Zweiundzwanzig Monate (Simon)

In letzter Zeit hat sich der Kleine zu einem Rabauken entwickelt. Frech, trifft es wohl ganz gut. Es ist sehr anstrengend in den letzten Tagen, aber durch Kommunikation gelingt einem der Alltag ganz gut.

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DER RABAUKE

Simon hat momentan wieder so eine Phase, in der er grundsätzlich Dinge macht, die er nicht soll.
Lichtschalter werden eingeschaltet. Die Konsole ist wieder spannend. Die Toilettenspülung wird X-mal betätigt. Bausteine werden vor Wut geschmissen. Wenn das falsche Essen auf den Tisch kommt, wird gebockt.

Ich bin da (meistens) relativ gelassen, weil ich weiß dass es wieder vorbei geht. Wobei ich auch zugeben muss, dass ich sehr stark gereizt reagiert habe, als es mir nicht gut ging.

Wenn man ihm in Ruhe erklärt, dass man bei Sonnenschein kein Licht im Zimmer braucht, dann lässt er es auch bleiben.
Beim Essen bin ich konsequent. Es gibt was gekocht wurde und wenn er es nicht (mehr) möchte, gibt es als  Alternative ein Brot. Fertig.

Wenn Gegenstände durch die Gegend fliegen, kann ich auch schon mal etwas lauter werden. Nicht dass ich rumbrülle, aber er soll merken dass sowas absolut nicht geht. Auch da erkläre ich ihm, dass er sich selber oder anderen weh tun kann. Dass es ok ist, wütend zu sein, aber dass man nichts durch die Gegend wirft.

Natürlich klappt das nicht immer. Aber in den meisten Fällen sammelt er danach sein Spielzeug wieder ein und legt es auf Seite.

FARBEN UND ZAHLEN

Nein, ich verlange nicht von meinem Kind dass es sämtliche Farben kann und bis zwanzig zählen muss. Aber in den letzten Tagen ist mir vermehrt aufgefallen dass er mit den Farben oft richtig liegt. Vor allem rot und blau kann er gut unterscheiden. Gelb und grün zB wird noch sehr oft verwechselt.

Da wir im zweiten Stock wohnen und Simon grundsätzlich alleine nach oben laufen möchte, fing ich irgendwann an die Stufen zu zählen (irgendwie muss man die Zeit ja rum bekommen). Jetzt zählt er auch total gerne.
Eins, zwei, vier, sieben, acht, neun, zehn. So lautet es meistens und ist einfach nur unfassbar niedlich.

MOTORIK

Nach wie vor ist er sehr ungeschickt. Er kann keine Flaschen selber öffnen, also den Verschluss drehen. Er kann sich nicht selber sein Brot schmieren oder sein Trinken einschütten.
Wenn Legosteine nicht auf Anhieb zusammenpassen, gibt er schnell auf.
Er isst sehr gut mit Löffel und Gabel und trinkt wunderbar aus einem stinknormalen Becher (Flasche und Schnabeltasse hat er nie kennengelernt).

Mittlerweile fällt er nicht mehr ganz so häufig hin und ist auch draußen sicherer geworden. Manche Stufen nimmt er ohne Hilfe.

SPRACHE

Beim letzten Bericht waren Dreiwortsätze eher die Seltenheit, mittlerweile ist es Standard.
„Papa aibe gangen.“ = Papa arbeit gegangen.
„Opa XY Lelefon.“ = Opa XY Telefon.
„Mama auch lafen.“ = Mama auch schlafen.
„Baby Wester Hallo.“ = Baby Schwester hallo.
„Simon gut geschlafen.“
„Ein Papier reicht.“
„Simon Apfel essen.“
Usw, usw.

Das ist toll! Wirklich, da platze ich vor Stolz. Ich kann mich mit dem kleinen Rabauken den Tag über schon richtig unterhalten.

SOZIALES

Früher hat sich Simon immer alles wegnehmen lassen, ohne zu murren. In der Krabbelgruppe hat er sich dann einfach immer anderes Spielzeug gesucht. Auf der einen Seite fand ich das zwar gut, aber er tat mir auch immer sehr leid.
Mittlerweile lässt er sich das nicht mehr unbedingt gefallen. Wenn ihm ein Kind das Spielzeug direkt aus der Hand nimmt, dann gibt es lautstark Protest. Ich find’s gut!

Selber hat er bisher noch niemanden etwas weggenommen. Er nimmt sich meistens tatsächlich das Spielzeug, mit dem gerade keiner spielt.
Mal sehen wie lange noch. 😉

Mich erfreut die Entwicklung im großen und ganzen. Er wird immer eigenständiger und natürlich auch eigensinniger. Das macht es momentan etwas anstrengend, aber… Es ist nur eine Phase!

Größe: ca 90cm.
Gewicht: ca 14kg.
Lieblingsessen: Nudeln mit Tomatensoße, Toast mit Nutella, Birnen.
Lieblingsspielzeug: Kleine Autos, Stöcke, Bausteine.

Sonnige Grüße.

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