Meine erste Schwangerschaft – Vom Reiskorn zum Jungen (3/5)

Ich war Wochen, wenn nicht sogar Monate, damit beschäftigt alles mögliche zu lesen. Ich habe zwei Bücher von meiner Schwester bekommen, haufenweise von meiner Schwägerin und dann gibt es ja noch das liebe Internet.

Interessanter Weise habe ich zwar viel gelesen, aber kaum etwas davon für bare Münze genommen. Sicher, hier und da ein paar Tipps waren sehr hilfreich, vieles aber auch einfach nur großes Gerede. Was auf einem Portal gelobt wurde, war auf dem nächsten absolut verpönt. Und genau so war es auch in all den Magazinen, die es vom Arzt gab.

Für alles gibt es eine Pro und Contra-Liste; Stillen. Flasche. Essen. Trinken. Sport. Hausgeburt. Krankenhaus. Babytrage. Kinderwagen. Kindersitz. Autoschale. Es gibt für alles, wirklich für ALLES Listen, Reportagen, Tests, Argumente und Gegenargumente. Davon sollte man sich aber bloß nicht zu sehr beeindrucken lassen. Wobei klar sein sollte, dass man die Autoschale nach Sicherheit und nicht nach dem Aussehen wählt. Ob aber eine Mutter stillt oder nicht, sollte nicht anhand von Listen entschieden werden, sondern von der eigenen Auffassung.

Sei es drum, ich drifte ab!

Ich bin brav zu jeder Vorsorgeuntersuchung gegangen, die mir empfohlen wurde. Anfangs war das auch noch kein Problem, weil der Arzt etwa zehn Minuten Laufweg von mir entfernt war. Als wir dann aber in die Nachbarstadt gezogen sind, war ich mit den Öffis gut eine Stunde unterwegs. Aber das machte mir ebenfalls wenig aus, ich fahre gerne mit der Bahn.

Die Warterei beim Arzt ging mir dafür immer unfassbar auf den Keks. Denn wenn man dann endlich mal dran kam, war alles innerhalb kürzester Zeit vorbei. Fragen hatte ich meistens keine und die Fragen vom Arzt ließen sich meist schnell abhandeln.

Auf die Ultraschalluntersuchungen habe ich mich aber grundsätzlich gefreut. Es war immer unfassbar interessant zu sehen, wie weit sich Reiskorn schon entwickelt hatte. Und schon beim zweiten Ultraschall war nichts mehr von einem kleinen Korn zu sehen. Im Gegenteil, da war schon ein Kopf den man von der Seite wunderbar erkennen konnte. Ich liebe dieses Bild. Auch wenn man darauf keinerlei Mimik erkennt, so finde ich, dass Reiskorn zufrieden aussieht.

Der Arzt war auch immer zufrieden. Meine Gewichtszunahme lag genau in der Norm und Reiskorn entwickelte sich so, wie es sollte.

Irgendwann, ich weiß gar nicht mehr genau wann, kam der Tag, an dem ich den Arzt fragte, ob man beim heutigen Ultraschall denn gegebenenfalls das Geschlecht erkennen könne. „Könnte man. Es kommt darauf an, wie das Baby liegt. Wollen sie das Geschlecht denn wissen?“ Aber ja! Natürlich wollte ich es wissen. Ich bin viel zu neugierig, als dass ich weitere Monate ohne dieses Wissen hätte herumlaufen können.

Reiskorn lag so wunderbar, dass der Arzt ein „Eindeutig ein Junge!“ von sich gab. Eindeutig? Ich habe da so schnell nichts gesehen, aber der Fachmann wird schon wissen wovon er spricht.

Die Freude darüber konnte ich nur mit einem Quietschen ausdrücken. Vermutlich hätte ich bei einem Mädchen ähnlich reagiert, aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann war mir ein Junge ein Stück weit lieber.

Natürlich musste sofort wieder jeder informiert werden. Als erstes mein Mann, dann meine Eltern und dann alle anderen. Natürlich freuten sich alle. Juchey! Ein Junge!

Sonnige Grüße.

<<Erster Teil – Von Übelkeit und Sch(m)erzen>>
<<Zweiter Teil – Es ist ein Reiskorn>>

2 Gedanken zu „Meine erste Schwangerschaft – Vom Reiskorn zum Jungen (3/5)

  1. Pingback: Meine erste Schwangerschaft – Die Geburt (5/5) | S☼nnenshyn.de

  2. Pingback: Meine erste Schwangerschaft - Die Geburt (5/5) - Sonnenshyn.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.