Eingewöhnung im Kindergarten – Fazit nach über zwei Monaten

Wir hatten unser erstes Elterngespräch im Kindergarten. Jenes Gespräch, welches geführt wird, wenn die Erzieher das Gefühl haben, dass die Eingewöhung langsam zu Ende geht. Doch wie lief es allgemein in letzter Zeit?

Monster malen im Kindergarten. Damit bekommt man den Großen!


AUF UND AB

Ich habe schon länger nichts mehr zum Kindergarten geschrieben, weil es sich lange Zeit ähnlich verhielt. Simon weinte beim Abgeben und erzählte Zuhause entweder voller Begeisterung oder dass er es dort doof findet.
Doch seit geraumer Zeit merkten mein Mann und ich Änderungen. Witzigerweise gerade in dem Zeitraum, in dem das Elterngespräch stattfand.

Nach einem glücklichen Anfang und anschließend einer langen Tiefphase, scheint es sich langsam eingependelt zu haben.

DAS ABGEBEN

Mittlerweile übernimmt der Papa das Abgeben im Kindergarten. Das ist in der Früh für uns alle am Besten. Alwin und ich können etwas gechillter in den Tag starten und müssen uns nicht auch noch fertig machen. Simon kommt gut klar und hat weder ein Problem mit dem frühen Aufstehen (mittlerweile von 07:00 Uhr auf 06:30 Uhr), noch mit dem Anziehen und los gehen/fahren.
Auch wenn es dann im Kindergarten selber noch nicht 100% rund läuft, merkt man deutliche Schritte nach vorne. Der Große geht mittlerweile (meistens!) ohne Probleme in die Gruppe und auch das Verabschieden geht recht schnell. Zwar kullert dann und wann eine Träne, aber das ist selten geworden. Er klammert auch meistens nicht mehr und es genügt ihm der Abschiedskuss und das Winken am Fenster.

Selbst wenn es mal nicht ganz so gut läuft, sind die Erzieher sofort zur Stelle und geben uns beim Abholen immer das Feedback, dass er sich schnell einfindet und alles über den Tag bestens läuft.

DAS ABHOLEN

Bis das Baby da ist (oder ich so rund bin, dass ich nicht mehr kann), übernehmen Alwin und ich das Abholen. Nicht nur ich freue mich Simon abzuholen, auch der Kleine freut sich immer in den Kindergarten zu gehen. Er sitzt meistens gespannt im Wagen und freut sich wenn er seinen Bruder entdeckt (sofern er nicht schläft). Für mich, und ich denke auch für Simon, ist es wichtig, dass er ein Abschlussritual hat. Meistens sind die Kinder draußen, räumen gemeinsam auf, stellen sich auf und kommen dann in die Aula rein. Dort warte ich dann und werde von einem über das gesamte Gesicht strahlende Kind über den Haufen gerannt. Ihn interessiert dann brennend was die Kinder gleich zum Mittagessen bekommen und was es Zuhause gibt. Dann möchte er aber auch schnell los!
Alternativ könnte ich ihn auch direkt aus dem Garten holen, aber ich habe die Berfürchtung dass er dann ständig schauen würde, wann ich komme und enttäuscht ist, wenn ich es mal nicht schaffe.
So ist es für ihn ein Abschluss und ein weiteres Ritual, welches ihm Sicherheit gibt.

Auf dem Heimweg erzählt er meistens von sich aus was er gemacht hat. Wenn nicht, dann versuche ich durch geschicktes Fragen stellen etwas aus ihm herauszubekommen. Das klappt nicht immer. Zwar finde ich es schade wenn er kaum/gar nicht erzählt, aber ich lasse ihn dann auch.

Spätestens wenn er sich Zuhause ausgeruht (in Form von Feuerwehrmann Sam gucken oder Tablet spielen) hat, erzählt er vom Kindergartentag. Ooooooder Abends im Bett. 😉

Unmittelbar nach dem Kindergarten – Energie, Freude und Überforderung raus lassen in Form von rennen, matschen, klettern.

DAS SAGEN DIE ERZIEHER

Schon die ganze Zeit über hatten wir ein gutes Gefühl mit dem Kindergarten. Wir wussten einfach; Hier ist unser Kind richtig gut aufgehoben. Und egal wie schwer das Abgeben manchmal noch sein mag, wir haben nie das Gefühl ihm etwas schlimmes anzutun. Die Kinder werden aufgefangen. Jeder bekommt die Zeit, die er braucht. Es ist vollkommen in Ordnung etwas nicht zu wollen, Angst zu haben, zu weinen. Genauso kann man fröhlich und lautstark in die Gruppe springen. Jedes Kind in einzigartig und das leben die Erzieher.

Beim Gespräch ging es nun nicht um seine Entwicklung an sich (da gibt es nochmal einen anderen Termin), sondern einfach nur um die Eingewöhung. Die ganze Unterhaltung war total locker und überhaupt nicht wertend. Sie sagte mir was sie beobachtet haben und meistens saß ich nickend am Tisch. Denn im Prinzip haben sie mein Kind exakt so eingeschätzt wie er ist.
In großen Gruppen zieht er sich zurück. Spielt lieber für sich alleine und wenn überhaupt, dann nur mit wenigen Kindern. Für die Erzieher ist das im Übrigen kein Problem. Er ist einfach so.

Sein anfängliche Angst und Unsicherheit ist fast komplett weg. Er geht in den Gruppenraum, er ist beim Morgenkreis dabei. Und nicht einfach nur dabei, meistens macht er sogar mit. Das alles ohne Zwang! Denn anfangs, als er nicht wollte, hatten sie ihn gelassen. Er isst nun auch mit den anderen Kindern.
Mit Kreativangeboten wie malen und basteln, hat man sofort seine Aufmerksamkeit. Ebenso beim Turnen oder Buch vorlesen. Auch seine eigene Phantasie und Kreativität ist ihnen aufgefallen. Total cool!

Sie möchten mit ihm an der Feinmotorik arbeiten, da er zum Beispiel den Stift im ersten Moment nicht richtig hält und auch mit dem Druck ausüben beim Malen oder Schneiden leichte Probleme hat. Das alles ist aber gar nicht so dramatisch, wie es die Ärztin vor einem Jahr bei der U7a hingestellt hat. Ich selber bastel und male nicht gerne, deshalb haben wir das Zuhause kaum gemacht. Das wird sich nun ändern.

Außerdem möchten sie sein Selbstbewusstsein stärken und das ist mir schon so lange ein Dorn im Auge! Wer hier schon länger liest, der weiß, dass Simon sich von anderen Kindern immer alles wegnehmen lässt und sich immer zurückzieht, wenn er rumgeschubst wird. Er denkt auch oft, dass er Dinge nicht kann. Ich bin sehr froh darüber, dass die Erzieher das ebenfalls erkannt haben und ihn in seinen Stärken unterstützen. Wir unterhielten uns darüber was man im Alltag Zuhause alles machen und was im Kindergarten getan werden kann. Tisch decken, Sachen holen beim Einkaufen, basteln. Oder auch im Kindergarten die Matschsachen selber anziehen lassen und so weiter. Alles immer mit dem Angebot „Probier es aus und wenn es nicht klappt, dann bin ich da um zu helfen.“

FAZIT NACH ZEHN WOCHEN KINDERGARTEN

Mein damaliges Bauchgefühl hat mich nicht im Stich gelassen. Wir haben einen ganz wunderbaren Kindergarten gefunden und die Erzieher sind große klasse.
Das Abgeben und Abholen läuft derweil ganz prima und ich merke nur positive Veränderungen bei Simon. Er geht mittlerweile gerne in den Gruppenraum und bekommt die nötige Ruhe, wenn er sie fordert.
Wir sind alle auf einem guten Weg und ich wünsche mir sehr, dass es mindestens so bleibt wie jetzt.

Und ja, bevor die Miesmacher nun wieder um die Ecke kommen; Ich weiß dass durch das Baby alles wieder durcheinander gewürfelt werden kann. Ebenso ist mir klar dass es einfach wieder einen down geben könnte. Aber hey, wir leben im hier und jetzt und das genießen wir in vollen Zügen.
Egal was da kommen mag, ich weiß einfach dass mein Mann, die Erzieher, Simon und ich den Shit schon gebacken bekommen!

Sonnige Grüße.

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