wahnsinn.
Als ich ihn dann entgültig abholen wollte, räumten sie gerade den Garten auf und standen gemeinsam zum Sand ausschütten vor dem Eingang. Ich hielt mich zunächst noch bedeckt und hatte Spaß beim Beobachten.
Danach kam er auch ohne Probleme mit und erzählte mir vom Sandkasten und Liedern die gesungen worden sind.

Auf in den Kindergarten.

DANN STARTETE DIE RICHTIGE EINGEWÖHUNG

Na ja, zumindest sollte sie das. Die Realität sah dann so aus, dass er Montag und Dienstag wegen erhöhter Temperatur Zuhause geblieben ist. Ein Vorgeschmack auf das, was mich in den kommenden Jahren begleiten würde?! Wahrscheinlich.

Als dann; Am Mittwoch starteten wir also durch! Vielleicht auch gar nicht so schlecht, denn so hatte er nur eine 3-Tage-Woche.
Wieder machten wir 2 Stunden aus und als ich ihn abholte, wusste er selber nicht genau was er wollte. Nicht nach Hause. Oder doch? Er war traurig, weil sie bisher noch nicht draußen waren, aber auch sehr kaputt. Mit guten Zureden kam er dann schließlich mit. Auf dem Weg nach Hause erzählte er ein bisschen vom Erlebten und sprang fröhlich durch die Gegend.

Von den ersten zwei Tagen beflügelt, schlug die Erzieherin vor, dass wir am Donnerstag gerne bis halb 1 machen können. Beziehungsweise ich auf Abruf bereit bin. Prima, dachte ich mir. Ein Versuch ist es wert und da ich selber krank war, erhoffte ich mir dadurch Erholung.
Als ich ihn brachte, fragte er mich ob ich bleiben könne. So blieb ich, fünf Minuten. Dann verschwand er in seine geliebte Puppenecke mit Küche. „Dann hole ich dich nachher ab“ – „Jaaaahaaa“ und ich haute ab.

Es kam kein Anruf. Also blieb er die kompletten 4,5 Stunden. Als ich zum Abholen kam, waren sie gerade draußen am Aufräumen. Ich wartete ab, bis sie drinnen waren. Er war sehr, sehr müde, aber auch sehr, sehr glücklich. Er erzählte von seiner Eule, die er gebastelt hat, dass sie in der Turnhalle waren und draußen. Super aufregend. Auch wollte er nun nach Hause, aber sagte auch wie kaputt und müde er sei.
Zuhause lümmelte er sich auf das Sofa, ehe es Essen gab. Kaum hatte ich den Kleinen hingelegt, kam auch Simon und meinte, er möchte gerne schlafen. 20 Minuten Powernapping gab es dann und das hat er auch sehr gebraucht.

Er isst sogar dort. Alles wird restlos verputzt.

FREITAG

Am Freitag ging ich selber gleich mit in die Gruppe rein, weil ich noch ein paar Fragen hatte. Als ich mich verabschieden wollte, rief Simon „Nein Mama! Kannst du bleiben?“ Oweia! Dachte ich. Doch nach nicht mal 2 Minuten war auch schon wieder gut. Es war das erste mal dass er sich mit Umarmung und Kuss von mir verabschiedete. Er verschwand danach aber auch gleich wieder in die Puppenecke und kochte.
Als ich draußen war, sah ich noch wie er lächelnd am Tisch saß und sein „gekochtes“ Essen aß.

Wieder kein Anruf. Also regulär um 12:30 Uhr abgeholt. Er sagte mir dann, er möchte nicht mehr in den Kindergarten. Warum konnte er aber nicht sagen. Als wir gemeinsam zu Mittag essen, erzählt er mir begeistert vom Spaziergang und dem Stöcke sammeln. Auch dass er wieder viel gekocht hat und zwei andere Kinder dabei gewesen sind. Hmm, dann war es wohl doch nicht ganz so schlimm.

BISHERIGES FAZIT 

Ich schätze die drei-Tage-Woche war zum Einstieg super. Theoretisch würde er nur noch dort Mittagessen. Das ist dann der nächste Schritt, aber damit lassen wir uns erst mal Zeit. Mal schauen was die kommende Woche so bringen wird.

Für mich sind diese Tage etwas Balsam für die Seele. Mir wurde im Vorfeld von so vielen Menschen „Angst“ gemacht, dass Simon es soooo schwer haben wird im Kindergarten. Wer vier Jahre bei Mama ist, der MUSS eine lange, tränenreiche Eingewöhung haben. Klar, wir sind gerade mal am Anfang und er hat erst vier Tage hinter sich. Natürlich kann sich das Blatt noch wenden. Da die Erzieher aber Hand in Hand mit Eltern und Kindern gehen, sind wir selbst für schwerere Zeiten gewappnet.

Sonnige Grüße.

Hier geht es zur zweiten Woche.

Hier geht es zur dritten Woche.

2 Gedanken zu „Eingewöhnung im Kindergarten – Die erste Woche

  1. Ich bin seit langem stille Leserin, weil unsere Kinder fast gleich alt sind (und sein werden ;-)) und kann nur sagen, genieße es und lass dich nicht verrückt machen!!!
    Mein Großer geht seit Januar in den Kindergarten und er ist so ein Kind, das sich nicht trennen konnte, obwohl er regelmäßig von meinen Eltern und meiner Schwägerin betreut wurde, es also kannte, dass Mama mal zwei oder drei Stunde weg ist. Selbst mit ganz tollen Erzieherinnen zerreißt es einem fast das Mama-Herz, wenn man nach Wochen immer noch ein brüllendes Kind zurücklässt, obwohl es jetzt alle dort kennt und auch wenn man versichert bekommt, dass es sobald Mama außer Sicht ist, sich schnell wieder beruhigt.

    • Ja, leider startete diese Woche nicht so gut. Er mag mich nicht mehr gehen lassen. Da dauerte es gestern verhältnismäßig lange, bis ich gegangen bin. Heute war es wieder etwas besser.
      Er ist irgendwie total hin und hergerissen ob er es da nun gut findet oder nicht. Tendenziell wohl gut, aber am besten wenn Mama da bleibt. 😉

      Es ist halt einfach jedes Kind so unterschiedlich! Und ich glaube nicht, dass man immer pauschal sagen kann, wer viel bei Oma und Opa ist, kommt gut im Kindergarten klar oder wer nie woanders war, wird Probleme haben.
      Das ist für JEDES Kind ne Mega Umstellung. Genau wie für uns Eltern. Gestern habe ich auch geheult, weil ich ihn gegen seinen Willen dort gelassen habe. Heute war es wieder besser.

      Hach! Wie du sagst, es zerreisst einem das Herz.

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