Die beste Kamera ist die, die du dabei hast!

Die beste Kamera ist die, die du dabei hast!

Die beste Kamera ist die, die du dabei hast! Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte dass jeder (Hobby)Fotograf diesen Satz schon mal gehört hat.
Heute gibt es meine unpopular opinion zu diesem Satz.

Die beste Kamera ist die, die du dabei hat! Wirklich?

DIE BESTE KAMERA IST DIE, DIE DU DABEI HAST!

The best camera, is the one that you have with you!

Chase Jarvis, Fotograf

Dieses Zitat geistert durch Fotografieforen, soziale Medien und schmückt sicherlich die ein oder andere Studiowand. Und jedes Mal wenn ich diesen Satz lese, meist als Rechtfertigung für Handyfotos oder von Freunden die einen aufmuntern wollen, stellen sich mir die Nackenhaare auf und ich rolle (zumindest innerlich) mit den Augen. Das liegt zum einen daran, dass solche Sätze nicht besser werden je öfter man sie sagt, dass es irgendwann einfach ausgelutscht ist und dass dieses Zitat mittlerweile für mich in die gleiche Schublade gehört wie „Achtsamkeit“ und das klimpern von Teelöffel auf Tasse in einem Podcast.
ES NERVT!

Ach und ganz nebenbei bin ich ganz anderer Meinung.

HANDYFOTOS VS. DICKE KAMERA

Es gibt Tage da gehe ich ganz bewusst ohne meine Kamera spazieren. Ich möchte nicht alle 5 Meter anhalten und Bilder machen, sondern vorwärts kommen. Mein Handy habe ich allerdings immer dabei und deshalb klappt dieses Vorhaben nur so Semi-Gut. Ich sehe trotzdem ständig Motive und packe dann und wann mein Handy aus. Tja und dann ärger ich mich meistens, dass ich meine dicke Kamera aka Lady in Black doch nicht dabei habe. Vor dem geistigen Auge sehe ich nämlich das fertige Foto, welches ich mit meinem Handy niemals hinbekommen würde. Klar, es gibt den „Pro-Modus“ (come on…), aber da sind die Einstellungen eben stark beschränkt. Ebenso das Zoomen ist ein Graus. Der Fokus sitzt selten präzise da, wo ich ihn gerne hätte.
Für mich der reinste Frust, weil ich einfach weiß, dass ich es mit meiner Canon ohne Probleme so hinkriegen würde, wie ich es mir wünsche.

Und ja ich weiß; andere kaufen sich jedes Jahr ein neues Handy und es mag sein, dass die super mega toll krassen neuen Handys ganz fantastische Fotos und Möglichkeiten liefern. Bin ich da einfach nicht mehr Up to Date mit einem 3 Jahre alten Smartphone? Um ehrlich zu sein hatte ich von Anfang an meine oben genannte Meinung, OBWOHL mein Handy damals auf dem neuesten Standpunkt war und ich sogar extra darauf geachtet habe, dass das Teil ne total krasse Kamera hat – Alles andere hat mich nämlich nicht interessiert.

Blaue Blüten einer Wald-Vergissmeinnicht. Der Hintergrund verschwimmt dunkelgrün.
Das hätte mein Handy nicht geschafft. Aufgenommen mit der dicken Kamera Canon EOS R.

SIND HANDYFOTOS SCHLECHT?

Ihr kennt mich lange genug um zu wissen, dass ich hier nichts als besser oder schlechter darstellen möchte. Es gibt genug Fotograf*innen die sehr erfolgreich mit der Smartphonefotografie unterwegs sind. Ich gehe auch nicht soweit zu behaupten dass man immer erkennt ob das Foto mit einem Handy oder der dicken Kamera gemacht worden ist, aber manchmal eben doch.

Schaue ich meine ausgedruckten Handyfotos an, dann seufze ich stark und kann oft nur den Kopf schütteln. Die Qualität überzeugt mich nicht wirklich. Sehe ich allerdings die Fotos meiner Lady geht mir das Herz auf. Gerade in Bezug auf Portraits.

Auf der anderen Seite sind meine gesamten Fotos die es beim Wochenende in Bildern gibt zu 100% mit meinem Handy gemacht (und ja, die Linse ist mittlerweile kaputt, deshalb sieht man fast immer einen Fehler auf dem Foto).
Warum mache ich das, wenn ich die Qualität nicht so dolle finde? Ganz einfach: Mit dem Handy kann ich schnell Situationen einfangen. Auch wenn ich die Canon mittlerweile im Schlaf beherrsche, brauche ich einfach zu lange um auf den Auslöser zu drücken. Mal ganz davon ab, dass sie nicht in meine Hosentasche passt und nie so griffbereit ist, wie es das Handy ist.
Außerdem kann ich die Fotos schnell auf dem Smartphone bearbeiten und dann auf den Blog laden. Das sind keine Bilder die ich ausdrucke, sondern welche die die aktuelle Situation wiedergeben sollen.

Zwei Kinder stehen am Rand einer zugefrorenen Pfütze.
Wenn es schnell gehen muss, zücke ich das Handy.

APROPOS BEARBEITEN

Die Bilder von meiner Handykamera sind grundsätzlich in den Sättigungstopf gefallen. Rottöne springen einen geradezu an und schreien „HIER BIN ICH!!“ – Vieles wirkt überzogen. Meistens nehme ich ordentlich an Sättigung raus.
Mit der Canon habe ich allerdings den großen Vorteil dass ich in RAW aufnehme und somit viel mehr aus dem Foto rausholen kann – Mein Smartphone kann das nicht. Das heißt in der Bildbearbeitung bin ich schon mal arg eingeschränkt.

WELCHE IST DENN NUN DIE BESTE KAMERA?

Das kommt wohl immer darauf an, was man machen möchte.
Gehe ich raus und möchte bewusst Fotos machen, die für den Verkauf sind? Oder für eine Reportage? Dann bleibt das Handy definitiv in der Hosentasche. Möchte ich schnell wechselnde Situationen einfangen? Unser Wochenende festhalten? Dann ziehe ich das Smartphone wie Lucky Luke seine Pistole!

Deshalb bin ich der Meinung dass dieses Zitat „Die beste Kamera ist die, die du dabei hast“ nicht auf jeden zutrifft. Zumindest nicht auf mich.
Wie ist es bei euch?

Sonnige Grüße,
Chrissy

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