Das Wochenbett – Nicht mehr ganz so rosig

In den ersten zwei bis drei Wochen war die Welt noch sehr flauschig. Doch schon bald fiel mir die Decke auf den Kopf. Das Blöde daran; Ich konnte es kaum ändern.

So viel Liebe, so viel Trost.

KRANK IM WOCHENBETT

Mir ging es unmittelbar nach der Geburt richtig gut. Ich hatte das Gefühl alles stemmen zu können und habe schon recht früh unbedingt die Küche wieder für mich haben wollen. Oder wollte die Wäsche machen. Oder lange draußen spazieren gehen. Oder mit den großen Jungs toben. Oder lange wach bleiben.
Na ja, die Liste kann ich ewig fortsetzen.
Anfangs ging das alles auch noch sehr gut. Hallo Hormone!
Doch dann wurde ich eines morgens munter und mir tat fast der ganze Körper weh.

Ich hatte Kopf,- Zahn,- Rücken,- und Oberschenkelschmerzen. Mein ganzer Körper zitterte, nur um wenig später komplett umzustellen. Dann gab es Schweißausbrüche und erhöhte Temperatur. Ich war müde, erschlagen und einfach nur erschöpft. Ich schlief quasi ständig ein und wenn ich wach wurde, verschwand irgendwas an Schmerzen, dafür gab es was neues.
So kam also meine Hebamme am Abend vorbei und sagte mir, dass ich schlichtweg am Ende meiner Kräfte bin.

Ich will kooooochen!

WANN WIRD ES WIEDER BESSER?

Seit diesem Tag ist ständig was anderes. Mittlerweile bin ich bei einer Erkältung mit Halsschmerzen angekommen. Müde bin ich so oder so die ganze Zeit.
Mein Appetit, welcher zwischendurch mal da war, ist wieder verschwunden. Ich muss mich zum Essen zwingen und weiß selber nie so genau worauf ich Hunger habe. Dadurch bin ich natürlich auch noch erschöpft. Das Stillen schlaucht und der Körper braucht Essen. Bekommt er zwar, aber sicherlich nicht in dem Ausmaß, wie es sein sollte. Es ist ein Teufelskreis.

Dennoch scheint es ganz langsam besser zu werden. Nachts bekomme ich ganz guten Schlaf und was mir fehlt, hole ich am Vormittag nach. Das geht natürlich nur so lange, bis mein Mann wieder auf Arbeit geht. Ich hoffe, dass wir bis dahin alle wieder auf den Beinen sind. Wobei, nächste Woche beginnt der Kindergarten. dümmdümm

DIE DECKE FÄLLT MIR AUF DEN KOPF

Zu all dem ganzen Kranksein kommt dann auch noch die Tatsache, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Ich kann nicht so viel nach draußen, wie ich gerne möchte und wenn ich mich doch mal gut fühle, dann traue ich mich fast nicht, weil ich bedenken habe, dass es mich wieder umhaut.

Langsam und Stück für Stück machen ist echt nicht meine Welt und es wurmt mich, wenn ich an das Bett/das Sofa gebunden bin.
Die Küche habe ich wieder meinen Mann überlassen und auch das wurmt mich. Klar kann er kochen, aber ich würde gerne selber wieder. Genau wie einkaufen gehen oder was mit den Großen machen.
Manchmal komme ich mir vor wie das fünfte Rad am Wagen. Wie ein Klotz am Bein. Keiner gibt mir das Gefühl, als wäre es so, aber ich bin in letzter Zeit ziemlich nutzlos und das macht sie gesamte Situation nicht gerade einfacher.

So viel Liebe, so viel Trost.

BABYS KLEINE LICHTBLICKE

Ja, ich jammer sehr viel in diesem Beitrag. Ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben. Dennoch ist nicht alles doof im Wochenbett.
Es herrscht ganz viel Babykuschelei und dem Himmel sei Dank, schreit Florian am Abend nicht mehr stundenlang. Entweder er macht es erst gar nicht, oder, wenn doch mal, haben wir nun raus was ihm gut tut. Vom Papa im Fliegergriff durch die Gegend getragen oder von mir in den Schlaf geschaukelt werden, hilft im Moment sehr.
Auch sonst ist er am Tag ein zufriedenes Kerlchen. Da sitzt man manchmal da und beobachtet ihn einfach nur und ist dankbar.

Ich bin allgemein wieder viel ruhiger und geduldiger geworden. Ich bin in diesem Jahr noch nicht einmal laut geworden mit den Kindern und wer mir schon ne Weile auf Twitter folgt und die letzten Wochen in der Schwangerschaft mitbekommen hat, der weiß, dass das ein großer Fortschritt ist.
Obwohl ich eine Krankheit nach der anderen ausbrüte, möchte ich nichts davon an den Kindern auslassen und bisher gelingt mir das ohne Probleme. Wobei ich auch zugeben muss, dass mein Mann den Großteil der Zeit mit den Kindern verbringt, während ich dann die Exklusivzeit besonders genieße.

Das Ganze klingt sehr harmonisch und das ist es im Moment auch. Der Papa genießt einfach jede Sekunde mit den Kindern, weil es für ihn Freizeit bedeutet. Sie sind ihm nicht lästig und seine ruhige Art, scheint sich auf sie zu übertragen.
Ich komme dazu mich auszukurieren und nutze diese Zeit auch. Es herrscht eine ganz gute Mischung zwischen „Me time“, Zeit mit dem Baby, als Familie, mit den Großen und mit dem Mann. Einzig er hat im Moment kaum Zeit für sich. Doch auch das werden wir in Zukunft noch geschaukelt bekommen!

Sonnige Grüße.

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