Eingewöhnung im Kindergarten – Die zweite Woche

Unsere zweite Woche Eingewöhung im Kindergarten liegt jetzt hinter uns. Es war ein ziemliches auf und ab.

Mitte der Woche am Boden zerstört…

MONTAG

Der Montag begann mit einem kleinen „Rückschlag“. Schon beim Betreten des Kindergartens, sagte Simon mir, dass er nicht möchte bzw dass ich da bleiben soll. Mit viel guten Zureden kam er dann doch zur Garderobe mit und zog seine Schuhe um.
Dann wollte er nicht in den Gruppenraum. Erst, als ich ihm sagte, dass ich ein bisschen bleibe, aber zum Morgenkreis wieder gehen würde.
Wie immer verschwand er gleich in der Küche, als ich mich verabschieden wollte, sagte er „Nein Mama. Nicht gehen!“ doch dabei hatte er ein Lächeln im Gesicht. Er weinte also nicht. Im ersten Moment war ich etwas hin und hergerissen. Schnell gehen? Oder noch kurz bleiben? Ich blieb. Hielt mich etwas zurück, während die Erzieherin ihm verschiedene Vorschläge machte. Sie können am Fenster winken. Sie gehen gleich nach dem Frühstück nach draußen. Sie nehmen Fahrzeuge mit raus. Und so weiter. Alles war blöd. Wobei nein, irgendwie war doch alles cool. Draußen ist er gerne und mit Fahrzeugen noch mehr. Doch bitte sollte ich da bleiben.
Ich versicherte ihm mehrfach, dass ich ihn, genau wie die anderen Tage, abholen komme. Die Erzieherin versicherte ihm, dass sie mich sofort anrufen würden, wenn er nach Hause möchte.
Es half nicht richtig. Zwischendurch willigte er ein. Sobald ich mich verabschieden wollte, klammerte er sich an mein Bein.

Ich wusste, dass all das gute Zureden nichts mehr bringen würde. Entweder ich gehe alleine oder nehme ihn mit.
„Ich sollte einfach gehen oder?“ fragte ich die Erzieherin, wohl wissend was sie antworten würde. Ich gab Simon also einen Kuss, sagte ihm dass ich ihn wieder abholen komme und ging.
Ich weiß dass die Erzieherin ihn ganz fest im Arm gehalten hat und dass er nicht geweint hatte. Trotzdem zog ich schleunigst meine Schuhe wieder an und setze mich fluchtartig ins Auto, ehe ich anfing zu heulen.

Immer wieder sagte ich mir, dass die erste Woche SO GUT gelaufen ist. Wir konnten uns denken, dass er nicht immer hin möchte und dass es Dinge gibt die er blöd findet. Das ist alles auch vollkommen legitim! Ich bin früher auch nicht jeden Tag freudestrahlend zur Arbeit gegangen. Manchmal habe ich ja nicht mal Lust auf den Alltag mit meinen Kindern. So ist das, leider.
Und doch weiß ich, wie gut er dort aufgehoben ist. Dass er viel Spaß hat und ihm der Kindergarten gut tut.
So gut, dass sie an dem Tag nicht anriefen und er wie gewohnt um 12:30 Uhr abgeholt werden konnte. Dieses mal vom Papa!

DIENSTAG

Am Dienstag war alles wieder ok. Ich brachte ihn hin und er zog sich selber wieder die Hausschuhe an. Er ging rein und verabschiedete sich von mir. Ohne Probleme. Das Einzige: Er wünschte sich, dass ihn sein Bruder vom Kindergarten abholt. Und bloß nicht der Papa!

Ebenso beim Abholen. Er ist wieder die komplette Zeit geblieben und hat sich tierisch gefreut, dass ich Alwin mitgebracht habe. Und natürlich dass er den Weg nach Hause nicht laufen muss. Buggyboard Ahoi!

Wieder was gebastelt. Ihr Gruppentier!

MITTWOCH

Auch am Mittwoch war es ganz okay. Wobei ich in der Garderobe erst noch etwas Überzeugungsarbeit leisten musste, damit er rein geht. So richtig konnte er sich auch nicht trennen. Aber man merkte ihm an, dass er doch schon bleiben möchte. Eben mit Mama.
Es dauerte auch gar nicht sooo lange, dann konnte ich gehen und er kam noch auf die Idee, mir am Fenster zu winken.
Alles bestens!

Als ich zum Abholen kam, saß er bereits an der Garderobe und zog sich gerade seine Hausschuhe an. Ich sah ihm an, dass er total traurig gewesen ist und dass er mit den Tränen kämpfte. Die Erzieherin saß neben ihm „Schau da ist sie schon“ hörte ich sie sagen.
Und dann fiel alles von Simon ab. Er begann furchtbar an zu weinen. Als ich mich vor ihn auf den Boden setzte, ist er mir buchstäblich um den Hals gefallen. Er kletterte geradezu auf mich drauf und weinte ganz furchtbar. So hab ich ihn noch nie gesehen. In dem Moment war es auch unmöglich ihn zu fragen, was er habe. Einfach nur in den Arm nehmen. Mehr ging nicht.

Auch die Erzieherin wartete bis er sich beruhigt hatte. Sie sagte mir dann, dass er Angst hatte, ich würde ihn nicht abholen kommen. Der Grund: Normalerweise komme ich dann in den Vorraum, wenn die Kinder gerade vom Garten rein kommen. Er schüttet noch seine Schuhe aus, zieht sich an und wir gehen. An dem Tag sind sie aber einige Minuten früher rein. Er sollte also noch so lange mit den Gruppenraum, in dem langsam für das Mittagessen gedeckt wurde. Das hat ihn vollkommen aus der Bahn geworfen. Er dachte, er muss länger bleiben oder ich würde gar nicht erst kommen.

Ich kenne ihn so tatsächlich nicht. Normalerweise kommt er mit Abweichungen im Alltag gut zurecht, aber das sei eine vollkommen normale Reaktion, sagte man mir.

Simon betonte dann noch immer wieder dass er nicht mehr in den Kindergarten gehen möchte. Überhaupt ist es da blöd.
Mir graute es also vor dem nächsten Tag…

DONNERSTAG

Ihn dazu zu bewegen sich überhaupt anzuziehen war schon schwierig. Zugegeben; Er wurde durch Nasenbluten unsanft aus dem Schlaf gerissen und war dementsprechend nicht ganz so gut drauf.
Ich kam auf eine glorreiche Idee! „Soll ich dich im Kinderwagen hinfahren?“, „Oh, kommt der Alwin mit?“ fragte er freudig. Ich verneinte und bot ihm stattdessen an, dass er vorne sitzen könne. Das fand er mega gut! Immerhin hat er seit über zwei Jahren nicht mehr vorne im Kinderwagen gesessen.

Und so schob ich ihn also in den Kindergarten. Als wir ankamen wollte er erst wieder nicht hinein. Es dauerte etwas und brauchte wieder meine ganze Überzeugungsarbeit.

Ich ging dann mit ihm hinein in den Gruppenraum. Sofort kümmerte sich eine Erzieherin um ihn. Fragte was er gerne machen möchte. Aber alles war doof. Sogar die Puppenecke mit der Küche. Auch die Bauecke. Und am Fenster winken wollte er auch nicht. Stattdessen klammerte er sich an mein Kleid und sagte immer wieder „Du sollst nicht gehen“, jedoch ohne zu weinen. Wieder mit diesem Grinsen!
Ich blieb etwa zehn Minuten, ehe ich mich entgültig verabschiedete. Auch wenn er es mit „Noch ein Kuss“ versuchte zu strecken.
Im Endeffekt schnappte sich die Erzieherin den Großen und ich sah noch wie er sich eins grinste, ehe ich ging.
Er stand dann am Fenster und winkte mir lächelnd.

Ich ging mit einem lachenden und weinenden Auge.

Doch wieder kam kein Anruf. Beim Abholen war ich dieses Mal überpünktlich und stand bereits parat, als die Kinder von draußen rein kamen. Mit dabei: Alwin. Beide haben sich tierisch gefreut sich zu sehen! Als er dann auch den Papa erblickte, war er richtig fröhlich. Er erzählte gleich was er alles erlebt hat und war einfach wie immer. Das war ein toller Erfolg!

Simon zeigt mir Formen die er gelernt hat.

FREITAG

Während er sich am Vorabend noch auf den Kindergarten freute, war es damit am Morgen schon wieder vorbei. „Ich möchte nicht in den Kindergarten. Da gefällt es mir gar nicht mehr.“ – An diesem Freitag hatte ich keine Kraft zum Diskutieren und lies seine Aussage offen im Raum.
Etwa zwanzig Minuten später kam dann der Wandel. „Können wir los Mama? Alwin nervt mich.“ Denn der Kleine war nur mit Wutanfällen beschäftigt.

Tja nun, wir brauchen nur zehn Minuten zum Kindergarten, aber gingen dann eben schon um halb 8 los. Praktisch, die Müllabfuhr leerte vor unserer Nase die Mülltonnen aus. Da haben wir ein bisschen Zeit vertrödelt.
Auch hatten wir noch genug Zeit im Hof vom Kindergarten Hüpfekästchen zu spielen. Länger als sonst.

Erst wollte er dann nicht rein, im Endeffekt war ihm aber zu kalt draußen. Auch in den Gruppenraum zu gehen, war okay. Dann legte er sich gleich auf den Boden und hielt sich an meinem Bein fest. Das Übliche: „Mama du sollst nicht gehen“, wieder dieses Grinsen. Ich verabschiedete mich dieses Mal schneller als sonst. Die Erzieherin ging mit ihm zum Fenster und wir winkten. Er lächelte immerhin ein bisschen.

An diesem Tag gab es auch keinen Anruf. Dafür war ich aber schon um kurz nach 12 im Kindergarten. Simon hatte mich draußen nicht gesehen und so konnte ich mal ganz in Ruhe alle Infos durchlesen und abfotografieren.
Als die Kinder dann reinkamen, war er an der Hand einer Erzieherin. Er sah ganz glücklich aus und als er mich sah, rannte er mich über den Haufen. „Maaamaaa… Ich bin nur gerutscht und gerutscht und gerutscht! Und da war ein Tunnel! Da musste man so laufen!“ Und dann krabbelte er über den Boden. Ich verabschiedete mich von den Erziehern und ab ging es zur Skaterbahn. Er erzählte noch dass die anderen Kinder Dinosaurier spielten und sie beim Morgenkreis lautstark „GUTEN MORGEN“ brüllten. Ob er dieses mal mitgemacht hat, weiß ich allerdings nicht. Dennoch war es ein schöner Wochenabschluss.

FAZIT

Alles in allem war diese Woche wohl durchaus in Ordnung. Auch wenn es viel auf und ab ging. Ehrlich gesagt nerven mich diese übertriebenen Stimmungschwankungen enorm, obwohl ich weiß, dass das normal ist.
Dennoch habe ich ein gutes Gefühl für die kommende Woche und bin gespannt wie es weiter gehen wird. Jetzt genießen wir erst mal das Wochenende!

Sonnige Grüße.

Hier geht es zum ersten Bericht.

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