Meine erste Schwangerschaft – Der Kugelbauch (4/5)

Bis zum Ende des fünften Monats bin ich regelmäßig Fahrrad gefahren, danach wurde mir das alles zu anstrengend. Der Bauch war nun eindeutig zu erkennen und wurde dann und wann auch zur Last. Die Hochzeit stand auch noch an und so galt es für einen Kugelbauch ein passendes Kleid zu finden. Binnen drei Monaten.

Die gute Frau im Brautmodenladen schaute etwas skeptisch, als ich ihr sagte dass nicht mehr so viel Zeit war. Aber sie war dennoch guter Dinge dass wir etwas passendes finden. So war es auch. Gleich das zweite Kleid sagte mir zu und auch wenn ich noch drei, vier weitere probierte, so nahm ich im Endeffekt das zweite Kleid.

Bei der Anprobe merkte ich zum ersten Mal dass nicht mehr alles so klappt, wie ich es mir wünschte. Zwischendurch musste ich mich hinsetzen und was trinken, weil mir total schwindelig geworden ist. Ein komisches Gefühl. Denn man macht sich auch gleich wieder Sorgen um das wachsende Reiskorn. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es keinerlei Probleme und ich hoffte, dass das auch so bleiben wird. Schließlich musste ich irgendwie die Hochzeit „überstehen“, möglichst ohne Komplikationen.

Doch meine Sorgen waren umsonst. Der Tag der Hochzeit war wunderschön und ich konnte mich eh jederzeit hinsetzen. Wurde es mir mal zu viel, habe ich mich auf eine Bank gesetzt, ein Wässerchen getrunken und das Treiben um unsere Feier beobachtet. Von sechs Uhr früh bis zwei Uhr Nachts gab es nicht einen Moment, an dem ich mir Sorgen machen musste.

So war es auch eigentlich die ganze Schwangerschaft über. Ich musste einfach nur lernen, dass lange Spaziergänge nicht mehr drin sind und wenn dann nur mit Pausen. Der Haushalt machte sich auch nicht mehr ganz so schnell. Brauche ich sonst eine Stunde um zu wischen, waren es nun knapp über zwei. Aber damit findet man sich ab.

Irgendwann um den Dreh der Hochzeit, also um den fünften/sechsten Monat, muss auch der Moment gekommen sein an dem ich den ersten Tritt spürte. Wobei ich mir gar nicht sicher war, ob es sich dabei auch wirklich um einen Tritt handelt.
Immer mal wieder „klopfte“ es an die Bauchdecke. Das war auch der Augenblick, an dem mein Mann immer mehr mit Reiskorn kommunizierte. Er animierte ihn regelrecht dazu zu treten. Und ja, das kann eine werdende Mutter nerven! Dennoch habe ich meinen Mann immer machen lassen, er sollte ja schließlich auch Spaß mit dem Kleinen haben.
Etwa ab dem siebten Monat gab es dann kein halten mehr. Der Kleine machte fast pausenlos auf sich aufmerksam. Und wenn er nicht gerade mit treten oder schlagen beschäftigt war, dann hatte er eben Schluckauf. Im Prinzip habe ich ihn die ganze Zeit über gespürt.
Auch Nachts meldete er sich immer wieder. Lag ich auf der Seite, bekam ich Tritte. Lag ich auf dem Rücken, wurde mir nach zehn Minuten schlecht. Dennoch nahm ich meistens die Übelkeit hin, ich wollte ja dass es BamBam (wie wir ihn mittlerweile nannten) gemütlich hatte.
„Das heißt nichts. Die meisten Kinder, die im Bauch aktiv sind, sind später ruhig.“ Oh, wie ihr euch getäuscht habt! Er ist immer noch ein Wirbelwind.

Je näher der Zeitpunkt der Entbindung rückte, desto unruhiger wurde er. Dadurch war es mir auch immer unangenehmer. Ich konnte nicht sitzen, nicht liegen und nicht stehen, wie ich wollte und die Kurzatmigkeit machte mir zu schaffen. Immerhin war es Sommer und meistens zwischen 25 und 30 Grad heiß. Da bin ich eh schon empfindlich. In die Wohnung (zweiter Stock) zu kommen, war für mich, als würde ich den Mount Everest besteigen. Manchmal kam ich nicht mal mehr die Couch hoch. Manchmal wollte ich nicht aus dem Bett. Mein Mann lachte immer wenn ich mich von die eine auf die andere Seite „wälzte“ und dabei stöhnte als laufe ich einen Marathon.
Irgendwann wollte ich nicht mehr, ich flehte BamBam an sich doch endlich auf den Weg zu machen!

Sonnige Grüße.

<<Erster Teil – Von Übelkeit und Sch(m)erzen>>
<<Zweiter Teil – Es ist ein Reiskorn>>
<<Dritter Teil – Vom Reiskorn zum Jungen>>

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.