Vom Baby zum Kleinkind

Morgen ist es also soweit. Mein kleines Baby wird zu einem Kleinkind. Ein seltsames Gefühl, voller Stolz und Freude, aber auch von etwas Traurigkeit geprägt.
Wenn ich an das Jahr zurück denke, dann sehe ich ganz viele Meilensteine. Das erste bewusste Lachen. Das Greifen nach Gegenständen. Der erste Brei. Das erste Mal durchgeschlafen. Rollen. Krabbeln. Brabbeln. Auf Gegenstände zeigen. Bewusst „nein“ anwenden. An Möbeln hochziehen. Hin und her laufen. An der Hand die ersten Schritte machen. Wutanfälle bekommen. Und all die anderen Dinge. Das macht mich alles sehr melancholisch.

Obwohl sich morgen eigentlich nichts ändern wird, ist es doch wieder einer dieser Meilensteine. Simon wird nicht plötzlich sprechen können. Er wird nicht plötzlich frei laufen können. Er kann nicht von jetzt auf gleich vollkommen neue Dinge. Und doch wird er morgen vom Baby zum Kleinkind. Es mag sich komisch anhören, aber für mich klingt das so reif. Kleinkinder sind für mich Kinder, die sich einigermaßen artikulieren können. Die rumspringen, Sandburgen bauen und einem klar machen, was sie eigentlich möchten.

Und dazu gehört mein kleines Baby ab morgen? Eine seltsame Vorstellung. Denn er kann nichts von alledem, was ich mir unter einem Kleinkind vorstelle.
Das wird er wohl erst lernen in dem kommenden zweiten Jahr, welches nun auf uns zukommt. Sein Wortschatz wird sich erweitern, er wird sicherlich laufen lernen. Wir werden ihm seine ersten paar Schuhe kaufen, nur um wenige Monate später wieder festzustellen, dass er gewachsen ist. Vielleicht wird er mal woanders übernachten, weil er seine Mami nicht mehr für die Nahrung braucht. Unsere Ausflüge werden mit Sicherheit aufregender für ihn. Wir fahren oder fliegen das erste Mal gemeinsam ins Ausland.
Wenn ich mir all das vorstelle, dann freue ich mich so sehr auf das kommende Jahr. Auf die neuen Herausforderungen, auf die neuen Meilensteine, auf das „Kleinkind sein“.
Wenn ich mir allerdings Bilder, von vor einem Jahr anschaue, dann bin ich den Tränen nahe.
Da liegt dieses Neugeborene Bündel, ganz hilflos, in meinen Armen und staunt mit großen Augen. Die Schwestern, Hebammen und die Ärztin, haben recht rasch den Kreißsaal verlassen, damit wir in Ruhe ankommen können, in unserer neuen Welt. Später wurde mir immer wieder geduldig gezeigt, wie das mit dem Stillen funktioniert. Ständig konnte ich um Hilfe bitten und bekam diese schnell.
Ein rundum sorglos Paket, bietete die Klinik, der ich immer noch so dankbar für alles bin.

Dann kamen die ersten, manchmal schweren, Tage zuhause. Schlaflose Nächte. Verzweiflung. Aber auch so unfassbar viel Freude und Liebe.

Die schlaflosen Nächte sind (meistens) vorbei. Auch das Stillen ist vorbei. Die Verzweiflung hält manchmal noch an. Doch, die Freude und die Liebe, die bleibt. Auch wenn das Baby zum Kleinkind wird!

Sonnige Grüße.

2 Gedanken zu „Vom Baby zum Kleinkind

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