Mein Weg zur Fotografie – Teil 4 – Details sehen

Mein Weg zur Fotografie – Teil 4 – Details sehen

Die Fotografie hat einiges in mir bewirkt. Unter anderem die Tatsache, dass ich ganz anders spazieren und wandern gehe. Nicht nur, dass ich nach schönen Motiven ausschau halte, ich achte insbesondere auf Details.

Mein Weg zur Fotografie – Teil 4 – Details sehen.

DIE NATUR UND ICH – IM WANDEL DER ZEIT

Wenn wir früher wandern waren, dann hatte ich nicht immer Spaß daran. Zu anstrengend war mir das Bergsteigen oder andere Wanderer, die einen vollquatschen.
Mit der Zeit wandelte sich aber mein Denken. Als ich zum Beispiel merkte, dass ich nicht in einem Affentempo nach oben eilen muss, war es plötzlich nicht mehr so anstrengend. Im Gegenteil; Mit genug Pausen fing es an mir Spaß zu machen. (Ja okay, manchmal schimpfe ich trotzdem noch.)

Irgendwann merkte ich auch wie gut mir die Natur tut. Draußen spazieren zu gehen. Neue Wege zu entdecken und stundenlang zu wandern.
Allen voran ist der Wald mein Lieblingsplatz. Die majestätischen Bäume, die Büsche und Blumen, die Tierwelt, das Zwitschern der Vögel, die Luft.
Gefühlt gibt es dort keine Sorgen. Wenn man etwas esoterisch veranlagt ist, könnte man sagen der Wald ist mein Kraftort.

Doch habe ich früher einfach nur Bäume gesehen, schaue ich jetzt genauer hin. Was gibt es für Kleinigkeiten die ich mit der Kamera einfangen kann?

AUF DEN SPUREN DER DETAILS

Ganz am Anfang meiner Fotografiereise, fand ich es schwer den Wald zu fotografieren. Es sah halt einfach nur nach tristen Bäumen aus. Meistens auch noch zu dunkel und mit komischen Lichtverhältnissen.
Mittlerweile krieche ich durch das Unterholz. Ich sehe einige Meter abseits der Wege eine interessante Form von Steinen oder Büschen. Ich sehe, dass das Licht zwischen GENAU DEN 5 Bäumen viel cooler aussieht, als noch 20 Schritte vorher. Eine mit Moos bewachsene Baumrinde. Ein Ameisenhaufen. Ein Specht auf einem Ast. Ein einziges Blatt, welches plötzlich ein Fotomodell sein kann.
Das Ganze passiert nicht nur im Wald. Sondern ständig. Auch wenn ich über das Feld laufe, zwischen den Häusern spazieren gehe oder im Garten stehe.
Der Blick auf meine Umwelt hat sich sehr verändert.

Für manche mag sich das anstrengend anhören, aber für mich ist das tatsächlich eine Art Geschenk. Denn ich setze mich viel mehr mit meiner Umgebung auseinander.
Früher wusste ich nie was ich für eine Blume fotografiere. Heute frage ich in Sozialen Netzwerken nach oder schaue ob meine App ‚Flora Incognita‘ sie kennt. Ich lerne also nebenbei auch noch eine ganze Menge.

Früher wäre ich an dem Rhododendron vorbei gelaufen.

DIE FOTOGRAFIE LÄSST MICH DINGE SEHEN, DIE ICH FRÜHER NICHT MAL WAHRGENOMMEN HÄTTE

Die Fotografie lässt mich Dinge sehen, die ich früher nicht mal wahrgenommen hätte.
So lässt sich meine neu gewonnene Detailverliebtheit wohl am besten in Worte fassen.
Noch vor einiger Zeit war da halt einfach ein schöner Sonnenuntergang. Jetzt sehe ich die Sonne, den Himmel, die Wolken, das Lichtspiel.
Ich bleibe stehen und beobachte.
Ich packe die Kamera aus. Gehe vor und zurück, drehe am Zoom. Knie mich hin, strecke mich in die Höhe. Meine Finger bewegen die einzelnen Knöpfe, als wäre es mir in Fleisch und Blut übergangen.
Ich halte inne.
Warte bis sich die Wolken verschoben haben. Ich ärgere mich nicht. Ich genieße.
Jetzt könnte ein tolles Fotos entstehen. Auge an den Sucher. Vorgehen, hinknien, Einstellungen. Wie von selbst.

Details sehen. Dank der Fotografie.

Hat sich euer Blick durch das Fotografieren auch geändert?

Sonnige Grüße.

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